Innehalten an der Elvis-Stele vor der Villa Grunewald. Mehr Fotos vom Wochenende gibt es auf Seite 15. FOTO: HMS
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Innehalten an der Elvis-Stele vor der Villa Grunewald. Mehr Fotos vom Wochenende gibt es auf Seite 15. FOTO: HMS

Kleines Programm statt Festival

"Elvis würde Mundschutz tragen"

  • vonHanna von Prosch
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Statt Festival nur ein Date: In diesem Jahr war alles etwas anders. Doch die eingefleischten Elvis-Fans ließen sich davon nicht abhalten. Hauptsache, es wird was gemacht, war die Devise.

Trotz aller bis zuletzt nicht kalkulierbarer Einschränkungen hatten die Elvis-Presley-Gesellschaft, die Stadt Bad Nauheim und Einzelinitiativen ein Dreitage-Programm auf die Beine gestellt. Die meisten Besucher nahmen es, wie es eben ist, fügten sich den Hygienevorschriften und zeigten sich mit Elvismotiven bedrucktem Mund-Nasen-Schutz. Nur wenige hätten kein Verständnis gehabt, bestätigten die Einlasskontrolleure an der Trinkkuranlage, wo man beim Betreten einen Anmeldebogen ausfüllen musste. Susanne Konert aus Halle war überzeugt, dass Elvis sogar darum gebeten hätte, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Und Mitorganisatorin Maria Hesterberg meinte: "Er hätte wahrscheinlich kein Wohnzimmerkonzert gegeben, weil er der die Nähe zum Publikum suchte, aber kleinere Veranstaltungen ermöglicht."

Die jeweils 250 Karten für die beiden Konzerte waren schnell ausverkauft. Der Besuch in der Innenstadt war an den ersten beiden Tagen allerdings eher spärlich. Die im Rockabilly-Stil gekleideten Fans schwärmten nicht in Scharen durch die Stadt, Elvis’ Songs schallten nicht von früh bis spät durch den Kurpark. Eine Besuchergruppe aus Cham, Baunatal und Nidderau bedauerte, dass ihre ausländischen Freunde nicht dabei sein konnten. Thomas Dröscher, Chef der Villa Grunewald, konnte zwar 80 Prozent seiner Stammgäste wieder im Hotel begrüßen, es fehlte ihm aber die Masse, die sich sonst um die Elvis-Stele scharte. Dennoch konnte er drei Führungen pro Tag durchführen.

Auch die Autoparade fiel kleiner aus. Mit dabei war Frank Neubauer aus Nieder-Mockstadt mit seinem liebevoll restaurierten Jeep - original aus den Beständen der berühmten 3. Division.

"Trotz allem! Wir kommen", hatten sich die passionierten Rock’n’Roller Esther-Maria Foß und Nico Peter mit ihren Familien gedacht, und reisten zum sechsten Mal aus dem Saarland an. Vom besonderen Feeling und Flair sprach der Hamburger Dauergast Marc Wagner: "Das ist in uns drin, das kann uns keiner nehmen."

Für die Organisatoren war es ein heißer Ritt: Bis zum Schluss war unklar, was coronabedingt möglich sein würde. Der Stand, an dem man Flaggen mit Elvis-Motiven malen konnte, und die Buttondruckerei waren gut besucht. Einsam dagegen blieb der kaum gekennzeichnete Fotostand am Aliceplatz. "Wir haben alle Mitglieder des Clubs angeschrieben und können nur hoffen, dass viele trotzdem kommen. Denn zu weitreichender Werbung hatten wir ja keine Chance", sagte Hesterberg vor der Eröffnung.

Die große Show blieb aus. Es war in diesem Jahr eben eine kleine, intime Sache mit viel Rücksichtnahme.

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