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Schülerinnen der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz setzen ihre Gedanken zur Nachhaltigkeit in ein Bild um. FOTO: PV

Gleiches Recht für alle

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Bad Nauheim(pm). Zum dritten Mal haben die Beruflichen Schulen am Gradierwerk Bad Nauheim (BSG) den Tag der Menschenrechte und Nachhaltigkeit begangen. Über 50 Veranstaltungen hatte das Interkulturelle Team organisiert. Hunderte Lernende der BSG nutzten mit ihren Lehrkräften die Gelegenheit, sich Gedanken zu machen über die elementaren Rechte aller Menschen auf unserem Planeten. Eng damit verknüpft ist der Gedanke der Nachhaltigkeit, ist es doch die Lebensweise der entwickelten Länder, die den Klimawandel mit verursacht. Millionen Flüchtlinge sind die Folge.

Im Vorfeld konnten Lehrer mit ihren Klassen aus einer Vielzahl von Angeboten wählen. Zum Beispiel den Workshop Alltagsrassismus, in dem 13- bis 14-jährige Schüler merkten, dass es auch in scheinbar alltäglichen Situationen um Menschenrechte geht. Yanni Fischer, Hessenkoordinator der Initiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", zeigte, dass auch harmlos gemeinte Fragen das Gegenüber ausgrenzen und Vorurteile bestärken können.

In einem weiteren Projekt hatten sich Schüler im Religions- und Politikunterricht mit den Menschenrechten beschäftigt und stellten Gleichaltrigen die einzelnen Artikel an praktischen Beispielen vor. Der aus Afghanistan geflüchtete Schüler Amir sprach vor anderen Lernenden über seine Flucht, die Geschichte und die aktuelle Situation in seinem Heimatland.

In der Ausstellung "Verschaff mir Recht" konnten Besucher etwas über die Schicksale von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender erfahren, die in ihren Heimatländern kriminalisiert werden. Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika aus dem Projekt "Grenzenlos" des "World University Service" hielten Workshops, etwa zu Frauen- und Menschenrechten oder zum Wasserverbrauch.

Unter dem Titel "Rent a Jew" luden Sarah und Anna ein, sich über die jüdische Religion und jüdische Traditionen zu informieren. Über die Produktion von Schokolade, deren Bedingungen und ihren Preis machten sich künftige Groß- und Außenhändler mit Joachim Langer von der Bewegung "Gemeinwohl-Ökonomie" Gedanken. Wie gerecht ist unsere Lebensweise in den wohlhabenden Ländern? Denkanstöße dazu vermittelte das Bildungsteam des Weltladens Bad Nauheim.

Andere Klassen haben in einem Workshop des Forumtheaters "inszene" den spielerischen Umgang mit Konflikten und eigenen Unterdrückungserfahrungen erprobt, um dabei mehr Handlungsmöglichkeiten und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Für mehr Nachhaltigkeit an der eigenen Schule setzt sich die Schülervertretung der BSG ein. So soll immer stärker auf Plastikverpackungen am Kiosk verzichtet oder diese durch umweltfreundliche Materialien ersetzt werden.

"Wer an diesem Tag mit offenen Augen und Ohren durch die Schule gegangen ist, konnte viel über die Probleme unserer Zeit erfahren", sagte Politiklehrer Ralf Grapmeyer stellvertretend für das interkulturelle Team. Vielen weiteren Unterstützern ist es zu verdanken, dass der Tag so groß begangen werden konnte, darunter das Bundesprogramm Demokratie leben, der Internationale Bund und die Bürgerstiftung "Ein Herz für Bad Nauheim".

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