In Bad Nauheim hat am Freitag der Klimastreik begonnen, in Friedberg hat er sich fortgesetzt. Hier sind die Demonstranten in Höhe des Kreishauses unterwegs.
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In Bad Nauheim hat am Freitag der Klimastreik begonnen, in Friedberg hat er sich fortgesetzt. Hier sind die Demonstranten in Höhe des Kreishauses unterwegs.

»Fridays for Future«-Demo

Klimastreik in der Wetterau: Rund 500 Teilnehmer bei Demo in Bad Nauheim und Friedberg

  • VonHarald Schuchardt
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Erst mit dem Fahrrad von Bad Nauheim nach Friedberg, dann zu Fuß durch die Kreisstadt: Etwa 500 Demonstranten haben sich am Freitag am Klimastreik in beiden Städten beteiligt.

Friedberg/Bad Nauheim – Für den letzten Freitag im September ruft »Fridays for Future« zum globalen Klimastreik auf, so auch diesmal. Der Zufall wollte es, dass die Demonstration zwei Tage vor der Bundestagswahl stattfand. Das nutzten die Veranstalter - auch in Bad Nauheim und Friedberg -, um noch einmal auf den weltweiten Klimawandel aufmerksam zu machen und auf die Wähler einzuwirken.

Die Ortsgruppe Friedberg/Bad Nauheim startete ihre Aktivitäten am Freitagvormittag vor dem Bahnhof in Bad Nauheim. Etwa 100 Teilnehmer radelten anschließend zum Bahnhofsvorplatz in Friedberg. »Das waren wesentlich mehr als beim letzten Mal«, freute sich Denis Kassel, einer der Initiatoren, der als erster Redner vor dem Bahnhof die Demo eröffnete. »Vielleicht bewegen wir nicht die Welt, aber vielleicht die Menschen vor Ort«, sagte der 17-Jährige, der Jung und Alt gleichermaßen dazu aufforderte, sich für den Klimaschutz zu engagieren und so dazu beizutragen, den Klimawandel zu stoppen.

Klimastreik in der Wetterau: Blitzschnell machten die Demonstranten die Straße frei

Anschließend setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Knapp 500 Teilnehmer wurden gezählt, womit sich die Organisatoren mehr als zufrieden zeigten. Mit dabei war eine Gruppe von Kindern aus Echzell, Bingenheim und Bad Nauheim. »Ich mache mit, weil ich eine Zukunft haben will und weil ich es cool finde, hier mitzumachen«, sagte der zwölfjährige Wanja Mühlbauer aus Bingenheim. Mit »Wir auch« oder »Ich auch« stimmten seine jungen Mitstreiter zu. Für Aufsehen sorgte Künstler Jan Hartmann: Der Friedberger trug einen neongrünen Federmantel und einen »Spiegel« mit der Aufschrift »Spieglein, Spieglein an der Wand, wer rettet das meiste Klima im Land?«. »Ich bin halt ein Neonliberaler«, sagte der gebürtige Heidelberger.

Über Saarstraße und Kaiserstraße ging es zur Burg. Wie gut alles organisiert war, zeigte sich, als ein Rettungswagen mit Blaulicht nahte. Blitzschnell machten die Demonstranten die Straße frei. »So schnell kommt der sonst nicht über die Kaiserstraße«, sagte ein Demonstrant. »Bei so viel jungen Menschen werden wir Alten auch noch etwas jünger«, meinte Gottfried Krutzki, der zur Ü60-Generation zählt, die auch recht zahlreich vertreten war.

Klimastreik in der Wetterau: »Wir müssen das 1,5-Grad-Ziel erreichen«

»Es war eine großartige Demonstration«, lautete das Zwischenfazit von Mitorganisator Leonhard Diez zum Auftakt der Abschlusskundgebung, bei der die Treppe der Burgkirche als Bühne diente. »Wir müssen das 1,5-Grad-Ziel erreichen«, forderte Malin Potengowski als aktives Mitglied von »Fridays for Future.« Der Kreistagsabgeordnete der Linke hielt sich daran, keinerlei Wahlwerbung zu betreiben.

Für die Nutzung erneuerbarer Energien warb Diplom-Ingenieur Achim Parbel von der Mittelhessischen Energieagentur: »Wir können Hunderttausende neue Arbeitsplätze schaffen.« BUND-Kreisvorsitzender Werner Neumann forderte, den Klimaschutz auch im Wetteraukreis konsequent umzusetzen.

Auf den Punkt brachte es schließlich als letzte Rednerin Angelika Ungerer von den »Omas gegen rechts« in der Wetterau. Sie forderte alle Eltern und Großeltern auf, im Sinne ihrer Kinder und Enkel zu wählen. Sie begründete die Teilnahme der älteren Generation so: »Mit dem, was ihr macht, habt ihr recht.«

Im benachbarten Landkreis Gießen haben am Freitag (24.09.21) rund 1200 Demonstranten bei „Fridays for Future“ mitgemacht – mehr als ursprünglich erwartet.

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