Georgette Storbeck (l.) und Silvia Holy-Grund (r.) überreichen die Spende an Dr. Petra Tiarks-Jungk. FOTO: PM
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Georgette Storbeck (l.) und Silvia Holy-Grund (r.) überreichen die Spende an Dr. Petra Tiarks-Jungk. FOTO: PM

500 Euro für ärztliche Hilfe

  • vonred Redaktion
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Bad Nauheim(pm). Der Serviceclub Soroptimist International Bad Nauheim hat ein außergewöhnliches Projekt mit einer Spende von 500 Euro zum wiederholten Mal finanziell unterstützt. Die Soroptimistinnen handeln nach ihrem Leitmotto "Bewusst machen - Bekennen - Bewegen" und wollen die gesellschaftliche Position von Frauen und Mädchen stärken. Clubschwester Petra Tiarks-Jungk verkörpert dieses Motto auf besondere Weise mit ihrer "Humanitären Sprechstunde".

Tiarks-Jungk arbeitet seit 20 Jahren als leitende Ärztin der Humanitären Sprechstunde am Gesundheitsamt Frankfurt. Sie ist die Pionierin dieses Projekts, bei dem sich eine Behörde der Aufgabe stellt, Menschen wahrzunehmen und zu versorgen, die wegen eines unklaren Aufenthaltsstatus im "Dunkeln" leben.

Die Humanitäre Sprechstunde wird jede Woche montags und donnerstags angeboten. Das Team um Tiarks-Jungk betreut im Durchschnitt pro Jahr 700 Patienten mit 1700 Konsultationen. Dabei ist das Team auch sozialarbeitend tätig und vermittelt andere Hilfsangebote, organisiert Medizin und Operationen.

2007 wurde das Angebot um ein Entbindungsprogramm erweitert, da Schwangere ärztliche Hilfe viel zu spät in Anspruch genommen und damit ihr Leben und das des ungeborenen Kindes gefährdet hatten - aus Angst, ihren Aufenthaltsstatus zu gefährden und ins Heimatland abgeschoben zu werden. Sechs Frankfurter Entbindungskliniken kooperieren mit der Humanitären Sprechstunde und führen ambulante Entbindungen durch.

Im Rahmen dieser Arbeit gibt Tiarks-Jungk Stellungnahmen bezüglich der weiblichen Genitalverstümmelung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ab. So kann sie dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden, wo sie von Beschneidung bedroht sind.

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