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Stephanie Müller (r.) hat gleich elf verschiedene Marmeladensorten im Angebot.

Fruchtiges Geben und Nehmen

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Bad Nauheim(cor). Im Alten Rathaus sind am Samstag fleißig Marmeladen getauscht worden, die zu Hause zubereitet worden waren. Ob Johannisbeer- gegen Holunderblüten-Marmelade, Weinbergpfirsich gegen Apfelpflaume - rege wurden die vielen nach eigenen Rezepten kreierten Sorten probiert und getauscht. Bei der ersten Marmeladen-Tauschbörse unter dem Motto "Tausch mal Marmelade" der Nachbarschaftshilfe Bad Nauheim stand die Marmelade mit all ihren Vorzügen im Mittelpunkt.

"Miteinander - füreinander" lautet das Motto der Nachbarschaftshilfe. Seit Jahren setzt sich der Verein in Bad Nauheim für eine aktive Nachbarschaft ein. Seit Ur-Nachbarschaftszeiten gehöre auch der Marmeladentausch zum Miteinander, wie Vereinsvorsitzender Steffen Hensel erklärte. Doch leider sei dieser in heutigen Zeiten mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Gleichwohl werde viel über Umweltschutz gesprochen. Mit der nun ersten Veranstaltung "Tausch mal Marmelade" solle zugleich ein Zeichen für Foodsharing, den Tausch von Lebensmitteln, gesetzt werden. Allzu oft hat man zu viel Marmelade, die nicht verbraucht wird, weil Abwechslung fehlt. Oder man bekommt selbst gemachte Marmeladen und Aufstriche geschenkt, die man vielleicht nicht mag oder die zu viel sind.

"Das Ganze ist erst einmal ein Probelauf", sagte Hensel. Probieren, tauschen und verschenken, dabei ein Stück weit zum Nachdenken anregen, alles ohne kommerziellen Handel.

Füreinander da sein

Den ersten Marmeladentausch in der Stadt nutzten viele Bürger aber auch zu einem persönlichen Austausch und dafür, mehr über die kreativen Ideen anderer zu erfahren. "Früchte grob halbieren und im Topf aufkochen", lautete ein Ratschlag von Stephanie Müller. "Nach zwölf Stunden kann man dann den klaren Saft zu Gelee verarbeiten." Die Marmeladenkennerin und ihre Mutter hatten elf Sorten zur Tauschbörse mitgebracht. An ihrem Stand durfte auch nach Herzenslust probiert werden. "Alles hinterm Haus geerntet" hat auch Hartmut Reiber. Für die Tauschaktion hat er unter anderem Apfel-Holunderblüten-Sirup und Quittengelee dabei.

Seit zwei Jahren arbeitet der Bad Nauheimer im Team der Nachbarschaftshilfe mit. Eine helfende Hand beim Einkauf oder das Wechseln der Glühbirne - die Aufgabenfelder der Nachbarschaftshilfe können ganz unterschiedlich sein. Jährlich vermittelt der Verein zwischen 1400 und 1800 Stunden Hilfeleistungen. Die Nachbarschaftshilfe ist aber kein Dienstleistungsanbieter, sondern lebt von der ehrenamtlichen Arbeit. Um ein möglichst breites Spektrum an Diensten anbieten zu können, werden stets Mitglieder gesucht, die aktiv mitarbeiten und anderen Mitgliedern helfen oder selbst Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Spenden sind ebenfalls willkommen.

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