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Frauen malen - und wie!

  • VonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). Frauen in der Kunst waren und sind nicht nur Objekte für berühmte Maler. Sie widmeten sich selbst schon früh der Kunst in Bild, Wort und Musik - oft allerdings im Verborgenen und ohne die gebührende Anerkennung. In der Ausstellung »Women Art Now« im Rahmen des Wetterauer Frauensommers traten 19 Künstlerinnen mit ihrem Schaffen nun ganz in den Vordergrund.

Es waren zwei Tage voller Inspiration und Bewegung.

»Da kommt nachher ein Wald heraus«, sagt Elvira Heimann und kratzt ein wenig auf der siebten Schicht Acrylfarbe. Noch sieht das Bild sehr abstrakt aus, das sie vor den Ausstellungsräumen des Kunstvereins in der Trinkkuranlage bearbeitet. Sie erklärt den Umstehenden die aufwendige Rakeltechnik, bei der Farbe Schicht um Schicht mit dem Spachtel aufgetragen wird und später helle Lichtpunkte freigekratzt werden. Sie ist eine der Frauen, die entweder als Hobbykünstlerinnen oder in freier Profession im Kunstverein Bad Nauheim Mitglied sind. »Ich wollte die Vielfalt und das enorme Potenzial zeigen, das bei uns vorhanden ist«, erklärt Kuratorin Karin Merchel.

Tai-Chi, Musik und Malerei

Drei Schwerpunkte in Werk und Begleitprogramm hat Merchel den Räumen zugeordnet: Bewegung in der Rotunde, Ruhe im Saal und Aktion draußen. Dort fanden Tai-Chi-Vorführungen zur Violinmusik mit Claudia Drechsler statt und Harfenklänge begleiteten die Freiluftmalerinnen. Im Saal hatte Frauke pur am Samstagabend zu frechen Versen aus eigener Feder, untermalt mit schwungvoller Gitarrenmusik, eingeladen. Außerdem stellte Katharina Ram- beaud Episoden aus ihrem Buch »Es ist super, Mutter zu sein« vor.

Vera Stein bot in der Rotunde einen Workshop »Goldene Grafik« an, passend zu den besonders edel wirkenden Stillleben.

Dort sitzt auch versunken Silke Trunk und zeichnet mit Bleistift an einem Frauenkopf: »Mit Bleistift kann ich auf ästhetische Weise Aussagen treffen, die einen dunklen Hintergrund haben«, erklärt sie. Ihre erzählenden Zeichnungen greifen Themen auf wie Gewalt gegen Frauen, Missbrauch oder Magersucht. Manchmal setzt sie nur eine einzige Farbe ein und erzielt damit eine einprägende Wirkung. Karin Jackwerths Textilbilder haben überwiegend lokalen Bezug. Als Stoffcollage stellt sie die Kirschblüte um Ockstadt dar, den Kurpark oder den Flugplatz. Frauke Ahlers zeigte ihre Engelbilder und ihre abstrakten Bilder, die mit dazu konzipierten Texten in Zwiesprache treten. Marion Eller präsentierte nicht nur ihr Werk »Kreuzweg«, sondern brachte dazu Gedichte und Aphorismen mit. Drei farbstarke Werke mit einzigartigen Szenerien erläuterte Franziska Kuo den Interessierten.

Einnahmen für Kulturarbeit

Man konnte sich über Heilrunen und kosmische Steine von Lisa Melcher informieren, Keramikskulpturen von Juliane Kasprzik bewundern, das Video über Goethe und Lotte in Wetzlar von Ria Gerth anschauen. »Digital Fine Art« nennt Ilona Surrey ihre neuesten Fotoarbeiten. Für Katzenliebhaberinnen sind die bunten Bilder mit Frauen und ihren Katzen von Gudrun Anlauft ein Schauparadies. Maia Ti hatte in zarten Strichen nicht nur Modezeichnungen ausgelegt, sondern auch die Einladungskarte gezeichnet. Patrizia Zewe war mit drei mahnenden Umweltbildern dabei. Eine besondere Idee hatte Ingrid Schmidt-Schwabe für alle Blumenfreunde. Sie bot ihre großformatigen Blumenmotive gegen Spende zum Erwerb an: »Die Einnahmen kommen dem Freiwilligenzentrum zugute und dort wiede-rum der Kulturarbeit.«

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