Dieses Erdkrötenpärchen ist auf dem Weg zum Laichgewässer.	FOTO: MIRKO FRANZ
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Dieses Erdkrötenpärchen ist auf dem Weg zum Laichgewässer. FOTO: MIRKO FRANZ

Etwa 1500 Tiere gerettet

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Bad Nauheim/Rockenberg (pm) Der NABU Bad Nauheim hat kürzlich die Betreuung der Amphibien-Frühjahrswanderung hin zu den Laichgewässern beendet. Zuvor hatten die Amphibienschützer des NABU wieder zwei Schutzzäune errichtet und sich über mehrere Wochen darum gekümmert.

In Zusammenarbeit mit dem NABU Rockenberg und der Ortsgruppe Rockenberg des BUND wurde ein 450 Meter langer Amphibienschutzzaun an der Landstraße zwischen Steinfurth und Oppershofen im Bereich des Naturschutzgebietes »Breitwiese« betreut.

100 Amphibien dennoch überfahren

Dieser diente dazu, die dort zu ihren Laichgewässern in der Wetteraue wandernden Kröten, Frösche und Molche vor der Gefahr zu bewahren, überfahren zu werden. Zehn Ehrenamtliche hatten den Zaun Ende Februar aufgestellt, und bis Mitte April kümmerten sich 16 ehrenamtliche Amphibienschützer um ihn und bauten ihn schließlich ab.

Das Fazit der Naturschützer fällt in einer Pressemitteilung des NABU nicht nur positiv aus: Weit über 1300 Amphibien habe man ein sicheres Erreichen der Laichgewässer ermöglicht, doch »leider wurden aber auch 100 Amphibien im Bereich schwer abzusichernder Feldwegeinmündungen und an den Enden des Zaunes überfahren«.

Erdkröten bildeten laut NABU die Mehrzahl der in den Fangeimern gefundenen Amphibien. Deren Zahl bewegte sich mit 1188 im Mittel der letzten Jahre. Gleiches gilt für die zweithäufigste Art, den Grasfrosch mit 73 Individuen.

Besonders erfreut sind die ehrenamtlichen Amphibienbetreuer darüber, dass neben 30 Molchen verschiedener Arten auch 30 Grünfrösche und ein Laubfrosch unter den wandernden Amphibien anzutreffen gewesen sind.

»So erfreulich die hohe Zahl geretteter Amphibien und die in den letzten Jahren deutlich gewachsene Population der dort in der Aue laichenden Amphibien ist, so inakzeptabel ist die hohe Zahl trotz des mobilen Schutzzaunes überfahrener Tiere. Hier ist dringend die Errichtung einer stationären Amphibienleiteinrichtung mit Tunneln unter der Straße notwendig, die auch den aus der Aue in den sommerlichen Landlebensraum zurück wandernden Alt- und frisch geschlüpften Jungtieren ein sicheres Queren der Straße ermöglichen würde«, fordert der NABU Bad Nauheim. Ein zweiter Amphibienschutzzaun wurde am 17. Februar in der Bad Nauheimer Kernstadt entlang der Hochwaldstraße, zwischen dem Waldhaus und dem Wohngebiet errichtet. 16 Aktive des NABU Bad Nauheim waren dort im Einsatz, um die zum Ablaichen zu den Waldteichen wandernden Amphibien vor dem Überfahren werden zu schützen.

Bis Mitte April trugen zehn Ehrenamtliche allmorgendlich die am Zaun in Eimern gesammelten Amphibien über die Straße und entließen sie auf der anderen Seite in die Freiheit. Diesmal ermöglichte der 200 Meter lange Zaun 180 Erdkröten ein sicheres Erreichen der Laichgewässer.

Weitere Infos zum Amphibienschutz, den anderen Aktivitäten des NABU Bad Nauheim und Möglichkeiten zur Mitarbeit sind zu finden unter www.NABU-Bad-Nauheim.de.

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