Von Graceland in die Wetterau

Bad Nauheim/Friedberg (chh/jsb). Tausende Fans haben am Wochenende das zwölfte European Elvis-Festival gefeiert. Die Besucher kamen aus aller Welt, einige reisten aus den USA, Kanada oder Australien an.

Für die Bad Nauheimer Stadtmarketing-Chefin Katja Heiderich war der Auftritt der TCB-Band im historischen Theater des Dolce der Höhepunkt. Einen abschließendes Resümee wollte sie noch nicht ziehen, doch die ersten Eindrücke seien vielversprechend.

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39 Veranstalter haben am Wochenende die Kurstadt in ein kleines Graceland verwandelt. Den 36. Todestag von Elvis Presley, der Ende der 50er Jahre in Friedberg stationiert war und sein "European Home" in Bad Nauheim hatte, nahmen Fans aus aller Welt zum Anlass, in die Wetterau zu reisen

Laut Katja Heiderich könnten es sogar mehr Besucher als im Vorjahr gewesen sein. "Es hat zumindest stärker angefangen, am Donnerstag waren definitv mehr Leute da als vergangenes Jahr", sagt die Stadtmarketing Chefin. Ein abschließendes Resumee könne aber erst nach einem Treffen aller 39 Veranstalter gezogen werden.

Doch eins stehe bereits fest: "Die legendäre TCB Band und Elvis’ früherer Roadmanager Joe Esposito waren die Stars des Festivals", sagt Heiderich. Die Musiker, die einst zusammen mit dem King of Rock’n’Roll auf der Bühne gestanden hatten, sorgten nicht nur bei ihren beiden Auftritten am Samstag und Sonntag für echtes Elvis-Feeling – auch die Talkshow und Autogrammstunde begeisterten die Elvis-Jünger. "Die Konzerte waren großartig, der Saal hat getobt", sagt Heiderich. Die Talkshow habe gezeigt, dass die Musiker "unterhaltsame, humorvolle Jungs" seien. Die Autogramme der Band seien so begehrt gewesen, dass sich eine lange Schlange gebildet habe. Heiderich ist überzeugt: "Die Fans sind auf ihre Kosten gekommen." Gleiches gelte für die Besucher des Festivalgeländes und der Party zum Auftakt im Dolce. "Es wurde bis spät in die Nacht getanzt, das war ein guter Start."

Die Stadtmarketing-Chefin freute sich auch über die vielen weit angereisten Fans. Neben Besuchern aus Europa waren auch Leute aus den USA, Kanada und Australien gekommen. "Europäische Fans waren schon immer stark vertreten, in den letzten Jahren kommen aber auch immer mehr Besucher aus Übersee."

Nicht ganz so weit war die Anreise von Gunter Orbie. Zusammen mit seiner Frau Anita war er aus dem belgischen Leeuwen gekommen. Mit dabei: ihr 1958er Cadillac Fleetwood. Ehrensache, dass die beiden an der Cadillac-Parade teilnahmen, die von Bad Nauheim nach Friedberg führte. "Wir sind zum fünften Mal dabei," verriet Orbie. "Es macht ungeheuren Spaß, dieses 60er-Jahre-Feeling zu erleben." Der Belgier war zwölf Jahre alt, als Elvis starb, "schon damals wusste ich, dass er mein Idol ist".

Orbie ist ein Auto-Narr. Warum er sein Herz ausgerechnet an einen Cadillac verloren hat? "Das ist einfach erklärt: In den Kofferraum muss auf jeden Fall ein Rollstuhl reinpassen." Seine Frau Anita leidet unter Muskelschwund und kann immer schlechter gehen. "Aber unsere gute Laune lassen wir uns deshalb nicht verderben."

Aus Longuich in Frankreich war Michelle Cossen nach Bad Nauheim gereist. Sie war kürzlich in Memphis, wo sie Elvis’ einstiges Anwesen Graceland besuchte. Dort erfuhr sie auch vom Festival in Bad Nauheim und Friedberg. Seit sie acht Jahre alt ist, schwärmt sie für den King – kein Wunder, dass sie in den Flieger stieg und zum allerersten Mal das "European Home" von Elvis besuchte.

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