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Hektik und Stress beim Ostereinkauf? Nicht bei Isabel Heinrich und Alexander Bönsel. Sie haben nur das Nötigste eingekauft und sind an Ostern bei den Eltern eingeladen.

Vor den Feiertagen

Entspannter Ostereinkauf in Bad Nauheim

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Ruhetage vor Ostern - die Idee, im Kanzleramt in einer Nachtsitzung ausgeknobelt, erwies sich als Fehlschlag. Immerhin sorgte der Widerruf für ein entspanntes Einkaufen vor Ostern.

Ein persönliches Wort vorweg: Jedes Mal, wenn in der Redaktion die Befürchtung laut wird, dieses oder jenes Ereignis könne das totale Chaos heraufbeschwören - die Öffnung der Baumärkte etwa oder die Erstürmung der Wälder durch Lockdown-geschädigte Radfahrer -, werde ich losgeschickt. Und jedes Mal ist die Lage total entspannt. Nimmt das Chaos Reißaus vor mir? So ganz werde ich diesen Eindruck nicht los.

Verkehr staut sich, fließt nur zäh

Auch der Ostereinkauf sorgte in der Wetterau für wenig Stress. Hektik kam keine auf. Obwohl. »Nein ich bin überhaupt nicht hektisch«, meinte eine junge Frau, die gerade mit einem übervollen Einkaufswagen aus dem Aldi-Markt am Taubenbaum in Bad Nauheim kam. »Ich muss meine Kinder abholen, ich finde meinen Autoschlüssel nicht. Nein, ich habe überhaupt nicht gestresst.« Das war geflunkert. Isabel Heinrich und Alexander Bönsel sind die Ruhe selbst. »Wir haben nur eingekauft, was wir auch sonst brauchen«, sagen die beiden Bad Nauheimer. Eier, Brot, Getränke. Und an Ostern? »Da sind wir bei den Eltern zum Brunch eingeladen.« Ein Ruhetag am Donnerstag hätte den beiden auch keine Sorgen bereitet. »Dann hätten wir eben am Mittwoch eingekauft.«

Auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes ein paar Hundert Meter weiter herrscht hingegen Hochbetrieb. Autofahrer merken das schon am Bahntunnel und dem dahinterliegenden Kreisel: Der Verkehr staut sich, fließt nur zäh. Probleme gebe es keine, sagt ein Sicherheitsmann. »Dafür bin ich ja da«, sagt er und erinnert eine Frau daran, beim Betreten des Marktes die Maske aufzusetzen. »Oh! Hab ich vergessen!« Kein Problem und eher die Ausnahme. Die Leute hätten sich an die Regeln gewöhnt, sagt der Sicherheitsmann. »Wir sind schließlich schon in der dritten Welle.« »Ich habe nichts Besonderes eingekauft«, sagt ein 20-jähriger Bad Nauheimer. »Bei uns wird Ostern nicht groß gefeiert.« Andere Kunden haben Obst, Gemüse, Wurst und Konservendosen im Wagen, aber alles im normalen Rahmen.

Die Vorratshaltung kommt wieder

»Die Leute haben sich an die Situation gewöhnt«, sagt ein Rentner aus Friedberg. »Die Vorratshaltung kehrt zurück«, lacht er. »Nur die frischen Sachen muss man auf den letzten Drücker kaufen.« Das kann man auf den Wochenmärkten beobachten: Lange Schlangen vor den Obst- und Gemüseständen, wo Kisten voller Spargel und die typischen Papierrollen mit der Grünen Soße liegen. »Die Leute kaufen ganz gezielt. Geflügel, Fleisch und Gemüse sind gefragt«, weiß der Bad Nauheimer Marktmeister Wolfgang Rahn. »Die Leute, die hier einkaufen, achten auf Qualität.« Und die misst sich nicht in Bruttoregistertonnen, da reicht eine Einkaufstasche.

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