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Was ist ein Weltladen? Warum ist der Kaffee hier teurer als bei Tchibo? Was bedeutet eigentlich fairer Handel? Nur wenige der 25 Schüler der zehnten Klasse des Niddaer Gymnasiums, die am Mittwoch zusammen mit ihrer Lehrerin Karoline Zahlaus den Weltladen in Bad Nauheim besuchten, hatten schon einmal in einem Fachgeschäft für fair gehandelte Waren eingekauft. Gerd Joachim und Andrea Schumann, Bildungsreferenten im Weltladen, vermittelten den Gymnasiasten die Prinzipien des Fair Trade, des fairen Handels.

Was ist ein Weltladen? Warum ist der Kaffee hier teurer als bei Tchibo? Was bedeutet eigentlich fairer Handel? Nur wenige der 25 Schüler der zehnten Klasse des Niddaer Gymnasiums, die am Mittwoch zusammen mit ihrer Lehrerin Karoline Zahlaus den Weltladen in Bad Nauheim besuchten, hatten schon einmal in einem Fachgeschäft für fair gehandelte Waren eingekauft. Gerd Joachim und Andrea Schumann, Bildungsreferenten im Weltladen, vermittelten den Gymnasiasten die Prinzipien des Fair Trade, des fairen Handels.

"Alle Waren, die ihr hier seht – vom handgefertigten Kunsthandwerk und Schmuck über diverse Geschenkartikel bis zu Lebens- und Genussmitteln aus aller Welt – werden in einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Süd und Nord hergestellt und gehandelt", erläuterte Schumann. Sichergestellt werde ein fairer Handel nach festgelegten sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards durch eine Zertifizierung der World Fair Trade Organization. Die Produzenten, meistens Kleinbauern und Kooperativen von der südlichen Erdhalbkugel, erhalten einen Mindestlohn oder – wenn dieser darüber liegt – den Weltmarktpreis. Sie gehen mit den Lieferanten ihrer Produkte langfristige Handelsbeziehungen ein, und ihnen werden eine Reihe sozialer Rechte eingeräumt. Die Verbraucher erhalten Waren, die ökologischen Kriterien genügen, auch wenn aus Kostengründen nicht alle Produkte bio-zertifiziert sind. Weltläden wie der in Bad Nauheim, der als eingetragener Verein fungiert, arbeiten nicht profitorientiert, sondern lassen die Gewinne den Produzenten und ihren Projekten zukommen. Möglich werde das durch den Einsatz der 34 ehrenamtlichen Mitarbeiter, erklärte Schumann.

Die Schüler durften sich in aller Ruhe im Weltladen umschauen. In Kleingruppen nahmen sie Produkte wie eine Contigo-Hüfttasche aus veganem Material oder einen Keramik-Kaffeebecher aus einem thailändischen Familienbetrieb unter die Lupe und priesen sie ihren Mitschülern anschließend als Verkäufer an. "Auf das Herkunftsland und die Hersteller zu achten, zu schauen, aus welchem Material etwas hergestellt ist, ob es einem gefällt, und das dann vor der Gruppe zu präsentieren, hat viel Spaß gemacht", erklärte Gymnasiast Fynn Alker.

Schnell wurde deutlich, dass der Käufer im Weltladen häufig etwas tiefer in die Tasche greifen muss als in konventionellen Läden. "Dafür leistet er einen kleinen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung in den ärmsten Regionen der Welt", erklärte Gerd Joachim. Dass Billigwaren nämlich nur auf Kosten der Menschen, die dort leben, angeboten werden könnten, zeigte er eindrucksvoll mit der Vorführung des konsumkritischen Films "Agrarprofit".

Dermaßen sensibilisiert wurden die Schüler auf eine Fair-Handels-Stadtrallye geschickt. Sie besuchten herkömmliche Geschäfte und solche, die im Rahmen der Initiative Fair Trade Stadt Bad Nauheim fair gehandelte Waren anbieten, und befragten Verkäufer und Passanten. Viele Schüler bemerkten, wie überschaubar das Angebot an fair gehandelten Produkten ist. "Es hängt doch von uns ab, was in den Läden verkauft wird", sagte Tim Pastuschka. "Wo entsprechend nachgefragt wird, steigt auch das Angebot."

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