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Familienspaß zum Ferienbeginn

  • VonInge Schneider
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Bad Nauheim (im). Das einzige, was fehlt, ist der Wind - ansonsten wartet ein perfekter, goldener Oktobersonntag auf die vielen kleinen und großen Besucher des Bad Nauheimer Drachenfestes. Seit dem Vormittag strömen sie auf die Wiesen der Talaue zwischen dem südlichen Stadtrand und der Friedberger Burg, die mit der ganzen Würde ihres Alters auf das bunte Gewusel zu ihren Füßen herabblickt:

Eltern und Kinder flitzen übers Gras und versuchen, den prächtigen Adlern, Schmetterlingen und Fabeltieren Höhe abzugewinnen. Die Erwachsenen legen letzte Hand an die Drachen der Kleinen, justieren Gestänge und farbige Schleifchen nach. Am Stand des Bad Nauheimer Familienbüros kann man sich auf die Schnelle noch einen Drachen basteln. Und die Augen der Kinder leuchten. »Das ist die Hauptsache«, sagt Diana Friedrich vom Familienbüro. »Dieses Familienereignis gehört zu Bad Nauheim wie die Kerb eine Woche vorher - wie schön, dass es diesmal die Herbstferien einläutet«, sagt sie. Die Kerb musste in diesem Jahr coronabedingt erneut ausfallen, das Drachenfest nicht.

Picknick statt Verpflegungsstände

Friedrich vergisst nicht, die Mithilfe des Teams der Bad Nauheimer Familien-, Kinder- und Jugendarbeit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen zu erwähnen. »Ohne die gegenseitige Unterstützung wäre der Andrang nicht zu bewältigen, schon gar nicht coronagerecht«, unterstreicht Friedrich und weist auf den Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nauheim im Hintergrund. »Auch für diese Hilfe sind wir sehr dankbar. Natürlich ist der Rahmen pandemiebedingt kleiner, auch konnten sonst noch mehr Vereine mitarbeiten. Wir hoffen alle sehr, dass wir 2022 die Pandemie im Griff haben und das Drachenfest wieder seine gewohnten Dimensionen erreicht. Aber das hier ist ein Traumtag, einfach zum Freuen!«

Tatsächlich fällt es kaum auf, dass nach Maßgabe des städtischen Fachbereichs für Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport keine Verpflegungsstände aufgebaut sind. Picknick ist erlaubt, und so werden allerorten Decken entrollt, Klappstühle für die Großeltern aufgestellt, Körbe geöffnet.

Auch Profis sind angereist

Derweil umrunden Felicia und Marie ihre Familien und fliegen dabei fast schneller dahin als ihre bunten Freunde am Himmel. Papa Markus erklärt Söhnchen Philipp geduldig, wann er das Fluggerät loslassen muss - dann klappt es und der Drache erhebt sich in die Luft.

Tatsächlich kommt leichter Wind auf. Natürlich viel zu wenig für die Profis Jens Schneider aus Groß-Zimmern und Benedict Zilker, der vom Bodensee angereist ist. Die beiden Drachenpiloten gehören der Vierleiner-Lenkdrachenszene an, investieren viel Zeit, Geld und Know-how in ihr Hobby, können ihre Flugkörper auch bei stürmischen Winden und auf Segelflugplätzen sogar bis zu einer Höhe von 300 Metern steigen lassen. Ihre Traumlandschaft ist demgemäß die Küste. »Aber auch das Bad Nauheimer Drachenfest ist ein Glanzlicht, wir sind so froh, überhaupt wieder zusammenzukommen«, sagen Schneider und Zilker. »Wenn heute kein Flug stattfindet, dann fachsimpeln und relaxen wir einfach in der Sonne.«

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