Alexandra Weiler (l.) und ihre Kollegin Melanie Mell bei der Durchsicht eines Vertragsentwurfs.	 FOTO: PM
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Alexandra Weiler (l.) und ihre Kollegin Melanie Mell bei der Durchsicht eines Vertragsentwurfs. FOTO: PM

Facebook-Hilferuf trägt Früchte

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Bad Nauheim (pm). Unter dem Motto »Wir gegen Corona« schildert das Gesundheitszentrum Wetterau (GZW), welche Herausforderungen die Krise den Menschen im Krankenhaus abverlangt. Und nicht nur das medizinische Personal arbeitet unter Hochdruck.

In der Personalabteilung hatten Alexandra Weiler, Syndikusrechtsanwältin und Personalleiterin, und ihre 13 Kollegen zuletzt alle Hände voll zu tun. »Richtig rund« sei es vor Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkungen zugegangen. »Wir wussten alle, dass etwas kommt, aber wir wussten nicht, was genau und wie«, erinnert sich Weiler. Man habe für alle 1860 Mitarbeiter vorsorglich Passierscheine vorbereitet. »Da haben die Drucker und die Telefone geraucht!«

Als Anfang März die Schreckensszenarien aus Italien und Spanien öffentlich wurden - mit Krankenhäusern, in denen es nicht nur an medizinischem Gerät, sondern auch an »humanen Ressourcen« mangelte, in denen Ärzte und Pflegekräfte wegen fehlender Ablösung tagelang durcharbeiteten, viele von ihnen selbst erkrankten -, sagten nicht nur etliche Ärzte und Pflegekräfte am GZW ihren Urlaub ab: Auch für Weiler und ihre Kollegen sei der Handlungsbedarf offensichtlich gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung. Zusätzliche Dienstplanmuster seien zu entwickeln, tägliche Anfragen zu Kindernotbetreuung, Quarantäne, Möglichkeiten zu Homeoffice oder Entgeltfortzahlung während der Corona-Pandemie zu beantworten sowie arbeitsrechtliche Besonderheiten zu erledigen gewesen. Auch würden Ärzte, die nach Auslandsaufenthalten in Georgien oder Serbien festsitzen, in administrativer Hinsicht unterstützt.

Unerwartete Resonanz

Als die Personalabteilung den dringender Appell an alle ehemaligen ebenso wie an externe Ärzte und Pflegekräfte oder Medizinstudenten, auf Facebook veröffentlicht, stieß dieser auf unerwartete Resonanz, wurde hundertfach geteilt und kommentiert. Zeitgleich erging ein Schreiben an ehemalige Mitarbeiter mit der Bitte, eine Rückkehr für die Zeit der Krise in Erwägung zu ziehen. »Der Erfolg beider Maßnahmen war außerordentlich«, heißt es. Allein in den ersten Tagen hätten sich mehr als 30 Gesundheits- und Krankenpfleger, Hebammen, Medizinstudenten, Assistenz- und Fachärzte, medizinische Fachangestellte, Hygieniker, Rettungssanitäter und Psychologen gemeldet.

Auch Susanne Pallutz aus Niddatal schrieb das GZW an. »Ich bin medizinisch ausgebildet, die ambulante OP-Praxis, in der ich arbeite, ist erst einmal geschlossen, und ich kann jetzt nicht einfach zu Hause sitzen«, sagt die 32-Jährige. Sie arbeitet nun auf der Corona-Station des Hochwaldkrankenhauses, wo die minder schweren Fälle behandelt werden.

Nicht mehr zu Hause bleiben wollte auch Manuela Elisabeth Reith. Nach 20-jähriger Pause hat die gelernte Pflegekraft zunächst befristet eine volle Stelle auf einer Normalstation in Bad Nauheim angetreten. Und in der Notaufnahme des Bürgerhospitals in Friedberg absolviert eine junge Wetterauer Medizinstudentin ein Pflegepraktikum bis die Uni weitergeht.

Weiler und ihre Kolleginnen hätten mit den nötigen vertraglichen Vereinbarungen zwar alle Hände voll zu tun, freuten sich aber jederzeit über weitere Bewerbungen an bewerbung@gz-wetterau.de.

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