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Nachhaltiges Einkaufen im Lockdown

Immer mehr Kunden wollen auf Verpackungen verzichten

  • vonCorinna Weigelt
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Viele Läden sind im Lockdown geschlossen, Ausnahme sind Lebensmittelgeschäfte. Im Unverpackt-Laden »Nix-drum-rum« in Bad Nauheim herrscht derzeit reger Kundenbetrieb.

Ob Brot aus Bingenheim oder Eier vom Wölfersheimer Biohof - geht es um das Angebot des Unverpackt-Ladens in Bad Nauheim, so reißt das Interesse der Kunden auch in Corona-Zeiten nicht ab. »Wir haben weiter zu den gewohnten Zeiten geöffnet, nur am Dienstag ist Ruhetag«, sagt Geschäftsinhaberin Simone Schmidt. Seit über einem Jahr begrüßt sie Kunden aus der ganzen Wetterau, die das nachhaltige Sortiment in ihrem Laden schätzen.

Längst hat sich der »Nix-drum-rum«-Laden in Bad Nauheim etabliert. Simone Schmidt zählt zu den glücklichen Geschäftsinhabern, die trotz Lockdown öffnen können. Schnell entwickelte sie ein Hygienekonzept, acht Kunden dürfen sich gleichzeitig im Laden aufhalten. »Das verteilt sich sehr gut«, erklärt sie. Auch die Kundschaft sei mittlerweile längst geschult im Umgang mit den Maßnahmen, Probleme habe es bislang nie gegeben.

Die Stammkunden hielten dem Unverpackt-Laden auch währen der Corona-Krise die Treue. Manche, die sonst zwei oder dreimal die Woche kamen, hätten ihre Besuche auf einen größeren Einkauf pro Woche reduziert. »Es sind aber jeden Tag auch neue Kunden dabei«, freut sich Schmidt. Viele von ihnen kommen mit dem Fahrrad, auch bei längeren Anfahrten. Und sie kommen bei Wind und Wetter. »Dabei sind alle Altersklassen.«

Die gemütliche Atmosphäre, die Kundennähe und der stressfreie Einkauf werden gelobt. Auch das ständig wachsende Sortiment weckt immer wieder das Interesse. Simone Schmidt hält im Internet Ausschau nach geeigneten Produkten und Lieferanten, oft wird sie auch angesprochen.

Das Sortiment ist groß, es reicht von Nudeln und fair gehandelten Kaffeebohnen über Gewürze, Essig und Öl, Honig und Kerzen bis hin zu Shampoo, Seife, Waschmittel ohne Mikroplastik. Es gibt Allzweck-Reiniger, Toilettenpapier aus Bambus, Frühstücksbrettchen aus dem Vogelsberg, Deosticks in Papier oder Zahnpasta im Glas. Besonders gefragt sind handgemachte Seifen aus Melbach und Duschbrocken für Haar und Körper. Neu im Sortiment ist Brot von der Lebensgemeinschaft Bingenheim. Die Werkstätten mit ihren Bereichen Töpferei, Weberei, Kerzenwerkstatt, Bäckerei, Verarbeitungsküche, Schreinerei, Landwirtschaft und Gärtnerei bieten derzeit 57 Arbeitsplätze und dienen der beruflichen Integration und Rehabilitation.

Für Simone Schmidt sind es nicht nur für nachhaltige Produkte und Qualität, die sie interessieren. »Was steckt hinter den Zuliefern? Was ist deren Philosophie?« Das will Schmidt wissen. Oft stecken dahinter besondere Geschichten. So etwa hinter den Produkten von »Rettergut« aus Berlin. »Verarbeitet wird nur gerettetes Gemüse, das durch optische Mängel sonst nicht in den Verkauf gelangt, alles in Bio-Qualität«, sagt Schmidt. Erhältlich sind bei ihr auch Produkte wie Brotaufstrich, Pesto oder Suppen von der Marke »Rettergut«. Neu ins Sortiment kommen noch in dieser Woche handgemachte Nudeln aus Kassel.

Nach Corona wieder Seminare

Wenn die Corona-Krise überstanden ist, soll das Angebot im Unverpackt-Laden wieder mit Veranstaltungen bereichert werden. »Pralinenseminar, Lesungen oder Verköstigung von Bio-Weinen«, sagt die Geschäftsinhaberin. Ideen sind genügend vorhanden.

Der Unverpackt-Laden in Bad Nauheim bietet seinen Kunden auch einen Lieferservice an, um es vor allem älteren Mitmenschen in der Corona-Krise zu ermöglichen, weiterhin unverpackt einzukaufen. Bestellt wird per Telefon unter 0 60 32/8 67 54 75 oder per E-Mail an info@nix-drum-rum.de.

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