Falsche Wasserwerker bestehlen Seniorin

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Bad Nauheim (pob). Nachdem am Mittwoch eine Seniorin in Nieder-Mörlen betrogen und ausgeraubt worden ist, bittet die Polizei um Hinweise. Folgendes spielte sich ab: Um kurz vor 13 Uhr, klingelt es an der Haustür der Frau. Vor dem Haus in der Weingartenstraße steht ein Mann, der behauptet, im Auftrag der Wasserwerke geschickt worden zu sein. Anlass sei ein Rohrbruch;

man müsse nun dringend die Leitungen abdrehen. Der Unbekannte drängt die Frau ins Bad und beginnt, dort zu hantieren. Coronabedingt sei er allein unterwegs und deshalb auf die Mithilfe der Rentnerin angewiesen, sagt er. Die Dame schöpft Verdacht, aber der vermeintliche Arbeiter versperrt ihr den Weg. Er komme beruflich in große Schwierigkeiten; könne gar seinen Job verlieren, sollte sie ihn nicht weiter unterstützen, sagt er.

Nach wenigen Minuten verlässt der vermeintliche Handwerker hastig das Einfamilienhaus. Nun stellt die Seniorin fest, dass ihr Bauchgefühl richtig gewesen ist. Sämtliche Türen stehen offen. Sie eilt zur Nachbarin. Man verständigt die Polizei. Heraus kommt: Verschiedene Schränke sind durchsucht worden, Bargeld und Schmuck sind weg. Die zugehörigen Schatullen liegen verstreut auf dem Fußboden.

Offenbar hatte sich ein Komplize verborgen gehalten und war den beiden unbemerkt ins Haus gefolgt. Während einer die Geschädigte ablenkte, schnüffelte der andere herum.

Bereits am Dienstagnachmittag war es in Lich-Eberstadt zu einer ähnlichen Tat gekommen. Neben weiteren Fällen in Gudensberg am Montag und Fulda am Dienstag wurde an diesem Tage auch in Bad Soden-Salmünster ein derartiger Vorfall bekannt. In Südosthessen waren in diesem Zusammenhang drei Personen aufgefallen, die in einem silbernen Mercedes-Kombi unterwegs gewesen sein sollen. Die Friedberger Kripo ermittelt nun im Fall Bad Nauheim und bittet Zeugen um Hinweise unter Telefon 0 60 31/60 10. Wem sind am Mittwoch zwischen 12.30 und 13.30 Uhr verdächtige Personen in der Weingartenstraße in Nieder-Mörlen aufgefallen? Wurden dort das genannte Auto oder andere, auffällige Fahrzeuge beobachtet? Die Geschädigte beschreibt den falschen Wasserwerker als etwa 1,70 bis 1,75 Meter großen Mann im Alter von 40 bis 50 Jahren. Er habe eine normale Statur, einen hellen Hauttyp und braune, mittelkurze Haare, trug eine gelbe Jacke (ähnlich einer Warnweste) und eine dunkle Hose und unter der Oberbekleidung ein helles Hemd. Im Gesicht hatte er eine Mund-Nasen-Bedeckung. Der Mann soll sehr schnell, eventuell mit einem nicht näher bekannten, ausländischen Akzent gesprochen haben.

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