20 000 Euro und ein symbolischer Ziegel fürs neue Dach

Bad Nauheim (pm). Handwerker, große Schutznetze, Gerüst und Baumaterial: Seit vielen Jahren ein vertrautes Bild an und in der Russischen Kirche. Immer wieder wurde am ältesten Gotteshaus Bad Nauheims gebaut, um das marode Gebäude in seiner ursprünglichen Schönheit zu bewahren.

Viele Jahrzehnte lang fehlten jedoch die finanziellen Mittel, um die Gebäudesubstanz, die Einrichtung und die Ikonostase zu pflegen und zu erhalten. Der Förderverein der Russischen Kirche/Reinhardskirche freute sich nun über 20 000 Euro von der Stadt, die sich jährlich mit einem Zuschuss an den Sanierungsarbeiten beteiligt.

Dieser Tage nun überreichte Bürgermeister Armin Häuser dem Vorsitzenden des Fördervereins Günter Neubauer und seiner Stellvertreterin Brigitta Gebauer in der Kirche einen symbolischen Dachziegel, der für den städtischen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro steht. Der Dachziegel, es handelt sich um einen echten aus Ton, könnte theoretisch für den aktuellen Bauabschnitt der Dachsanierung verwendet werden.

Etliche Anhänger des bedeutungsvollen Gotteshauses gründeten aufgrund der Verbundenheit mit der Kirche 2003 den Förderverein Russische Kirche/Reinhardskirche. Dieser hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, die Eigentümer – die Bruderschaft Bratstwo – beim Erhalt des historischen Gebäudes organisatorisch und finanziell zu unterstützen. Da in orthodoxen Gemeinden keine Kirchensteuer erhoben wird, ist die Bruderschaft auf Spenden angewiesen.

Für dieses Jahr sind neben der Dach- und Fassadensanierung noch eine Fenster- und Sandsteinsanierung, die Installation des Blitzschutzes und eine Wappenergänzung vorgesehen. Letztere ist bereits im Gange. Besucher, die an der Kirche vorbeikommen, können von der Reinhardstraße den Restauratoren auf dem Gerüst bei der Aufarbeitung des Wappens zuschauen. Für die farbliche Gestaltung des historischen Wappens werden noch private Spenden benötigt.

Bürgermeister Häuser: "Wir alle tragen eine hohe Verantwortung für den Erhalt unserer Denkmäler. Der Förderverein hat diese Verantwortung für die Reinhardskirche übernommen. Der erhebliche Aufwand, Spenden und Sponsoren zu mobilisieren, erfordert Ausdauer und Kreativität. Das beweisen die Mitglieder um Günter Neubauer und Brigitta Gebauer immer wieder aufs Neue." Die Stadt beteiligt sich seit 2003 mit Zuschüssen an der Sanierung, bislang flossen 265 000 Euro. Auch für das nächste Jahr ist ein städtischer Zuschuss von 20 000 Euro eingeplant: Er könnte der Restaurierung der Ikonenwand zugute kommen. Die Ikonostase mit zahlreichen historischen Ikonen stammt aus dem Kloster Sarow in Zentral-Russland und ist ein besonderes Juwel der Kirche.

Fördervereins-Vorsitzender Günter Neubauer dankte der Stadt für ihr großzügiges und andauerndes Engagement und vergaß dabei nicht, die großen und vielen kleinen institutionellen und privaten Spender in seinen Dank einzubeziehen.

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