FDP-Ortsverbandsvorsitzende Catherina Arlt (l.), Fraktionschef Benjamin Pizarro und Stadträtin Sigrid Bourdin (r.) begrüßen Petra Michel als neues Fraktionsmitglied. FOTO: PV
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FDP-Ortsverbandsvorsitzende Catherina Arlt (l.), Fraktionschef Benjamin Pizarro und Stadträtin Sigrid Bourdin (r.) begrüßen Petra Michel als neues Fraktionsmitglied. FOTO: PV

Nach CDU-Austritt

FDP-Fraktion Bad Nauheim neue politische Heimat von Petra Michel

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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FDP- statt CDU-Fraktion: Die langjährige Stadtverordnete Petra Michel hat einen Wechsel vollzogen. Mitglied der Freidemokraten wird sie vorerst nicht, bleibt aber im Sozialausschuss aktiv.

Die Bad Nauheimer Stadtverordnete Petra Michel, die sich nach 38-jähriger Mitgliedschaft im Streit von der CDU getrennt hatte (die WZ berichtete), hat eine neue politische Heimat gefunden. Die frühere Sozialausschuss-Vorsitzende wird künftig in der FDP-Fraktion mitarbeiten. "Wir gewinnen eine erfahrene und in Bad Nauheim ebenso bekannte wie beliebte Kommunalpolitikerin hinzu. Wir versprechen uns eine fruchtbare und konstruktive Zusammenarbeit", sagt Fraktionschef Benjamin Pizarro.

Der Wechsel Michels, die dem Parlament seit 1997 angehört, hat weitreichende Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen. Die Liberalen (sieben Stadtverordnetenmandate) gewinnen einen Sitz in allen vier Ausschüssen hinzu und haben jetzt jeweils zwei, während die CDU (elf Stadtverordnetenmandate) einen Ausschuss-Sitz abgeben muss und ebenfalls nur noch über jeweils zwei verfügt. Aufgrund der neuen Situation wurde die Sozialausschuss-Sitzung am Dienstagabend nach wenigen Minuten abgebrochen. Dort sollte eigentlich die Nachfolgerin Michels als Ausschuss-Vorsitzende gewählt werden. Abgesagt wurde die Zusammenkunft des Ausschusses für Sport und Kultur, zu der es heute Abend kommen sollte.

Michel bleibt vorerst parteilos

Nach Auskunft von Michael Knorr, Fachdienstleiter allgemeine Verwaltung im Rathaus, können FDP und CDU nach dem Benennungsverfahren entscheiden, wer in die Ausschüsse einzieht oder die Gremien verlassen muss. "Unklar ist noch, ob in allen vier Ausschüssen neue Vorsitzende gewählt werden müssen", sagt Knorr.

Laut Pizarro soll Michel auf jeden Fall weiter im Sozialausschuss mitarbeiten. Wer die anderen neuen Sitze der FDP übernimmt, will die Fraktion am Montag entscheiden. Pizarro: "Ich gehe davon aus, dass die übrigen Ausschuss-Vorsitzenden im Amt bleiben."

Die Freidemokraten hätten der ehemaligen CDU-Stadtverordneten eine Basis für eine geordnete parlamentarische Arbeit bieten wollen. "Unser Fraktion hat sich spontan entschlossen, ihr eine unverbindliche Zusammenarbeit bis zu den Kommunalwahlen im März anzubieten und sind auf sie zugegangen", erläutert der Fraktionschef. Michel sei als ehrlich, gradlinig und verlässlich bekannt - Werte, auf die es in der Politik ankomme. Sie scheue sich nicht, klar ihre Meinung zu äußern und auch mal anzuecken. Das sei kein Problem: "Die FDP-Fraktion ist als diskussionsfreudig und aufgeschlossen bekannt."

Verlust des Vorsitzes hat weh getan

Petra Michel sei nicht in die FDP eingetreten, wofür Pizarro Verständnis zeigt. Ob die Stadtverordnete auf der FDP-Kandidatenliste für die Wahl auftauchen werde, sei offen. "Unser Ortsverband nominiert in der Regel keine parteilosen Bewerber für vordere Listenplätze", betont der FDP-Fraktionsvorsitzende.

Petra Michel ist nach ihrem CDU-Austritt nicht selbst auf die Suche gegangen. "Einige Fraktionen sind auf mich zugekommen, die Gespräche mit der FDP sind sehr, sehr angenehm verlaufen", sagt die Stadtverordnete. Es gehe nicht nur um politische Überzeugungen, auch das Menschliche sei ganz wichtig. Ob sie wieder einer Partei beitreten will, hat Michel noch nicht entschieden. Froh ist sie, weiter im Sozialausschuss mitarbeiten zu können, auch wenn sie den Vorsitz nach 20 Jahren habe abgegeben müssen. "Das hat weh getan, diese Funktion und die vielen Kontakte haben mir sehr am Herzen gelegen."

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