Manuela Wiegel vom Bad Nauheimer Bürgerbüro kümmert sich auch um das Fundbüro. Sie präsentiert ein abgegebenes Fahrrad und zwei Spielsachen. Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit, hält die gefundene Golftasche in den Händen.	FOTO: PV
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Manuela Wiegel vom Bad Nauheimer Bürgerbüro kümmert sich auch um das Fundbüro. Sie präsentiert ein abgegebenes Fahrrad und zwei Spielsachen. Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit, hält die gefundene Golftasche in den Händen.

Blick ins Fundbüro

Von der Riesen-Geldtasche bis zum Vogel: Kuriose Funde in Bad Nauheim

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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Was haben ein Wellensittich und eine Tasche mit über 1800 Euro darin gemeinsam? Beides wurde dem Bad Nauheimer Fundbüro gemeldet bzw. dort abgegeben. Hier gibt es weitere Kuriositäten.

  • Beim Bad Nauheimer Fundbüro sind schon allerlei Gegenstände aufgegeben worden.
  • Zu den am häufigsten gefunden Gegenständen gehören Alltagsgegenstände wie Handys, Portmonnaies und Schlüssel
  • Auch Kurioses wird im Fundbüro in Bad Nauheim abgegeben.

Bad Nauheim – Corona stellt das Leben in vielen Bereichen auf den Kopf, in einem aber nicht: Nach wie vor verlieren die Menschen Dinge und andere finden die Sachen. Bis zum 30. September wurden beim Fundbüro der Stadt Bad Nauheim 197 Gegenstände abgegeben. Im kompletten vergangenen Jahr waren es 209.

Ein Blick ins Fundbüro kann mitunter spannend sein, schließlich werden auch wertvolle oder kuriose Dinge gefunden. Oder sehr persönliche wie der Ehering, der im Herbst 2017 im Schlamm neben einer Parkbank im Bad Nauheimer Kurpark gelegen hat. Eine Frau aus Mülheim an der Ruhr fand das Schmuckstück, gab es im Fundbüro ab, der Besitzer meldete sich nicht. Die Finderin nahm den Ring nach einem halben Jahr an sich.

Bad Nauheim: Spektakulärer Fund in einer Bank, tierischer Fund in einem Altenheim

Welche Dinge warten aktuell darauf, dass ihr rechtmäßiger Besitzer kommt und sie freudig in Empfang nimmt? »Gefunden wurden wie jedes Jahr etwa Schlüssel, Ausweise, Handys, Portemonnaies, Brillen, Kinderspielsachen und wenige Fahrräder«, teilt Linda Dönges, Sprecherin der Stadtverwaltung, mit.

In die Kategorie »kurios« lassen sich die Golftasche samt Schläger, eine Tasche voller Geld und ein Wellensittich einordnen. Wobei Letzterer natürlich kein Ding ist. Der Vogel hatte es sich bei der Seniorenresidenz am Park gemütlich gemacht. Die Einrichtung meldete sich im August und teilte mit, dass sich ein kleiner, blauer Wellensittich auf einem Balkongeländer einer Bewohnerin niedergelassen habe. »Wir haben ihn als Fund eingetragen. Der Besitzer hat sich bei uns allerdings nie gemeldet, und wir wissen auch nicht, ob die Seniorenresidenz den Piepmatz einfangen konnte«, erläutert Dönges.

Spektakulär war der Fund einer Tasche voller Geld, genauer gesagt: mit 1803 Euro. Ein Ehepaar hatte die Tasche in einer Bankfiliale entdeckt und einer Angestellten gezeigt. Diese versuchte zu ermitteln, von wem das Geld stammte. Da die Bemühungen ohne Ergebnis blieben, brachten die Finder die Tasche samt Geld zum Fundbüro.

Bad Nauheim: Datenschutz im Fundbüro

Weil sich der Eigentümer nie meldete, durften die sie ihren Fund nach einem halben Jahr abzüglich einer Verwaltungsgebühr mitnehmen.

Aus dem Ordnungsamt der Stadt Friedberg ist im Jahr 2020 bisher fast nichts zu vermelden, was in die Kategorien spektakulär, kurios oder wertvoll passen würde. Aber eben nur fast, denn die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) gebe alle paar Monate große Mengen an USB-Sticks, Taschenrechnern und Stiften ab, teilt das Rathaus mit. Die USB-Sticks würden dann zerstört, heißt es aus dem städtischen Ordnungsamt - unter anderem mit Verweis auf den Datenschutz.

Das gleiche Schicksal ereile die von der Technischen Hochschule abgegebenen Handys. Früher seien Mobiltelefone noch versteigert worden - allerdings in Zeiten vor dem Smartphone.

Frist und Finderlohn im Fundbüro von Bad Nauheim

»Wenn ein Fundstück einem Eigentümer zugeordnet werden kann, schreiben wir diesen an, dass sein Eigentum bei uns abgegeben wurde«, erklärt Linda Dönges von der Bad Nauheimer Stadtverwaltung. Die Finder könnten die Sache nach Ablauf einer sechsmonatigen Frist - wenn der Eigentümer sie nicht abgeholt habe - gegen eine kleine Gebühr mitnehmen. »Nach Ablauf der sechs Monate wird der Finder zu diesem Zweck von uns angeschrieben. Etwa 80 Prozent holen dann den Gegenstand ab.« Handys könnten nur mit der Einschränkung herausgegeben werden, dass sie sich auf Werkseinstellung zurücksetzen ließen und alle Daten gelöscht seien. »Der Finder kann einen Finderlohn verlangen, wenn die Fundsache einen Wert von 50 Euro übersteigt. Die Höhe des Finderlohns richtet sich nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches.« (Von Christoph Agel)

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