Fast ein Drittel weniger Übernachtungen

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Bad Nauheim (pm). Auch den Tourismus in Bad Nauheim hat die Pandemie fest im Griff. Dies belegen die Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts zu den Gästeankünften und Übernachtungen in der Gesundheitsstadt für 2020. Darauf verweist die Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH (BNST) in einer Pressemitteilung. Mit 509 341 Übernachtungen gab es einen Rückgang um rund 29 Prozent, bei den Ankünften sanken die Zahlen um etwa 47 Prozent auf 54 726 Gäste.

Für 2019 hatte Bad Nauheim ein Rekordjahr mit erstmals über 100 000 Gästeankünften vermeldet. Die Kurstadt, mit Abstand das beliebteste Reiseziel im Wetteraukreis, konnte auf stabile Gästezahlen aus den Vorjahren zurückblicken. Zu Jahresbeginn 2020 deutete sich ein weiteres Rekordjahr an, da für die Übernachtungen in den ersten beiden Monaten ein Plus von 1,1 Prozent verzeichnet werden konnte.

Auch positiver Blick nach vorne

Mit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland und dem ersten Lockdown von Mitte März bis Mitte Mai mussten die Beherbergungsbetriebe für touristische Übernachtungen schließen. Eine erneute Schließung folgte in den Monaten November und Dezember durch den zweiten Lockdown. Die noch erlaubten berufsbedingten Reisen wurden von den Geschäftsreisenden auf ein Minimum reduziert. Im Vergleich von allen Heilbädern und Kurorten in Hessen sei Bad Nauheim noch vergleichsweise gut davongekommen, schreibt die BNST. »Hier lag der Rückgang bei den Übernachtungen bei minus 36 Prozent, in gesamt Hessen sogar bei minus 48 Prozent.« Die 36 Prozent beziehen sich auf alle hessischen Heilbäder und Kurorte. Der geringere Rückgang in Bad Nauheim sei vor allem auf die Rehabilitationskliniken zurückzuführen. »Nichtsdestotrotz konnte ein Großteil der Umsätze vor Ort nicht generiert werden. Der Tourismus als Querschnittsbranche hat Auswirkungen auf weitere wirtschaftliche Bereiche wie z. B. Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister und Handwerksbetriebe. Aus einer Studie des Deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) von 2016 wissen wir, dass durch den Tourismus in Bad Nauheim 158,1 Mio. Euro im Jahr Umsatz vor Ort generiert werden«, erläutert BNST-Geschäftsführerin Kerstin Schneekloth. »Durch die Corona-Pandemie ergab sich alleine dadurch ein hoher Verlust. Abhängig von den touristischen Umsätzen sind in Bad Nauheim laut der Studie 3210 Personen in Vollzeit.«

Bürgermeister Klaus Kreß stellt fest: »Erfreulich finde ich in dieser schweren Zeit die vielen guten Ideen und Investitionen, die in unserer Stadt entstanden sind bzw. getätigt wurden und Mut für den Neustart geben.« Einen Ausblick auf einen sich sicherlich wandelnden Gesundheitstourismus gibt Steffen Schneider, Leiter des Kur- und Servicebetriebs: »Mit dem Bau der Therme haben wir in naher Zukunft wieder ein attraktives Angebot, um gerade auch im touristischen Bereich neue Gästegruppen gewinnen zu können. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Faktor mit Blick auf Übernachtungen und den dadurch auslösenden Umsatz vor Ort.« Ein weiteres positives Signal ist laut Schneider die Aufnahme der ambulanten und stationären Vorsorgeleistungen in den Heilbädern und Kurorten ab voraussichtlich diesem Sommer in die Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

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