Der Amphibien-"Pool" ist wieder gefüllt. Darüber freuen sich (v. l.) Bürgermeister Klaus Kreß, Stadtbrandinspektor Ronald Neumann, Umweltschutzbeauftragter Rudi Nein und der stellvertretende Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler.	FOTO: PV
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Der Amphibien-»Pool« ist wieder gefüllt. Darüber freuen sich (v. l.) Bürgermeister Klaus Kreß, Stadtbrandinspektor Ronald Neumann, Umweltschutzbeauftragter Rudi Nein und der stellvertretende Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler. FOTO: PV

Feuerwehr als Amphibien-Retter

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Bad Nauheim (pm). Die Trockenheit der letzten Jahre hat ihre Spuren auch in der ehemaligen Kiesgrube zwischen Steinfurth und Nieder-Mörlen hinterlassen. Im artenreichen Feucht- und Trockenbiotop fühlen sich neben zahlreichen Echsen-, Insekten- und Vogelarten auch Amphibien wohl. Teiche und Tümpel, die vor einigen Jahren im Rahmen der Rekultivierung angelegt wurden, sind deren Lebensraum.

Jetzt stand der größte Teich kurz vor der Austrocknung, Molche, Kröten und Kaulquappen drohten zu verenden. Während der aktuell andauernden Renaturierung des Areals fiel dem Betreiber, der Kieswerk Nieder-Mörlen GmbH, das Problem auf. Die Mitarbeiter setzten sich deshalb mit dem Regierungspräsidium Darmstadt in Verbindung, das sich wiederum an den ehrenamtlichen Bad Nauheimer Umweltschutzbeauftragten Rudi Nein wandte. Nein setzte sofort alle Hebel in Bewegung. Nach einem Telefonat mit der Feuerwehr war eine praktikable Lösung gefunden. Die Brandschützer erklärten sich bereit, den Teich mit Wasser zu füllen.

Am Donnerstag und Freitag rückte ein Tanklöschfahrzeug an, 30 000 Liter Wasser sprudelten in den fast leeren Teich. Damit ist ein Überleben der Tiere für die nächsten Wochen gesichert. Künftig wird die Kieswerk Nieder-Mörlen GmbH über einen vorhandenen Brunnen für Wassernachschub sorgen. Bisher konnte der Brunnen nicht genutzt werden, da Genehmigung und Stromversorgung fehlten.

Unkompliziert und schnell gehandelt

Bürgermeister Klaus Kreß zeigt sich dankbar für das Engagement des Umweltschutzbeauftragten und der Feuerwehr: »Durch das schnelle und unkomplizierte Handeln haben wir Hunderten Erd- und Wechselkröten, Fröschen und anderen Amphibien das Leben gerettet. Diese Tiere trocknen bereits nach 30 Minuten direkter Sonneneinstrahlung aus.« In diesen Tagen sei eine solche Aktion keine Selbstverständlichkeit.

Die Feuerwehr achte genau darauf, einsatzfähig zu bleiben. Nicht nur zum Schutz der Bad Nauheimer Bevölkerung, auch um den Dienstbetrieb in anderen Wetterauer Kommunen nicht zu gefährden. Da die Atemschutzwerkstatt von 24 Städten und Gemeinden in Bad Nauheim angesiedelt ist, hätte eine Ansteckung der hiesigen hauptamtlichen Brandschützer mit dem Coronavirus weitreichende Folgen für den gesamten Landkreis. Der Betrieb der Atemschutzwerkstatt könnte nicht aufrechterhalten werden. Die zur Reinigung und Wartung angelieferten Geräte könnten nicht mehr bearbeitet und die Kommunen damit versorgt werden.

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