Fink: Straße nach Eberhard Dodt benennen

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Bad Nauheim(pm). Lokalhistoriker Martin Fink setzt sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Klaus Kreß dafür ein, eine Straße in Bad Nauheim nach Prof. Eberhard Dodt zu benennen. Der 1994 verstorbene Wissenschaftler war Direktor des Max-Planck-Instituts für Physiologische und Klinische Forschung in Bad Nauheim. Fink verweist auf "weitere Bürger", die ebenfalls einen entsprechenden Straßennamen wünschten.

Der Historiker geht auch auf die Diskussion um die in Bad Nauheim bereits bestehende Straße "Lee Boulevard" ein. Wie die WZ berichtete, war das Thema in der Kommunalpolitik aufgekommen.

Vorwurf der Einfallslosigkeit

Hintergrund: General Robert E. Lee stand im US-Bürgerkrieg aufseiten der Südstaaten und war Verfechter der Sklaverei und selbst Sklavenhalter. Ein Antrag auf Umbenennung dieser Straße scheiterte im Stadtparlament.

Nun schreibt Fink: "Die offensichtliche Angst, bei der Namensauswahl Probleme zu bekommen (z. B. Rudolf Thauer oder Robert E. Lee) hat dazu geführt, dass nur noch sehr schablonenhaft, nichtssagend und einfallslos Namen vergeben werden."

International anerkannte Bad Nauheimer Wissenschaftler seien im Straßenbild unterrepräsentiert. Dabei stünde es Finks Ansicht nach "der gerne als Wissenschaftsstadt bezeichneten Stadt Bad Nauheim gut an, aus diesem Bereich an weitere Persönlichkeiten auf Straßenschildern zu erinnern".

Weiter heißt es in dem offenen Brief an Kreß: "Prof. Eberhard Dodt ist ein renommierter Wissenschaftler, der durch seine Arbeiten und als einer der Direktoren des früheren Kerckhoff-Instituts zum guten Ruf von Bad Nauheim beigetragen hat." Durch die jährliche Vergabe des Eberhard-Dodt-Preises motiviere er noch heute, über 25 Jahre nach seinem Tod, junge Wissenschaftler auf der ganzen Welt, sich mit seinem Thema "Funktionsdiagnostik des Sehsystems" zu beschäftigen.

Prof. Eberhard Dodt wurde für seine wissenschaftliche Leistung mehrfach ausgezeichnet, erhielt 1980 den Ernst-Jung-Preis und war Mitglied der Wissenschaftsorganisation Leopoldina. Beispielhaft ist und bleibt die Förderung junger Nachwuchswissenschaftler, von denen viele inzwischen selbst hochrangige Wissenschaftler in vielen Ländern geworden sind und nun den Eberhard-Dodt-Fonds finanziell mittragen.

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