Eintauchen in die Bad Nauheimer Vergangenheit: Die Ernst-Ludwig-Schule erhält je zwei Klassensätze der Bände drei und vier der "Amerikanischen Spuren".	FOTO: PM
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Eintauchen in die Bad Nauheimer Vergangenheit: Die Ernst-Ludwig-Schule erhält je zwei Klassensätze der Bände drei und vier der »Amerikanischen Spuren«. FOTO: PM

Geschichte für die Schulbank

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Bad Nauheim (pm). Die Ernst-Ludwig-Schule hat eine großzügige Bücherspende der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« entgegengenommen. Anlass war das Erscheinen des dritten und des vierten Bandes der Reihe »Amerikanische Spuren in Bad Nauheim«. Die Bürgerstiftung, vertreten durch ihren ehemaligen Präsidenten Armin Häfner, den früheren Schulleiter der ELS, Vizepräsidentin Ulrike Basler-Kaiser und Stadtarchivarin Brigitte Faatz, die Initiatorin der Publikation, überreichten Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst jeweils einen Klassensatz der »Amerikanischen Spuren«. Über die Bereicherung des Buchbestandes freute sich auch Bibliotheksleiterin Waltraud Leuthäusel, während Fachbereichsleiterin Eva Pfeiffer-Heidecke die Möglichkeit thematisierte, die Hefte im Unterricht einzusetzen.

Schicksalhafte Lebenswege

Seit 2011 hat sich Faatz die Aufgabe gestellt, die Besatzungszeit Bad Nauheims nach 1945 zu erforschen. Ihr besonderes Interesse galt dabei dem Zusammenhang mit der Historie der Bad Nauheimer Gebäude (Hotels, Staatsbadgebäude, Firmen, Geschäfte etc.). Entstanden ist eine reich bebilderte Arbeit von sehr hohem stadt- und zeitgeschichtlichem Wert. Immer wieder ergaben sich dabei Gespräche mit Zeitzeugen, die persönliche Erinnerungen offenbarten, die wiederum dazu motivierten, neuen »Amerikanischen Spuren in Bad Nauheim« nachzugehen. Im Mittelpunkt des dritten Bandes stehen zwei der größten Hotels in Bad Nauheim, »Hilberts Parkhotel« und das Hotel »Kaiserhof«. Privatdokumente und Zeitzeugenberichte erzählen von schicksalhaften Lebenswegen hinter den Kulissen der beiden Luxushotels vor dem Hintergrund der amerikanischen Besatzungszeit.

Als Gastautor erinnert sich Häfner an den Besuch von Helen Patton, der Enkelin des Vier-Sterne-Generals George S. Patton, die auf den Spuren ihres Großvaters in Bad Nauheim wandelte, der sich 1945 als Befehlshaber der 15. US-Armee dort zwei Monate lang aufgehalten hatte.

Der vierte und letzte Band der Publikation »Amerikanische Spuren in Bad Nauheim« stellt die Kolonnaden und das Kurhaus in den Mittelpunkt. Sehr lebendig wird hier geschildert, wie das schwerbeschädigte Kurhaus von amerikanischen Truppen besetzt und dort schnellstmöglich eine Notbühne aufgebaut wurde, um das Theater für Unterhaltungsprogramme nutzen zu können. Vereinzelt konnten auch die Bad Nauheimer die Bühne nutzen.

Damit verbunden ist eine Episode aus der Geschichte der Ernst-Ludwig-Schule, denn im Spätsommer 1946 führten Schülerinnen und Schüler der ELS William Shakespeares »Sommernachtstraum« auf - mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einstudiert von Ernst Robert Niederhoff.

Je zwei Klassensätze der Bände drei und vier der »Amerikanischen Spuren« liefern wertvolle Einblicke in die Stadt- und Regionalgeschichte, die durch die vielen Bilder den Schülern der Jahrgangsstufen 10, in der Oberstufe und den Schülern des deutsch-englischen bilingualen Zuges sehr anschaulich präsentiert wird. Bereits im Jahre 2017 hatte die Bürgerstiftung der ELS die Bände 1 und 2 gespendet.

Die Schulleitung bedankte sich bei der Bürgerstiftung und zollte Stadtarchivarin Faatz höchste Anerkennung für ihre akribische Arbeit.

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