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Angela Dorn Wissenschaftsministerin

Gegen »fake news«

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Bad Nauheim (pm). Der Service-Club Soroptimist International (SI) Bad Nauheim hat zu einer digitalen Diskussion mit der hessischen Wissenschaftsministerin Angela Dorn eingeladen. Fast 70 Interessierte nahmen das Angebot an. Die Idee der Soroptimistinnen war es, gerade in Pandemiezeiten Wissenschaften daraufhin zu befragen, was sie leisten können, um unseriösen Populisten und deren »fake news« entgegenzutreten.

Zunächst referierte Dorn über den gerade verabschiedeten Perspektivplan des Wissenschaftsministeriums und stellte aktuelle Projekte vor. Die neue breite Anerkennung der Wissenschaften, namentlich der Virologie und der pharmazeutischen Forschung, gelte es auszubauen. Gerade das interdisziplinäre Arbeiten sei unerlässlich, um als Grundlage für politische Entscheidungen zu dienen. In einer Gesellschaft, die sich insgesamt im Wandel befinde, die mit immensen Herausforderungen wie Klimakrise, Artensterben, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz konfrontiert sei, nehme die Wissenschaft eine zentrale Rolle ein, um Lösungen zu entwickeln.

Dorn stellte mit dem Hochschulpakt ein Konzept für mehr Bildungsgerechtigkeit und bessere Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs vor. Ihr großes Anliegen: Keinen klugen Kopf verpassen.

Sie kämpfe dafür, interdisziplinäre Forschungscluster zu stärken, sagte Dorn. Krisen seien in Zukunft nur zu bewältigen, wenn Natur- und Geisteswissenschaften zusammenarbeiteten. Nur so sei der allgegenwärtigen Propaganda, dem Halbwissen, den brandgefährlichen »fake news« entgegenzuwirken.

Nach dem etwa halbstündigen Vortrag begann ein lebhafter Meinungsaustausch, moderiert von Anne Wilmers (SI). Im Vorfeld hatten die Soroptimistinnen allen Teilnehmern ein kleines Überraschungspäckchen mit Info-Material, einer Kerze, Tee und Schokolade geschickt. In lockerer Atmosphäre stellte sich Dorn zahlreichen teils recht kontroversen Äußerungen und Fragen aus dem Publikum. Vorangegangene politische Statements wurden mit eigenen Erfahrungen in der Pandemiezeit abgeglichen. Die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation und dazu moderne Formate wie Podcasts oder Science-Slams wurden hervorgehoben. Eltern und Lehrer betonten die Rolle der Wissenschaftsförderung an den Schulen, hier insbesondere in den zukunftsträchtigen MINT-Fächern. Zudem wurde mehr Diversität an den Universitäten gefordert.

Auch unbequeme Meinungen zulassen

Konsens bestand hinsichtlich der abschießenden Bemerkung Dorns, dass man in den großen Krisenthemen unbedingt eine kontroverse Diskussion zulassen und auch unbequeme Meinungen aufs Podium lassen müsse. Es sei aber wichtig, dass Diskussionen auf Fakten beruhen.

Die gastgebenden Soroptimistinnen finden in diese Aussage eines ihrer Prinzipien gespiegelt. Der international tätige Klub setzt sich für die gesellschaftliche Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen ein. Der Klub fördert Mentoringprogramme insbesondere auch für junge Frauen in den Wissenschaften, er steht für Netzwerken und Interdisziplinarität.

Friederike Arning/ARCHIVFOTO: DPA

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