Bürgermeister Klaus Kreß (l.), Kerstin Schneekloth als Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein, freuen sich über das Stadion-Jubiläum.	FOTO: PM
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Bürgermeister Klaus Kreß (l.), Kerstin Schneekloth als Geschäftsführerin der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein, freuen sich über das Stadion-Jubiläum. FOTO: PM

Einst größte Kunsteisfläche im Land

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Bad Nauheim (pm). Am Donnerstag vor 75 Jahren, am 22. Januar 1946, wurde die damals größte Kunsteisfläche Deutschlands eröffnet: das Bad Nauheimer Eisstadion. Der amerikanische Stadtkommandant Colonel Paul R. Knight setzte seinen Wunsch nach einer Eisfläche mit aller Hartnäckigkeit durch und sollte mit seiner mutigen Aussage recht behalten: »Die Amerikaner werden gehen, aber das Eisstadion wird der Stadt erhalten bleiben.«

Die Eröffnungsfeier nach nur 100 Tagen Bauzeit war für die damaligen Verhältnisse pompös und eindrucksvoll, die Frankfurter Rundschau sprach sogar vom »Eiswunder von Bad Nauheim«.

Bürgermeister Klaus Kreß hätte sich zum 75-jährigen Jubiläum durchaus auch ein großes Fest gewünscht, pandemiebedingt ist dies aber natürlich nicht möglich. Feierliche Stimmung kommt angesichts des Jubiläums dennoch auf: »Wir sind in Bad Nauheim sehr stolz auf unser Eisstadion und vor allem auf die Eishockey-Tradition. Wenn man sich die Erfolgsgeschichte anschaut, können wir dem willensstarken Colonel mehr als dankbar sein.«

Als die Bauarbeiten am Großen Teich im Oktober 1945 begannen, glaubte noch nicht jeder an einen erfolgreichen Stadionbau. Bad Nauheims erster Nachkriegsbürgermeister, Adolf Bräutigam, hatte vor allem mit Blick auf die leere Stadtkasse seine Sorgen. Zu Recht, denn der Bau kostete anstelle der ursprünglich veranschlagten 400 000 dann stattliche 700 000 Reichsmark. Die Baumaschinen verbrauchten so viel Strom, dass im betroffenen Gebiet vormittags und nachmittags abwechselnd der Strom abgestellt werden musste.

Zusätzliche Arbeitskräfte wurden von Friedberger Baustellen abgezogen, und auch Strafgefangene aus Butzbach wurden zum Helfen angefordert.

Nach der feierlichen Einweihung folgten zahlreiche Eisrevues und Darbietungen prominenter Eislaufkünstler wie Marika Kilius, Franz Ningel und Hans-Jürgen Bäumler. Im Herbst 1946 begann die Erfolgsgeschichte der Eishockey-Mannschaft des VfL Bad Nauheim, die schon in der Saison 1947/48 die Deutsche Vize-Meisterschaft feiern konnte. Bürgermeister Kreß: »Der EC Bad Nauheim setzt die Tradition fort und sorgt bis heute dafür, dass unsere Stadt bei Eishockeyfans in ganz Deutschland bekannt und beliebt ist.«

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