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Prof. Didier Stainier

Geld für »exzellente Pionierforschung«

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Bad Nauheim (pm). Didier Stainier, Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim, erhält in den kommenden fünf Jahren vom Europäischen Forschungsrat (ERC) 2,5 Millionen Euro für die Untersuchung von genetischen Prozessen, über die Zellen die Folgen von Gendefekten kompensieren.

Hintergrund des Projekts ist nach Angaben des MPI eine Beobachtung, die einige Jahre zurückliegt. In Untersuchungen an Zebrabärblingen stellte die Arbeitsgruppe Stainiers fest, dass der Defekt von Genen oftmals nicht die eigentlich zu erwartenden Folgen nach sich zieht. Beispielsweise stellten sich in den Experimenten vorausgesagte Organdefekte während der Embryonalentwicklung nicht ein. Der Grund dafür: Gene mit ähnlicher Funktion kompensieren die Ausfälle. »Wir stellten fest, dass beim Ausfall eines Gens verwandte Gene stärker aktiv sind. Dieser genetischen Kompensation liegt ein molekularer Mechanismus zugrunde. Die Kompensation erfolgt nicht zufällig«, erläutert Stainier.

Wie seine Arbeitsgruppe in Studien zeigen konnte, laufe die Kompensation auf der Ebene der Transkription (Übertragung) ab und wird nicht durch den Verlust der Funktion von Proteinen ausgelöst. »Diesen Mechanismus, den wir transkriptionelle Anpassung genannt haben, werden wir in den kommenden fünf Jahren mithilfe der zur Verfügung gestellten Fördermittel erforschen«, sagt Stainier.

Therapeutischer Nutzen möglich?

Im Rahmen des durch den ERC geförderten Projekts will der MPI-Direktor zudem die Frage klären, ob die transkriptionelle Adaptation auch eine Rolle bei der menschlichen Gesundheit und Krankheit spielt. Nach Stainiers Meinung könnte der Kompensationsmechanismus dafür sorgen, dass trotz Defekten in wichtigen Genen die betroffenen Personen nicht oder weniger stark erkranken, als zu erwarten wäre. Auch ein therapeutischer Nutzen soll untersucht werden.

Der Europäische Forschungsrat der EU ist nach eigenen Angaben die wichtigste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Die Vergabe von Fördermitteln erfolgt an »die besten und kreativsten Forscher« mit dem Ziel, solche Projekte in Europa angehen zu können. Das Gesamtbudget des ERC beträgt bis zum Jahr 2027 insgesamt mehr als 16 Milliarden Euro und ist Teil des Programms »Horizont Europa«. FOTO: PV

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