Elvis-Fans

Auf Elvis’ Spuren: Was Bad Nauheim und die Fans erwartet

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Die ersten Fans sind vor dem European Elvis Festival in Bad Nauheim angereist. Was erwarten sie? Was bekommen sie geboten? Ein Interview mit Stadtmarketing-Chefin Katja Heiderich.

Jetzt ist Endspurt: Am Freitag wird das 17. European Elvis Festival eröffnet. Merken Sie, dass es jetzt ernst wird?

Katja Heiderich: Ja. Seit Sonntag sind die ersten Fans in Bad Nauheim, das sieht man im Stadtbild, und wir merken das natürlich in der Tourist-Info.

Inwiefern?

Heiderich: Die Fans wollen persönlichen Kontakt und Beratung. Als Allererstes wollen sie ein Programm, gedruckt auf Papier, und schauen, was wo los ist. Und natürlich von den Mitarbeitern erfahren, was es kurzfristig noch Neues gibt. Also alles das, was sich Bad Nauheimer Gastronomen oder Veranstalter noch überlegt haben, nachdem der Flyer fertig gedruckt war.

Was möchten die Fans noch?

Heiderich: Gefragt sind auch Souvenirs, die wir verkaufen.

Hinzukommen doch die Fans in stilechten Outfits, oder?

Heiderich: Die stechen schon heraus. Für viele spiegelt die damalige Mode auch das gewisse Lebensgefühl wider. Die Damen im Petticoat, und die Herren tragen Haartolle. Aber es gibt auch viele Fans, die "zivil" unterwegs sind und lediglich kleinere Assessoirs tragen oder ein Elvis-Shirt anhaben.

Bleiben wir bei den Fans. Wo kommen sie zusammen? Gibt es einen zentralen Anlaufpunkt?

Heiderich: Das ist tatsächlich die häufigste Frage, die man uns in der Tourist-Info stellt. Die Fans sind wie eine große Gemeinschaft, eine Community, die wollen sich treffen und sich austauschen. Das geht am besten auf dem Festival-Gelände.

Die Fans sind wie eine große Gemeinschaft, die wollen sich treffen und sich austauschen

Katja Heiderich

Wo befindet sich das Gelände?

Heiderich: Es ist hauptsächlich das Areal des Hotel Dolce. Das erreicht man über den Elvis-Presley-Platz. Im Kursaal, im Jugendstiltheater, auf dem Platanenhof, der Terrasse und der Konzertmuschel findet das Programm indoor wie auch outdoor statt. Das ist alles auf dem Flyer verzeichnet. Aber auch an der Bühne am Aliceplatz in der Innenstadt treffen sich viele Fans.

Nun lebt das Festival nicht nur von den Veranstaltungen und der Musik, sondern auch von den authentischen Elvis-Orten.

Heiderich: Die Fans wollen Elvis nah sein, sehen und erleben, wo er gelebt hat. Darum kommen sie nach Bad Nauheim.

Welche Orte sind besonders beliebt?

Heiderich: Das sind die Villa Grunewald mit der Elvis-Stele, die Burgpforte, die Goethestraße oder der Gradierbau.

Gibt es dabei Unterschiede zwischen Fans, die zum ersten Mal nach Bad Nauheim kommen, und denen, die schon sehr oft in der Stadt waren?

Heiderich: Nur teilweise. Diejenigen, die zum ersten Mal hier sind, staunen, dass viele Orte fast unverändert sind, sie sind quasi so wie sie Elvis damals gesehen hat, an jeder Ecke. Aber auch die "eingefleischten" Fans machen immer wieder Führungen mit und gedenken ihrem Idol an der Stele. Sie wollen in der Gemeinschaft ihrem Idol nahe sein. Auch wenn sie die Orte schon kennen und öfter besucht haben.

Das European Elvis Festival trägt es im Namen: Es ist ein europäisches Festival. Kommen dazu noch weltweite Gäste?

Heiderich: Ja, besonders aus Amerika reisen Fans an. Einige hört und sieht man schon seit Sonntag in der Stadt. Aus Europa kommen die Fans vor allem aus den Benelux-Staaten, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Italien. Nicht zu vergessen natürlich die deutschen Elvis-Fans, die bundesweit anreisen.

Was zeichnet diese Fans aus?

Heiderich: Die Menschen, die hierher kommen, erzeugen eine ganz besondere Stimmung, einen speziellen "Spirit". Sie sind gut drauf und beleben die Stadt an einem Wochenende in einer Art und Weise, die ihres Gleichen sucht. Eine tolle Stimmung!

Elvis-Fans werden sich am Wochenende auch in Friedberg tummeln. Dort sind ebenfalls Veranstaltungen. Könnten beide Städte nicht kooperieren und ein gemeinsames Festival organisieren?

Heiderich: Es gibt Kooperationen. Der Elvis-Presley-Verein hat wie immer einen Shuttlebus organisiert. Damit können die Gäste hin- und herpendeln. Wir unterscheiden ein wenig nach der Art der Veranstaltungen. Bad Nauheim ist für uns das "European Home of Elvis", und in Friedberg geht es eher um seine Armeezeit. Das wissen die Fans. Die pendeln hin und her. Und wer neu nach Bad Nauheim kommt, bekommt die Info direkt bei uns, dass es in Friedberg auch einiges zu Erleben gibt.

Ist in diesem Jahr etwas Neues geplant?

Heiderich: Das ist es. Erstmals ist der Art Contest ausgeschrieben worden. Da konnten sich Künstler bewerben und ihre Kunst zum Thema Elvis einreichen. Der Sieger wird am Wochenende von einer Fachjury gekürt.

Info

Kunst in der Burgpforte

In der Burgpforte wird Künstler "Gnasher" am Samstag (18. August) und Sonntag (19. August) eine große weiße Leinwand spannen und darauf ein Kunstwerk erschaffen. Alles unter dem Motto "Big Hunk O’Love". 3-D-Straßenkünstler "Gnasher" wird am Samstag und am Sonntag (wetterabhängig) live performen. Am Schluss wird das fertige Kunstwerk in der Burghofpforte hängen und zu sehen sein. Die Gäste können an beiden Tagen live beim Entstehen zuschauen. Insgesamt sind beim European Elvis Festival in Bad Nauheim 50 Veranstaltungen geplant. Persönliche Beratung und den Festival-Flyer auf deutsch oder englisch gibt es in der Tourist-Information (In den Kolonnaden 1) in Bad Nauheim. Passend zum Festival werden die bekannten Fahnen der Tourist-Info eingeholt und Elvis-Fahnen gehisst. (koe)

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