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Erika-Pitzer-Preis als Abschiedsgeschenk für First Lady

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Bad Nauheim (caj). Am Mittwochabend wurde der mit 25 000 Euro dotierte Erika-Pitzer-Preis 2010 der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung verliehen. Preisträgerin: Anke Koch für ihre achtjährige Schirmherrschaft des Müttergenesungswerks in Hessen.

Im Jahr 2001 hatte der inzwischen verstorbene Architekt Willy Robert Pitzer die Stiftung gegründet, um Verbesserungen im gesellschaftspolitischen und sozialen Bereich zu initiieren. »Er wollte die Bevölkerung an seinem Wohlstand teilhaben lassen«, erklärte Dr. Helmut Häuser, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Inzwischen gehören zur Pitzer-Gruppe vier Krankenhäusern in Bad Nauheim und sechs weitere Kliniken in Hessen. Der Zweck der Stiftung ist vielseitig: Förderung der Volksgesundheit, Unterstützung der medizinischen Wissenschaft und Forschung sowie die Förderung von Personen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf Hilfe angewiesen sind. Unter anderem fließen jährlich mindestens 12 000 Euro aus dem Stiftungstopf an die der Altenhilfe dienende Erika-Pitzer-Begegnungsstätte in Bad Nauheim.

Im Wechsel wird jährlich der nach Pitzers Ehefrau Erika getaufte Preis sowie der Willy-Pitzer-Preis an Personen oder Einrichtungen vergeben, die sich durch hervorragende Leistungen in ihrem Lebenswerk, wissenschaftliche Arbeiten oder durch außergewöhnlichen Einsatz für andere Personen profilieren konnten. Zu den früheren Preisträgern zählen der Chirurg Klaus Exner für seinen Einsatz in der Dritten Welt, die Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung, Barbara Genscher, und das Bürgerinstitut »Soziales Engagement in Frankfurt«.

Mit einer musikalischen Interpretation von Heinrich-Heine-Texten leitete der Student der Musikhochschule Frankfurt und Stipendiat der Pitzer-Stiftung, Yang Li, das Abendprogramm ein. Grußworte von Dr. Häuser und Hessens Sozialminister Stefan Grüttner folgten: Anke Koch habe mit besonderem Engagement auf die Familie als zentrale gesellschaftliche Institution hingewiesen. Das Müttergenesungswerk wird laut Häuser auch 2011 mit 100 000 Euro unterstützt. »Es ist in der Regel immer noch so, dass Mütter die Hauptlast in der Familie übernehmen. Mütter sind oft mehrfach belastet und von einem Erschöpfungssyndrom betroffen«, sagte Grüttner. Daher seien die Leistungen des Genesungswerks besonders wichtig. »Ich bin sicher, dass die Pitzer-Stiftung in diesem Jahr eine würdige Preisträgerin gefunden hat.«

In einem Festvortrag belegte Friederike Otto, Diplompädagogin und wissenschaftliche Leiterin des Forschungsverbundes Familiengesundheit an der Medizinischen Hochschule Hannover, anhand von Statistiken, dass Hilfen für Mutter und Kind eine überaus positive Wirkung haben. »Die Gesundheit von Kindern und Müttern steht in einem engen Zusammenhang. Eine Hochbelastung bei Müttern geht mit Verhaltensauffälligkeiten der Kinder einher.

« Es folgte die Laudatio von Anne Schilling, Geschäftsführerin der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung des Deutschen Müttergenesungswerks, die Anke Koch für ihre »entschiedene, beharrliche und sachorientierte« Art lobte. Nachdem der Vorsitzende des Beirats der Pitzer-Stiftung Bad Nauheim, Karlheinz Reichert, der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Peter Haar sowie Häuser einen überdimensionalen Scheck und einen bunten Blumenstrauß an Anke Koch übergeben hatten, bedankte sich die ehemalige hessische First Lady für die »große Ehre«.

Schon seit einigen Wochen schaue sie mit gemischten Gefühlen auf diesen Tag: Erstens, »weil ich als letzte sprechen muss, und im Gegensatz zu meinem Mann bereitet das Rednerpult mir kein Vergnügen«, und zweitens »weiß ich nicht, ob ich die Richtige für den Preis bin«. Andererseits gingen die 25 000 Euro direkt an den Landesausschuss des Muttergenesungswerks, das so nochmals Unterstützung erhalte. Ihre Aufgabe als Schirmherrin, die sie an die Frau des Bundespräsidenten, Bettina Wulff, übergeben hat, bezeichnete Anke Koch als »meine Bereitschaft, die Stellung und Beziehungen meines Mannes für einen guten Zweck zu nutzen«.

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