Familientreffen der Kinder von Louis Löser (Moltkestraße 16): Lotte (Israel), Anna (Brasilien), Schwiegertochter Minna, Sohn Paul (Schweden) und Tochter Blanka (USA) 1955 in Stockholm.
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Familientreffen der Kinder von Louis Löser (Moltkestraße 16): Lotte (Israel), Anna (Brasilien), Schwiegertochter Minna, Sohn Paul (Schweden) und Tochter Blanka (USA) 1955 in Stockholm.

Erinnerungen auf 460 Seiten

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Bad Nauheim (pm). Der Autor Hanno Müller aus Fernwald hat das erste Exemplar des Familienbuchs »Juden und jüdische Kurgäste in Bad Nauheim und Steinfurth« an Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtarchivarin Brigitte Faatz überreicht. Veröffentlicht wird es von Müller sowie Dr. Lothar Tetzner aus Neu-Isenburg und von der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung in Lich.

Es ist das insgesamt 15. Buch des Autors zu diesem Thema. Orientalist Tetzner bearbeitete und übersetzte die Grabstein-inschriften aller auf den jüdischen Friedhöfen in Bad Nauheim und Steinfurth erhaltenen Grabsteine.

Auf den ersten etwa 180 Seiten geht es um die im Zeitraum von 1829 bis 1942 in Bad Nauheim ansässigen jüdischen Familien und ihre Beziehungen untereinander. Es werden jüdische Ärzte, Masseure, Schauspieler, Musiker und andere Personen, die sich für kurze oder längere Zeit in Bad Nauheim aufhielten, thematisiert, außerdem Schüler, die von 1937 bis 1939 die jüdische Bezirksschule besuchten, und Männer und Frauen, die im jüdischen Altersheim untergebracht und im September 1942 deportiert wurden.

Angegeben werden die genealogischen Daten, die Adressen der Familien/Personen nach den Bad Nauheimer Adressbüchern, ihre Berufe, ihr Immobilienbesitz nach den Brandkatastern von 1868 und 1893, sonstige Informationen und von ihnen aufgegebene oder sie betreffende Verlobungs-, Heirats-, Geburts-, Todes- und Danksagungsanzeigen, die im Zeitraum von 1895 bis 1933 im Wetterauer Anzeiger und in der Bad Nauheimer Zeitung erschienen. Über 200 dieser Familienanzeigen sind im Buch abgebildet.

Mitgeteilt werden auch die genealogischen Daten zu über 350 jüdischen Kurgästen, die in Bad Nauheim während ihres Kuraufenthaltes gestorben sind. Viele von ihnen wurden auf den jüdischen Friedhöfen in Bad Nauheim beigesetzt.

Erschreckender Bericht im Anhang

Die früher in Steinfurth lebenden Juden zogen bis etwa 1890 von dort nach Bad Nauheim, Friedberg oder Gießen. Ihre Familien wurden nach den alten Judenmatrikeln rekonstruiert. In der früheren israelitischen Kinderheilanstalt, die später als jüdische Bezirksschule und danach als jüdisches Altersheim genutzt wurde, und in den beiden israelitischen Heimen für Männer und Frauen wurden nach dem Krieg jüdische Überlebende der Konzentrationslager, »Displaced Persons«, untergebracht. Sie wanderten meist nach einem kurzen oder längeren Aufenthalt in Bad Nauheim in die USA aus.

Es schließen sich die von Lothar Tetzner bearbeiteten Grabsteininschriften an. Außer in Deutsch wurden die Grabsteine in Hebräisch, Jiddisch, Kyrillisch, Ukrainisch, Polnisch, Englisch und Französisch beschriftet. Aufgeführt sind die aus Bad Nauheim stammenden oder mit Bad Nauheim in Verbindung stehenden Opfer des Holocaust.

Der Bildteil beginnt mit zahlreichen Fotos zur jüdischen Bezirksschule, danach gibt es einige Fotos jüdischer Bad Nauheimer, Anzeigen jüdischer Geschäfte in den Adressbüchern und über 200 Familienanzeigen. Einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bad Nauheimer Juden erhält man indirekt durch die Angaben der Versicherungssummen ihrer Immobilien in den Brandkatastern von 1868 und 1893.

Im Anhang findet sich der erschreckende Bericht des Lehrers Siegfried Oppenheimer, der in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in der jüdischen Bezirksschule verhaftet wurde und bis zum 14. Dezember 1938 im KZ Buchenwald inhaftiert war.

Nur im Stadtarchiv zu kaufen

Besonders stolz ist der Autor auf die zahlreichen Fotos der Nachfahren von Louis Löser, Inhaber der »Villa Moltke« in der Moltkestraße 16. Sie wurden von Peter Löser in Stockholm und Sonia Meyer in São Paulo zur Verfügung gestellt.

Das Buch schließt mit Nachträgen zu früher vom Autor veröffentlichten Familienbüchern, einem ausführlichen Ortsregister und einem Register mit Ämtern, Berufen und Varia an.

»Juden und jüdische Kurgäste in Bad Nauheim und Steinfurth« hat einen Umfang von 460 Seiten, enthält über 400 Abbildungen und ist für 20 Euro nur direkt im Stadtarchiv Bad Nauheim erhältlich (kein Postversand).

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