Freie Wähler sind "fassungslos"

  • Bernd Klühs
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Bad Nauheim(bk/pm). Die Trinkkuranlage wird zur Übergangslösung für die städtische Spielstätte und das Theater Alte Feuerwache (TAF). Das hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Freien Wähler hatten einen Ergänzungsantrag gestellt. Inhalt: Alle kulturschaffenden Vereine sollen sich an Planung und Betrieb der neuen Spielstätte beteiligen können. Das wurde von den übrigen Fraktionen abgelehnt. Diese Entscheidung macht die FW/UWG "fassungslos", wie Fraktionschef Markus Theis sagt.

Bisher sei nur mit dem TAF darüber gesprochen worden, ob die Trinkkuranlage für deren Zwecke geeignet ist und wie die Ausstattung aussehen solle. Das lasse einen sehr faden Eindruck zurück. "Die Trinkkuranlage, die für 500 000 Euro zu einer Spielstätte umgebaut wird, kann doch nicht ernsthaft vorwiegend mit nur einem Verein geplant und betrieben werden", betont Theis. Bei aller Wertschätzung für die großartige Arbeit und das hohe Engagement der TAF-Akteure, könne die Stadt nicht andere Interessenten außen vor lassen.

Klares UWG-Nein zu Theater-Neubau

Der zuständige Dezernent Peter Krank habe vor der Abstimmung davon gesprochen, dass die Übergangsspielstätte allen Vereinen offenstehe. Trotzdem hätten alle anderen Parteien "dieser Einladung an alle anderen Vereine widersprochen, was einer Ausgrenzung gleichkommt".

Dass die anderen Fraktionen an dem "absolut utopischen Beschluss" festhielten, für über 3 Millionen Euro im Sprudelhof ein neues Theater zu bauen, das zwischen zwei Badehäusern eingekesselt sei, und die Stadtbücherei ins Badehaus 3 umziehen zu lassen, überrascht die Freien Wähler nicht. Offenbar wollten sich diese Partien nicht eingestehen, damit in einer Sackgasse gelandet zu sein.

Die Bürger wollten ihre Stadtbücherei am jetzigen Standort behalten. Zudem liefen die Kosten für das beschlossene Kulturzentrum im Sprudelhof aus dem Ruder. Eine konkrete Planung gebe es nicht. Theis: "Die Belebung des Sprudelhofs wird durch das Jugendstilzentrum erreicht. Um dem Jugendstilverein Planungs- und Investitionssicherheit zu geben, muss ihm ein dauerhafter Verbleib im Badehaus 3 zugesichert werden."

Es gehe nicht darum, ob die Stadt in einigen Jahren wieder genug Geld für ein neues Theater habe, sondern um die Frage, ob es sich um eine sinnvolle Investition handele. Die Trinkkuranlage ist nach Ansicht des Fraktionschefs eine sehr gute endgültige Lösung.

Die FW/UWG sei von Anfang an als einzige Fraktion klar gegen die Idee für das Kulturzentrum im Sprudelhof gewesen. 22 Monate nach dem Beschluss gebe es keinerlei Informationen zur Umsetzung. Auch den Initiatoren sei inzwischen klar, dass die Stadt sich nicht auf ein solches Abenteuer einlassen sollte. Schließlich habe man bezüglich der Badehäuser 2 und 5 erfahren, wie wenig verlässlich die Zusammenarbeit mit dem Land sei.

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