Freigelegt: Aus dem Waldspielplatz im Goldsteinpark ist ein Spielplatz ohne Wald geworden. Alle erkrankten Ahorn-Bäume müssen gefällt werden.
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Freigelegt: Aus dem Waldspielplatz im Goldsteinpark ist ein Spielplatz ohne Wald geworden. Alle erkrankten Ahorn-Bäume müssen gefällt werden.

Kranke Ahorn-Bäume gefällt

Neu im Goldsteinpark: Der »Ohne-Wald-Spielplatz«

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Aus dem Waldspielplatz im Bad Nauheimer Goldsteinpark ist ein Ohne-Wald-Spielpatz geworden. Grund: Die von der Rußrindenkrankheit befallenen Ahorn-Bäume müssen alle gefällt werden.

Das Aussehen des Goldsteinparks hat sich gewaltig verändert. Dort mussten etliche Bäume gefällt werden. Dadurch wird aus dem beliebten Waldspielplatz ein »Ohne-Wald-Spielplatz«. Rund um das in virenfreien Zeiten von Eltern und Kindern stark frequentierte Gelände standen in erster Linie Ahornbäume. Dieses Grün leidet aber im gesamten Stadtgebiet unter der weit verbreiteten Rußrindenkrankheit.

»Wir bedauern die Rodung auch sehr. Am Waldspielplatz standen fast ausnahmslos Ahornbäume, die von der Rußrindenkrankheit befallen waren. Die Sporen dieses Pilzes sind gesundheitsschädlich, insbesondere in unmittelbarer Nähe zu einem Kinderspielplatz gab es zum Fällen keine Alternative«, betont Steffen Schneider, Leiter des städtischem Kur- und Servicebetriebs. Wie er erläutert, sterben die Bäume ohnehin ab, ihre Stämme dürften nicht einmal verwertet, sondern müssten verbrannt werden. Eine Ersatzpflanzung ist geplant.

Goldsteinpark Bad Nauheim: Gefällte Stämme werden verbrannt

Diese Angaben des Fachbereichsleiters werden von der Wissenschaft bestätigt. Die Infektion der Ahorn-Bäume werde durch die Sporen eines Pilzes namens Cryptostroma corticale hervorgerufen. Die Folgen sind auch für den Laien leicht zu erkennen. Die Blätter welken vorzeitig und fallen ab, die Krone stirbt ab, die Rinde zeigt längliche Risse, am Stamm ist Schleimfluss erkennbar. Befallenes Holz verfärbt sich grün und blau. Die Krankheit breitet sich in Deutschland seit 2006 auf, ältere Bäume sind weniger anfällig. Begünstigt wird die Krankheit, der 2019 in der Gemarkung von Lich ein ganzer Wald zum Opfer fiel, durch trockenes und heißes Klima. Die Pilzsporen können auch für Menschen gefährlich werden. Wer sie einatmet, kann schwere Entzündungen der Lungenbläschen davontragen, Symptome sind Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost - fast wie bei Corona.

Seit 2018 kämpfen die Mitarbeiter des Kur- und Servicebetriebs mit der anhaltenden Trockenheit. Die vergangenen beiden Jahre waren von heißen Sommern und Frühjahren geprägt, in denen es ebenfalls kaum Niederschlag gab. Auch der aktuelle Frühling beginnt ohne Regen. Weder Schneider und seine Kollegen noch Fremdfirmen können so viel gießen, wie eigentlich notwendig wäre. Deshalb kommt es unter den 11 000 Bäumen, die in der Kurstadt gepflegt werden müssen, zum Ausfall ganzer Arten. Neben Spitz- und Bergahorn sind laut Schneider vor allem Fichte und Birke betroffen, die im Goldsteinpark ebenfalls oft gepflanzt wurden. Die Zahl der Schädlinge nimmt zu. Am bekanntesten ist der Borkenkäfer, außerdem vertreten sind Miniermotte (Kastanie), Eichenprozessionsspinner (Eiche) und Pilzerkrankungen (Ahorn). Wer weiß, was in diesem Jahr neu auftauchen wird.

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