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Umfrage

Hotels in Corona-Zeiten: Besserung, aber keine Normalität

  • VonPetra Ihm-Fahle
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Hotels traf die Corona-Krise besonders hart. In Friedberger und Bad Nauheimer Betrieben zeichnet sich bei den Belegungszahlen zwar ein Aufwärtstrend ab, doch frühere Werte sind noch nicht erreicht.

Edith Siegesmund kann wieder lachen. Sie sitzt hinter der Rezeption und nimmt Telefonate entgegen. »Momentan haben wir mit dem Elvis-Festival viel zu tun«, erläutert die Inhaberin des Hotels Spöttel in der Bad Nauheimer Luisenstraße. Auch im Hotel Arabella (William-Kerckhoff-Straße), das zu diesem Familienbetrieb gehört, geht es bergauf. »Es ist auf jeden Fall eine Belebung zu spüren«, betont Inhaber Gerhard Siegesmund. Momentan sei die Lage durch die Ferien begünstigt. »Man merkt, dass mehr Menschen Urlaub im eigenen Land machen. Leute, die mit dem Rad von Stützpunkt zu Stützpunkt fahren. Oder Motorradfahrer.«

Messegäste hat das Hotel immer noch nicht, »es ist ja alles abgesagt«. Das Hotel sei aber breit aufgestellt, habe gemischtes Publikum. Wer eincheckt, muss entweder zweimal geimpft, genesen oder getestet sein. Die Impfkampagne zeigt nach Ansicht des Hoteliers Wirkung, weshalb er positiv in die Zukunft blickt. »Wir haben zwei Drittel des früheren Standes wieder erreicht.« Siegesmund ist guten Mutes, im nächsten Jahr auf das Vor-Corona-Niveau zu kommen.

Kurzarbeit hält an

»Wir haben zurzeit noch Kurzarbeit, machen das noch den ganzen Monat«, erklärt Oliver Wissel. Er ist Geschäftsführer des Hotels Stadt Friedberg am Seebach in der Kreisstadt und engagiert sich im Berufsverband der Branche. Viele Privatleute trauen sich seinen Worten zufolge noch nicht, auf Reisen zu gehen. Geschäftsleute seien ebenfalls noch verhalten. »Wir kommen an die alten Zahlen noch nicht ran. Die Belegung ist zwischen 30 und 35 Prozent schlechter als das normale Niveau. Es wird besser, aber es fehlen die Firmen, die Tagungen und Veranstaltungen organisieren.« Der »Mischmasch« der Corona-Verordnungen in den verschiedenen Bundesländern bremse das Geschäft zusätzlich aus.

Mitte Juni hat das Hotel Dolce wieder geöffnet, das am Elvis-Presley-Platz in Bad Nauheim liegt. »Seitdem hatten wir einige Tagungen, auch Geschäftskunden und Urlaubsgäste, die uns besuchen«, berichtet Jesse Jansen, der stellvertretende Direktor für Vertrieb und Marketing. Im Großen und Ganzen sei die Situation »positiv verhalten«, was die Belegungszahlen betrifft. »Wir sind noch weit weg von jeder Normalität, was das Geschäftsaufkommen angeht«, sagt Jansen.

Verunsicherte Kunden

Es werde noch viele Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis die Zahlen wieder das Niveau von 2019 erreichten. »Bei den Kunden herrscht noch sehr viel Unsicherheit: Angst vor der vierten Welle, der Delta-Variante, der Frage ›Wird es wieder einen Lockdown geben?‹« Ein weiterer Grund ist nach Ansicht von Jansen die Witterung. Letztes Jahr, als das Wetter schöner war, kamen mehr Besucher zu den Freiluftveranstaltungen des »Kultursommers«. Im Dolce waren auch wieder Hochzeiten terminiert, alles coronakonform.

Liselotte Gassig von der Heid sieht eine Entspannung. »Im Moment geht es, es fängt so langsam wieder an«, sagt die Inhaberin des Hotels Brunnenhof in Bad Nauheim. In der letzten Zeit kämen vor allem Privatpersonen, die sich kurzfristig und wetterabhängig anmeldeten. Es handelt sich laut Gassig von der Heid um Individualreisende, die überlegen, ob sie ins Ausland fahren oder lieber in Deutschland bleiben. »Und Bad Nauheim ist beliebt«, fügt die Unternehmerin hinzu. Geschäftsleute, die Tagungen haben oder beruflich unterwegs sind, könnten dagegen kaum noch begrüßt werden. »Sie kommen aber auch langsam wieder.«

Letzte Woche sei das Hotel in der Ludwigstraße sogar ausgebucht gewesen, was während des Elvis-Festivals ebenso sein werde. »Das sind immer die gleichen Gäste. Sie buchen im Vorjahr schon für das Jahr darauf.« Wie Gassig erklärt, habe das Hotel die Zahlen von früher gleichwohl noch nicht erreicht.

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