Freude über die Eröffnung des Greifvogelparks (v. l.): Stefan Zwätz, Bürgermeister Klaus Kreß mit Schleiereule Seppl, Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow, Ideengeber Bernd Witzel und Erster Stadtrat Peter Krank.
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Freude über die Eröffnung des Greifvogelparks (v. l.): Stefan Zwätz, Bürgermeister Klaus Kreß mit Schleiereule Seppl, Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow, Ideengeber Bernd Witzel und Erster Stadtrat Peter Krank.

Greifvogelpark

Bad Nauheim hat eine neue Attraktion: Nicht nur für Vogelfreunde ist sie einen Besuch wert

  • VonHanna von Prosch
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„Ihr macht der Stadt ein wunderbares Geschenk“, bedankte sich Bürgermeister Klaus Kreß bei den Greifvogelfreunden Bad Nauheim. Am Samstag wurde die Anlage eröffnet.

Bad Nauheim – Zehn Jahre waren es von der Idee bis zu Fertigstellung. Das heißt: Zehn Jahre Durchhaltevermögen gegen alle Widerstände, viele Diskussionen, Überzeugungsarbeit und vor allem fast zwei Jahre harte Arbeit mit gut 8000 Arbeitsstunden. »Das ist mehr als Vereinsehrenamt und Hobby, das ist wahres Herzblut«, würdigte Kreß das Engagement der Helferinnen und Helfer, vor allem aber der drei einsatzstarken Motoren Stefan Zwätz, Ernst Marschek und Stefanie Friedemann. Im Winter wie im Sommer, in jeder freien Minute, haben sie mit Fachwissen und Körpereinsatz diesen Park geschaffen und werden ihn auch betreuen.

Der Impuls kam bei der Landesgartenschau 2010. Der damalige Bürgermeister Bernd Witzel erinnert sich: »Ich hatte bei den Vorführungen gesehen, wie fasziniert die Kinder von den Vögeln waren. Da gab ich den Greifvogelfreunden das Versprechen, mich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass in Bad Nauheim ein Greifvogelpark entsteht.«

Greifvogelpark in Bad Nauheim: Freiraumkonzept soll gute Lösung für alle Seiten sein

In der Amtszeit von Armin Häuser wurde der Gedanke aber nicht weiterverfolgt. Erst 2017 kam Klaus Kreß auf Witzels Anregung zurück. Der Greifvogelpark musste auf Dauer angelegt sein und auf professionellen Füßen stehen. So gründeten die Greifvogelfreunde einen gemeinnützigen Verein. Das Bauvorhaben wurde mit Naturschutzbehörde, Veterinäramt und Denkmalpflege abgestimmt, der Goldsteinpark steht unter Denkmalschutz.

Magistrat und Bauausschuss gaben grünes Licht, alles schien in trockenen Tüchern. Doch die Stadtverordneten entschieden sich dagegen, weil ein Skaterpark im Goldstein ins Gespräch kam und Interessenkonflikte vermutet wurden. »Gott sei Dank war das dann nach einem Jahr mangels tragender Finanzierung und Betriebskonzept vom Tisch«, sagt Kreß.

Nach vielen Diskussionen konnte er das Stadtparlament von dem Vorhaben überzeugen. Das stärkste Argument für den mehrheitlich gefassten Beschluss sei der Verein selbst gewesen, der über so lange Zeit bei der Stange blieb und die Bevölkerung hinter sich hatte, sagte Kreß. »Mit dem Freiraumkonzept haben wir eine Lösung, bei der Jugend und Greifvogelfreunde gut miteinander leben können.«

Greifvogelpark Bad Nauheim: Eine Oase zum Flanieren

Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow bestätigte anerkennend: »Hier ist ein Park entstanden, den man so nicht vermutet: eine Oase zum Wohlfühlen, Ausruhen, Flanieren, Freunde treffen und ein Lernort. Das ist eine Bereicherung für unsere Stadt und unsere Gäste.« Steffen Schneider vom Kur- und Servicebetrieb, der mit allem, was das Gelände betraf, schon lange eingebunden war, lobte die Zusammenarbeit mit dem Verein. Er hat den Greifvogelpark bereits in die touristischen Print- und Onlinemedien aufgenommen.

Die Stadt hat dem Verein das Gelände in einem Vertrag kostenfrei überlassen, die Stadtwerke haben mit den vorläufigen Toilettenhäuschen für Strom- und Wasseranschlüsse gesorgt. Demnächst soll dort eine ordentliche Toilettenanlage entstehen. Außerdem wird eine Treppe zum Parkplatz angelegt. Ein barrierefreier Zugang ist bereits vorhanden. »Wenn wir als Stadt das hätten selbst aufbringen müssen, was die Greifvogelfreunde in Eigenarbeit geleistet und über Sponsoren und Spenden investiert haben, wäre es ein sechsstelliger Betrag geworden«, resümierte Kreß dankbar.

Greifvogelpark in Bad Nauheim: Das sind die Besuchszeiten

Wegen der Corona-Bestimmungen hat der Verein die Eröffnung des Greifvogelparks im Goldstein auf mehrere Termine verteilt. Ab Sonntag, 10. Oktober, und danach täglich ist er zwischen 11 und 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Hunde müssen draußen bleiben. Die Öffnungszeiten im Herbst und Winter werden der Jahreszeit angepasst. Der Eintritt ist frei. Mitgliedschaften und Spenden sind gerne gesehen. Schulen und Kindergärten sowie Erwachsenengruppen müssen ihren Besuch vorher anmelden. Es sind immer Falkner und Mitarbeiter/-innen des Vereins vor Ort, die kleine Führungen machen und Fragen beantworten. Der geplante Bestand von bis zu 20 Greifvögeln unterschiedlicher Art und Herkunft ist im Aufbau. Vom kleinen Turmfalken bis zum imposanten Wüstenadler und der sibirischen Uhudame sind zurzeit sieben Vögel zu sehen. Mehr Infos unter www.greifvogelfreunde-bad-nauheim.de.

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