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Die Einsatzkräfte engagieren sich zwar ehrenamtlich, bilden aber eine Abteilung der Stadt.

Einsatzkräfte räumen mit Missverständnissen auf

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Bad Nauheim (pm). Die Freiwillige Feuerwehr Bad Nauheim klärt auf ihrer Internetseite über ihren Status und ihre Funktion auf. Wie es vonseiten der Wehr heißt, würden in der Öffentlichkeit nicht immer die korrekten Vorstellungen kursieren. Deshalb diese Bemühung um Aufklärung. So heißt es auf der Website: »Wir, die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, freuen uns immer über Unterstützung durch die Lokalpolitik und Werbung in der Öffentlichkeit.

Leider müssen wir auch immer wieder feststellen, dass viele Falschinformationen über ›die Feuerwehr‹ kursieren. Diese möchten wir mit diesem Beitrag aufklären.«

Zum Einen geht es um die Unterscheidung zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr. Die Stadt Bad Nauheim unterhalte eine Freiwillige Feuerwehr in der Kernstadt und in den Stadtteilen, alle Mitglieder seien also ehrenamtlich tätig und verrichteten ihren Dienst in ihrer Freizeit. »Dennoch ist dies ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis. Zur Unterstützung und Entlastung der ehrenamtlichen Kräfte beschäftigt die Stadt acht Angestellte im feuerwehrtechnischen Dienst. Sie kümmern sich unter der Woche tagsüber um die Wartung und Pflege der Ausrüstung und übernehmen kleinere Einsätze, bei größeren Einsätzen werden immer die freiwilligen Feuerwehrleute dazu alarmiert. Abends, Nachts und am Wochenende wird der Brandschutz ausschließlich durch die Ehrenamtlichen sichergestellt.«

Auch wenn die Mitglieder der Feuerwehr freiwillig aktiv seien, so sei die Feuerwehr an sich kein privatrechtlich geführter Verein, sondern vielmehr eine Abteilung der Stadt und damit eine Behörde. Die Führungskräfte der Feuerwehr seien Ehrenbeamte der Stadt, etwa der Stadtbrandinspektor und die Wehrführer, hießt es auf der Website weiter. Auch sei die Feuerwehr die einzige städtische Abteilung, die aufgrund ihrer Freiwilligkeit zur Nachwuchsgewinnung eine Kinder- und Jugendgruppe unterhalte.

Keine »Geschenke«

Die Feuerwehr werde durch private Vereine unterstützt. »Diese Fördervereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Brandschutz und die Gemeinschaft innerhalb der Feuerwehr vor allem mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Grundsätzlich bedeutet das: Diejenigen, die im Einsatzfall ausrücken, um Menschen zu retten und Brände zu löschen, sind Teil der öffentlich-rechtlichen und damit behördlichen Feuerwehr. Wenn aber zum Vatertag der Grill angeworfen und Essen und Getränke verkauft werden, dann steht dahinter einer der Fördervereine der Feuerwehr, um damit Geld zur Unterstützung selbiger zu sammeln.«

Ein weiterer Punkt, der den Einsatzkräften am Herzen liegt: Neue Ausrüstung für die Feuerwehr sei kein »Geschenk«. Dazu heißt es: »Natürlich freuen wir uns, wenn das neue große Löschfahrzeug im Wert von mehreren 100 000 Euro auf den Hof gefahren kommt. Wer arbeitet nicht gerne mit der modernsten und neusten Technik? Oft werden solche Investitionen vonseiten der Politik als ›Geschenk‹ oder ›Privileg‹ für die Feuerwehr verkauft. Dass die Stadt aber per Gesetz dazu verpflichtet ist, wissen tatsächlich die Wenigsten.«

Die Freiwillige Feuerwehr und die Bürger könnten sich in Bad Nauheim nicht über mangelnde oder mangelhafte Ausstattung beschweren, dies stehe immer ganz oben auf den Prioritätenlisten der Stadtverwaltung. »An dieser Stelle möchten wir dafür auch einfach mal Danke sagen!«, schreibt die Wehr.

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