Weihnachts-Aktion

Hier gibt es Weihnachtsgeschenke für bedürftige Familien

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Von Armut sind häufig Familien mit mehreren Kindern oder Alleinerziehende betroffen. Der Bad Nauheimer Familienbeirat will dafür sorgen, dass es auch bei diesen Familien eine schöne Bescherung gibt.

Verlassen ist die Küche im Sportheim in Bad Nauheim. Wo jahrzehntelang gutbürgerliche Gerichte zubereitet wurden und auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms Menschen aus Syrien und Eritrea ihre traditionellen Speisen kochten, stehen die Herde und anderen Gerätschaften zwar noch, werden aber nicht mehr genutzt. An diesem Dienstag herrscht trotzdem reges Leben in dem Raum.

Anja Arndt, Johanna von Bischoffshausen und Barbara Zoppke begrüßen die stetig Ankommenden herzlich, nehmen volle Tüten und ganze Pakete in Empfang. Auf Unterschränken, Herden und Arbeitsplatten stapeln sich bereits Türme aus bunten Pappkartons, daneben stehen Kisten mit Büchern, an der Seite lehnt ein sehr stabil wirkender Kaufladen aus Holz. "Das Geschenk eines Patenonkels, handgefertigt", erklärt Johanna von Bischoffshausen, deren vier Kinder aus dem Kaufladen-Alter herausgewachsen sind.

"Wenn es zu viel wird, dann wissen die Kinder gar nicht mehr, mit was sie zuerst spielen sollen"

Ähnlich geht es der Mutter von Mina und Tessa. Die dreijährigen Zwillinge haben unter anderem einen großen Ball mitgebracht, den sie mit strahlendem Lächeln abgeben. "Bei uns zu Hause stapelt sich das Spielzeug", erzählt ihre Mutter, und Barbara Zoppke nickt bestätigend: "Wenn es zu viel wird, dann wissen die Kinder gar nicht mehr, mit was sie zuerst spielen sollen."

Beim Eintritt von Katrin Haag ertönen anerkennende Rufe: Sie hat einen großen rosaroten Barbie-Bus in den Händen, der mit deutlicher Freude entgegengenommen wird. Barbie ist nach wie vor ein Hit bei kleinen Mädchen und manchmal auch bei großen. Wie fast alle anderen Spielsachen, die an diesem Nachmittag für die Aktion "Weihnachtsregal" abgegeben werden, ist das Barbie-Auto in sehr gutem Zustand. "Es ist wirklich toll, was bis jetzt schon alles zusammengekommen ist", freut sich Anja Arndt.

Geschenke-Ausgabe ist bereits am Dienstag

Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen hat sie aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gelernt und sich auf den Ansturm vorbereitet. "Wir sortieren gleich bei der Anlieferung grob nach Alter", erläutert sie. So wandern die beliebten Anfänger-Puzzles zu den Sachen für Nachwuchs im Kindergartenalter. Thao Greiner hat einen ganzen Plastiksack mit Spielsachen dabei, vieles davon für Kleinkinder. Gesammelt wird für Nachwuchs bis zum Alter von etwa zehn Jahren.

Die Ausgabe der Spielsachen wird am Dienstag, 5. Dezember, stattfinden. Zwischen 16 und 17.30 Uhr können Eltern im Sportheim (Eingang Hauptstraße 102) vorbeikommen und sich ein Spielzeug für ihre Kinder aussuchen. Informationszettel auf Deutsch, Arabisch, Persisch, Türkisch und Kurdisch wurden vorbereitet und an geeigneten Stellen verteilt.

Alle Familien mit wenig oder keinem Geld sind willkommen

Anders als im vergangenen Jahr, als sich die Aktion vor allem an Flüchtlingsfamilien gerichtet hat, sind in diesem Jahr ausdrücklich alle Eltern willkommen, die für eine Weihnachtsbescherung nur wenig oder gar kein Geld haben. Bei der Auswahl des passenden Geschenks werden Anja Arndt, Johanna von Bischoffshausen und Barbara Zoppke gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Freude der Eltern wird sie für ihre Mühen reichlich entschädigen, denn noch haben sie einiges an Arbeit vor sich: Bis Dienstag werden alle Spiele genau auf Vollständigkeit und Sauberkeit kontrolliert, damit es am Weihnachtsabend keine bösen Überraschungen gibt.

Info

Drei Fragen an eine Organisatorin

Frau Arndt, Sie machen die Aktion zum zweiten Mal. Was ist anders? Anja Arndt: Im letzten Jahr hatten wir auch sehr viele Spielsachen, aber ein geringer Teil war nicht mehr brauchbar, da hatten einige Leute ihre Sachen einfach entsorgen wollen. Das sieht in diesem Jahr viel besser aus. Werden die Geschenke reichen, und wie wird die Ausgabe organisiert? Arndt: Wir haben ganz viele wunderschöne und hochwertige Spielsachen bekommen, da wird niemand mit leeren Händen nach Hause gehen müssen. Für jedes Kind gibt es ein Spielzeug, je nachdem, was ausgesucht wird, auch noch ein zweites, damit die Wertigkeit vergleichbar wird. Und wenn Sie nicht alles loswerden sollten? Arndt: Sollte etwas übrigbleiben, werden sich die Kinderkiste der Caritas in Friedberg, das Frauenhaus in Friedberg und das Kinderheim in Butzbach freuen. Auf jeden Fall geht alles an einen guten Zweck!

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