Stefan Zettl vom Rotary Club Bad Nauheim/Friedberg zeichnet Linus Doufrain aus.
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Stefan Zettl vom Rotary Club Bad Nauheim/Friedberg zeichnet Linus Doufrain aus.

»Ganz besonderer Jahrgang«

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Bad Nauheim (pm). An eine Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten im großen Stil - an der Ernst-Ludwig-Schule seit Jahren Tradition - war diesmal angesichts der Corona-Pandemie nicht zu denken. Dennoch wollte man den Abi-Jahrgang, dessen Verbundenheit mit der Schule durch vielfältige Aktivitäten in den vergangenen acht Jahren deutlich geworden war, nicht sang- und klanglos ziehen lassen. So gab es eine zeitlich beschränkte Feierstunde für die einzelnen Tutorengruppen - unter strengsten Hygieneauflagen. Für die erweiterte Schulleitung bedeutete dies erheblichen Mehraufwand, mussten doch innerhalb von zwei Tagen acht Gruppen verabschiedet werden.

Musikvideo statt Chor-Auftritt

Feierlich und stilvoll wurde es trotzdem - dafür hatten Dorothee Hildebrand, Ulrich Drewel und Gerald Mattlener mit ihren Helfern gesorgt, die die Mehrzweckhalle festlich umgestaltet hatten. An verschiedenen Drehorten rund um die Schule und rund um Bad Nauheim hatten die Abiturienten ein beeindruckendes Musikvideo erstellt, das per Beamer gezeigt wurde. Notgedrungen war der traditionelle Abi-Chor in diesem Jahr neue Wege gegangen, da auf Live-Gesang verzichtet werden musste.

Auch die Lehrerrede, gehalten von Andrej Bozic, kam per Videoeinspielung. Er erinnerte sich an gemeinsame Erlebnisse mit den Abiturientinnen und Abiturienten, sprach über den »moralischen Kompass« und die Wichtigkeit von Empathie. Abschließend betrachtete er den künftigen Lebensweg des Jahrgangs, wünschte sich, dass dieser »die Welt ein Stück besser machen« solle.

Die Zeugnisausgabe wurde vorgenommen von Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst, den Tutoren und dem Verein der Freunde, vertreten durch Simone Sostmann und Carolin Pascal, der den Abiturienten das traditionelle Erinnerungsgeschenk überreichte.

Die Schulleiterin sprach von »einem ganz besonderen Jahrgang« - nicht weil es sich um den letzten G8-Jahrgang gehandelt habe und auch nicht wegen Corona, sondern »weil in diesem Jahrgang viele ganz besondere junge Menschen sind, mit denen man ganz einfach gern zu tun hat: vorausdenkend, umsichtig, freundlich, hilfsbereit, beeindruckende Musiker und leistungsstark«. Jung-Hengst thematisierte in ihrer letzten Verabschiedung der Abiturienten - sie wird am Ende des Schuljahres in den Ruhestand versetzt - die bizarre Situation, die viele verunsichere. In diesem Zusammenhang formulierte sie den Begriff »objektive Realität«, die keiner kenne und der wir uns nur annähern könnten. Diese Annäherung könne nur erreicht werden, wenn man offen sei, aufeinander zugehe und sich so oft wie möglich über die subjektiven Eindrücke von Realität austausche.

Die Schulleiterin appellierte an die Abiturienten, sich ihre Offenheit zu erhalten und sich Ziele zu setzen, »denn Sie werden diejenigen sein, die unsere Zukunft mitgestalten«.

Paul Sostmann und Erik Griess hielten die Schülerrede, die auch vorher aufgezeichnet worden war und per Video eingespielt wurde. Sie sprachen über ihr »hochgeliebtes Backsteingebäude« und über die darin geschlossenen Bekanntschaften. Auch den einen oder anderen Lehrer habe man dort lieb gewonnen. Bezugnehmend auf das Abi-Motto »Back to the Twenties« wünschten sich die beiden für ihre Mitabiturienten, dass ihre goldenen Zwanziger noch vor ihnen liegen mögen.

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