Aktiv und ehrenamtlich: Tristan Gurb (l.) und Hans-Ulrich Halwe packen gemeinsam bei den Eisenbahnfreunden Wetterau mit an. FOTOS: CORINNA WEIGELT
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Aktiv und ehrenamtlich: Tristan Gurb (l.) und Hans-Ulrich Halwe packen gemeinsam bei den Eisenbahnfreunden Wetterau mit an. FOTOS: CORINNA WEIGELT

Gegen Langeweile

  • vonCorinna Weigelt
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Bad Nauheim(cor). Ruhe kehrt bei den Eisenbahnfreunden Wetterau nicht ein. Gerade erst ist die Fahrsaison vorüber, schon stehen mit Beginn der Gleisbauarbeiten die nächsten großen Aufgaben an. Parallel laufen bereits wieder Instandsetzungen. Es gibt immer etwas zu tun. "Die Spatzen pfeifen es vom Dach der Lokhalle: Die Eisenbahnfreunde Wetterau könnten noch einige fleißige Helfer gebrauchen", sagt der Vorsitzende des städtischen Seniorenbeirats, Hans-Ulrich Halwe, der gerne in der Lokhalle mitanpackt und andere dazu motivieren möchte.

Was kann man gegen Langeweile tun? Diese Worte hören die Damen und Herren vom Seniorenbeirat in letzter Zeit öfters. Während der Pandemie wird der Beirat vermehrt von Ehefrauen angesprochen, deren Männer viel Langeweile haben. "Die Männer sind fit, oft im Vorruhestand und hatten sich eigentlich vorgenommen, viele Reisen in die ganze Welt zu unternehmen", erläutert Halwe. Durch die Corona-Einschränkungen verbringen sie nun viel Zeit in den eigenen vier Wänden. "Wir vom Seniorenbeirat können im Moment keine Abwechselung bieten, weder Repair-Café, noch Boulespiel oder Führungen." Da auch die Fitness-Studios geschlossen sind, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um etwas für andere zu tun und dabei fit zu bleiben, schlägt der Vorsitzende vor.

Schnell kamen ihm da die Eisenbahnfreunde in den Sinn, die tatkräftige Unterstützung gerne annehmen. "Die Arbeit dort ist so vielfältig, sodass eigentlich für jeden etwas dabei ist", weiß Halwe aus eigener Erfahrung. Er hofft, Nachahmer zu finden.

Die Generation, die nun in Rente gehe, sei mit Modelleisenbahnen groß geworden. Durch die Leidenschaft für dieses Hobby sei auch der Verein entstanden. Aus den kleinen Modellen wurden schließlich die ganz Großen, und die erfreuen mit ihren historischen Fahrten ganze Generationen.

Arbeiten auf Strecke oder in Werkstatt

Wer mithelfen möchte, muss kein großes Eisenbahn-Wissen mitbringen. Im Grunde wird jeder benötigt - vom Schlosser und Elektriker bis hin zum Büromitarbeiter. Angesprochen sind Männer, und Frauen. Halwe: "Man kann im Alter doch schöne neue Erfahrungen sammeln, sogar noch eine Prüfung für die Schienenfahrzeuge ablegen."

"Wir haben zwei große Bereiche: die Werkstatt und die Strecke mit rund 20 Kilometern", erklärt Eisenbahnfreund Tristan Gurb. Die reguläre Fahrsaison ist nun vorüber, die Gleisbauarbeiten haben nun begonnen. Gestartet wurde in Griedel. Hier fehlen noch 145 neue Schwellen. Das bisherige Gleis wurde daher demontiert, die Altschwellen herausgehoben. Die neuen (Beton-) Schwellen wurden bereits angeliefert und neben das Gleis gelegt. Jetzt folgen das Ausbaggern des Gleisbettes und die Neuverlegung. Bald steht auch die Hauptuntersuchung des Personenwagens an. Gurb selbst ist derzeit mit Instandsetzungen beschäftigt. Zurzeit stehen Schleifarbeiten auf der Tagesordnung. Bereits seit 2011 ist Tristan Gurb bei den Eisenbahnfreunden, seine Ausbildungen zum Dampflokführer und Heizer hat er schon absolviert.

Gut 40 Mitglieder zählt der Verein auf dem Papier. Regelmäßig schauen Helfer in der Lokhalle oder bei den Gleisarbeiten vorbei. Jeden Samstag sind es fünf oder sechs Personen, die mitanpacken. "Der Bedarf an weiteren Helfern ist auf jeden Fall da", sagt Tristan Gurb. Das gilt auch für Fördermitglieder und Geldspenden. Coronabedingt hat auch der Verein viele Einschränkungen hinnehmen müssen. Die Instandhaltung der Fahrzeuge muss aber weiterhin finanziell gestemmt werden. Daher ist auch hier jede Hilfe willkommen.

Wer spenden möchte, kann dies über folgende Konten tun (Kontoinhaber jeweils Eisenbahnfreunde Wetterau): Sparkasse Oberhessen IBAN DE07 5185 0079 0030 0069 92, Volksbank Mittelhessen e.G. IBAN DE17 5139 0000 0081 4720 09.

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