Fröhliche Kinder, die sich geborgen fühlen

Bad Nauheim (mor). Seit 40 Jahren ist die evangelische Kindertagesstätte Lee Boulevard eine feste Adresse, wenn es um kompetente Kinderbetreuung geht. Anlässlich ihres Jubiläums feierte das Team um Leiterin Angela Bartel-Hepp am Donnerstagabend mit Vertretern des evangelischen Kindergartenvereins Bad Nauheim und einer Reihe von Gästen aus Politik und Bildungswesen.

Bad Nauheim (mor). Seit 40 Jahren ist die evangelische Kindertagesstätte Lee Boulevard eine feste Adresse, wenn es um kompetente Kinderbetreuung geht. Anlässlich ihres Jubiläums feierte das Team um Leiterin Angela Bartel-Hepp am Donnerstagabend mit Vertretern des evangelischen Kindergartenvereins Bad Nauheim und einer Reihe von Gästen aus Politik und Bildungswesen. Eine Foto-Ausstellung dokumentierte die Entwicklung der Betreuungseinrichtung.

Am 6. März 1969 öffnete die Kita Lee Boulevard in Trägerschaft des evangelischen Kindergartenvereins ihre Türen für kleine Leute: Schon bald betreute das Erzieherinnenteam mit der damaligen Leiterin Elfriede Meisinger 96 Jungs und Mädchen in vier altersgetrennten Gruppen. 1988 kam das erste Integrationskind (ein behindertes oder von Behinderung bedrohtes Kind) hinzu. Vom Konzept der altersspezifischen Gruppen rückte die Kita 1994 ab, nachdem Angela Bartel-Hepp drei Jahre zuvor das Ruder übernommen hatte.

Besonders stolz sind die Erzieherinnen auf die Umstrukturierung des Jahres 2005: Seither haben die kleinen Kita-Besucher täglich in vier verschiedenen Themenräumen ihren Spaß. Sie malen, spielen mit Bauklötzchen und Bauernhoftieren, vergnügen sich mit Gesellschaftsspielen oder verkleiden sich. Für jede Freizeitaktivität gibt es einen eigenen Raum. Hinzu kommen Sport und Spiel im Turnraum. Außerdem auf dem Programm: Lesepaten, Projekte und Ausflüge für die künftigen Grundschüler, die "Regenbogenkinder", und Musikunterricht.

85 Kinder, neun Erzieherinnen

Auch im Feiern sind die Kleinen groß: Sommerfest, Apfelfest, Adventsbrunch und viele weitere Feste steigen das ganze Jahr über. Obwohl schon seit 2005 Kinder unter drei Jahren die Kita Lee Boulevard besuchen, bekamen die Kleinsten der Kleinen erst im August letzten Jahres eine eigene Gruppe.

Die momentan 85 Kinder - je nach Stammgruppe "Tiger", "Maulwürfe", "Igel" und "Minimäuse" - werden von neun Erzieherinnen umsorgt, derzeit ist mit Fabian Reinke (freiwilliges soziales Jahr) auch ein Mann mit von der Partie.

"Uns alle vereint, dass wir eine fröhliche Umgebung schaffen wollen, in der Kinder sich geborgen fühlen", betonte Leiterin Bartel-Hepp in ihrer Begrüßungsrede das gemeinsame Ziel von evangelischen Kindergartenverein, Stadt und Einrichtung. Damit das auch in Zukunft so bleibt, regnete es Geschenke: Der evangelische Kindergartenverein mit seinem Vorsitzenden Pfarrer Dr. Ulrich Becke und Geschäftsführer Karlheinz Hilgert wird die Kinder mit zwei Stufenrecken beglücken, die Stadt sponserte den neuen Fußboden im Foyer, und die Elternschaft wartete mit 2000 Euro für eine Gymnastikwand inklusive Klettergerüst auf. Auch das Dekanat Wetterau, Pfarrer im Ruhestand Dieter Ruhland und Jörg Krämer vom Verein Lichtblick hatten (Geld-)Geschenke im Gepäck. Im Vorfeld hatten 44 Geschäfte und Institutionen die Preise für die Tombola bei der internen Geburtstagsfeier am Freitag gestellt.

Dass es Kindern nicht immer so gut gegangen sei wie in diesen Tagen, erörterte Pfarrer Becke in seiner Festrede: Die "Schwarze Pädagogik" Daniel Gottlob Moritz Schrebers, die vorsah, Kinder zu fesseln und ihren Willen frühstmöglich zu brechen, stellte er dem Bildungsprotestantismus Martin Luthers gegenüber, der Bildungsfreiheit für alle Kinder sowie deren Erziehung zu verantwortungsvollen Erwachsenen propagiert habe. Den Wert der Erziehungsarbeit brachte Karlheinz Hilgert mit einem Zitat des früheren britischen Premiers Winston Churchills auf den Punkt: "Es ist leichter einen Staat zu regieren, als vier Kinder zu erziehen."

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