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Freuten sich über eine interessante Diskussion zu den Anforderungen an eine moderne Geburtsklinik (v. l.): Clemens Breest, Regionalbüro Kathrin Anders, Kathrin Anders, MdL, Leitende Hebamme Margit Gründer, GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, Sabina Eberlein, Mitarbeiterin Kathrin Anders, Chefarzt Dr. Ulrich Groh und Oberärztin Dr. Anika Rifi. FOTO: PV

"Ideale Geburtshilfe"

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Bad Nauheim(pm). Großes Lob für die Frauenklinik im GZW: "Die Geburtshilfe am Hochwaldkrankenhaus ist nahe an dem Ideal, wie wir uns eine geburtshilfliche Abteilung vorstellen", lautete das Fazit der Bad Vilbeler Landtagsabgeordneten Kathrin Anders (Bündnis 90/Die Grünen) am Ende eines zweistündigen Besuchs. Einem Rundgang durch den Kreißsaal und über die Entbindungsstation vorausgegangen war eine Diskussionsrunde mit GZW-Geschäftsführer Dr. Dirk M. Fellermann, Chefarzt Dr. Ulrich Groh, Oberärztin Dr. Anika Rifi und Leitender Hebamme Margit Gründer unter anderem über das Konzept des hebammengeleiteten Kreißsaals, die geplante Akademisierung der Hebammenausbildung und die Situation der flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung.

Dr. Groh stellte die Frauenklinik des Hochwaldkrankenhauses mit ihren Zentren für die Behandlung für Brustkrebs sowie gynäkologischen Krebs als "einzige Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe" im Wetteraukreis vor. In der Abteilung werden nach Angaben des Krankenhauses jährlich mehr als 1000 Kinder geboren, etwa 2 600 Operationen durchgeführt sowie 4 000 Patientinnen und Patienten aus dem Wetteraukreis, aber auch aus angrenzenden Landkreisen stationär und weitere 5 000 ambulant behandelt.

Oberärztin Dr. Rifi verwies in ihrer Darstellung der von WHO und UNICEF seit 2010 als "babyfreundliches Krankenhaus" zertifizierten Geburtsklinik auf die kontinuierliche Steigerung der Geburtenzahlen seit 2008 (von 754 auf rund 1050 Geburten jährlich). Im gleichen Zeitraum habe die Kaiserschnittrate von 30 auf 25 Prozent gesenkt werden können, die der Saugglockenentbindungen von 5,7 auf 3,7 Prozent und die der Dammverletzungen von 2,3 auf 1,5 Prozent. Mit diesen Zahlen liege die geburtshilfliche Abteilung deutlich unter den bundesweiten Durchschnittswerten.

Das ist das neue Konzept

Eine rege Diskussion entspann sich außerdem über den bundesweit beklagten Hebammenmangel. Kathrin Anders, Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion für das Thema Geburtshilfe, zeigte sich erfreut über die Auskunft, dass dies in der Frauenklinik des GZW mit 21 fest angestellten Hebammen kein Thema sei. Dr. Rifi führte dies unter anderem auf das Angebot des hebammengeleiteten Kreißsaals für gesunde Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft zurück. Dieses Konzept stoße nicht nur bei werdenden Müttern zunehmend auf Interesse, sondern mache den Arbeitsplatz für Hebammen besonders attraktiv.

Außerdem habe das GZW eine seit 2015 bestehende Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Fulda genutzt, um ab Mai 2019, und damit noch vor der künftig verbindlichen Akademisierung der Hebammenausbildung, in Kooperation mit der Fachhochschule Fulda und dem Klinikum Hanau das Studium der Hebammenwissenschaften auf "solide Füße" stellen zu können. Im Oktober 2019 hätten bereits drei Studierende mit Hauptsitz im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim ihr Studium in Fulda aufgenommen.

Anders verwies weiterhin auf aktuelle parlamentarische Erörterungen im Hessischen Landtag zur Akademisierung der Hebammenausbildung. Grundsätzlich gehe dieses vom Bundesgesundheitsminister initiierte Vorhaben in die richtige Richtung, allerdings seien noch Fragen zu Übergangsfristen sowie zur praktischen Umsetzung offen, sagte Anders abschließend.

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