Gespräch mit Abstand: Peter Krank, Markus Theis, Katja Bohn-Schulz, Markus Philipp und Klaus Kreß (v. l.) vor der Johanneskirche.	FOTO: PV
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Gespräch mit Abstand: Peter Krank, Markus Theis, Katja Bohn-Schulz, Markus Philipp und Klaus Kreß (v. l.) vor der Johanneskirche. FOTO: PV

Einigkeit in Sachen Hospiz

  • Bernd Klühs
    vonBernd Klühs
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Bad Nauheim (bk/pm). Was wird aus dem Projekt eines stationären Hospizes in Bad Nauheim? Über dieses Thema sprachen die FW/UWG-Politiker Markus Theis, Markus Philippi und Katja Schulz, die dem Vorstand des Fördervereins Hospiz Wetterau angehört, mit Bürgermeister Klaus Kreß und Erstem Stadtrat Peter Krank. Über den aktuellen Stand, die weitere Vorgehensweise und die Finanzierung wurde informiert.

Wie Kreß dabei erläuterte, ermögliche die mit dem Denkmalschutz abgesprochene Planung ein Haus mit zehn Gästezimmern. Die Behörde begrüße diese Nachnutzung der Johanneskirche als besonders würdevoll. Nächster Schritt ist nach Aussage des Bürgermeisters die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens.

Verwundert zeigen sich die Freien Wähler über das Verhalten eines Nachbarn der Johanneskirche, der bereits jetzt eine Klage androhe, obwohl weder B-Plan noch Konzept im Detail bekannt seien. »Hier geht es einer Einzelperson offensichtlich darum, das Hospiz in unmittelbarer Nachbarschaft zu verhindern«, sagte Philippi. Die Wetterau und gerade Bad Nauheim benötigten schon lange ein Hospiz. Jetzt zeichne sich diese »perfekte Lösung« ab.

Da die Kosten des Hospizes nicht zu hundert Prozent von den Krankenkassen gedeckt werden, sei es gesetzlich vorgeschrieben, die Deckungslücke durch einen Förderverein aufbringen zu lassen. »Wir haben seit unserer Gründung im März 2019 durch verschiedene Aktionen Mittel gesammelt, die den Betrieb des Hospizes bereits über das erste Jahr hinaus sicherstellen«, erläuterte Vorstandsmitglied Bohn-Schulz. Durch die Möglichkeit, auf dem Grundstück der Johanneskirche zu bauen, und durch die Finanzierungsbereitschaft und Trägerschaft der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen wird es nach Ansicht der FW/UWG im zweiten Anlauf zur Realisierung des Hospiz-Projektes in Bad Nauheim kommen.

Irritiert zeigen sich die Freien Wähler darüber, dass die Pläne trotz eines einstimmigen Parlamentsbeschlusses für das Hospiz im CDU-Wahlprogramm keinerlei Erwähnung fänden. »Hoffentlich ist es nicht so, dass den Christdemokraten ein eindeutiges schriftliches Bekenntnis für den Bau am angedachten Standort schwerfällt, da gerade die Person, die Klagen aktuell angekündigt hat, einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden der Union in Bad Nauheim ist«, heißt es in der Pressemitteilung der FW/UWG weiter.

Nach all den Planungen und Abstimmungen komme ein anderer Standort nicht infrage, weil eine Änderung das Hospiz in Bad Nauheim auf Jahre hinaus verhindern würde. »Wir erwarten noch vor der Wahl ein eindeutiges Bekenntnis zum Bau des Hospizes an der Johanneskirche«, betonte Fraktionschef Markus Theis. Die FW/UWG werde alles dafür tun, das Hospiz an dieser Stelle zu realisieren.

Anwohner-Kritik keine CDU-Position

Die CDU zeigt sich ebenfalls verwundert - über »Unterstellungen« der UWG. Bereits im März 2019 hat die Union nach Angaben von Fraktionschef Manfred Jordis einen Antrag gestellt, damit die Stadtverordnetenversammlung den Bau eines Hospizes in Bad Nauheim unterstützt. Die Kritik der Anwohner am Standort Johanneskirche sei nicht die Position der CDU. Jordis: »Wir begrüßen die Planungen am Standort Johanneskirche und wünschen uns eine Übereinkunft zwischen Befürwortern und Gegnern.«

Leider seien die Pläne vom Hospizverein bisher nicht der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auch die Stadt habe keinerlei Details mitgeteilt. Das müsse zeitnah passieren. Die Stadtverordneten besäßen ein Recht auf Information, um das Projekt konstruktiv und wohlwollend begleiten zu können.

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