+

"In einem Atemzug mit Sydney"

  • vonCorinna Weigelt
    schließen

Bad Nauheim(cor). 15 Meter hohe Wasserfontänen, Laser und Nebelschwaden, dazu eine Saline, die in bunten Farben leuchtete - mit einem spektakulären Höhepunkt endete der Deutsche Mühlentag an der Bad Nauheimer Langen Wand. Geboten wurde die Wasser- und Lichtershow von "Elementaro". 2020 soll das Event noch größer und aufwendiger am Windmühlenturm stattfinden. Schon jetzt war es ein mehr als würdiger Abschluss eines umfangreichen Programms am Pfingstmontag. Neun Stunden lang präsentierten die Gastgeber, der Verein Wind und Wasserkunst Bad Nauheim und der Alternative Tanzclub, jede Menge Unterhaltung. "Tanzen verleiht Flügel" lautete das Motto.

Seit Freitag war die "Elementaro"-Abendshow vorbereitet worden: 1265 Meter Kabel mussten verlegt, 116 Lampen für die Show-effekte verbaut werden. Dazu lagerten 20 000 Liter Wasser in den Becken. "1500 Arbeitsstunden wurden investiert", ließ Moderator Marc Bieler die vielen Besucher wissen. Dass sich die Mühen gelohnt hatten, wurde um 22.30 Uhr sichtbar: Die Lange Wand verwandelte sich unter perfekter Musikbegleitung dank Wasser, Licht, Nebel und Laser in ein Farbenmeer, das die Zuschauer staunen ließ. "Fantastisch phänomenal", fand Klaus Englert vom Vorstand des Vereins Wind- und Wasserkunst treffende Worte. "Jetzt kann man Bad Nauheim in einem Atemzug mit Las Vegas und Sydney nennen."

Eine Panne kurz vor Schluss

Eine Panne beendete die Show schließlich kurz vor Schluss. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, ging es doch kurzerhand ohne Wassereffekte weiter. Im August 2020 soll die Show dann doppelt so groß werden. Für das Event erhält das Team von "Elementaro" Unterstützung von den Bad Nauheimer Stadtwerken.

Dank des großen Engagements konnte auch das Programm "Tanzen verleiht Flügel" gestemmt werden. "Alle unsere Tanzgruppen sind heute dabei, das wäre in einem Saal gar nicht möglich", erläuterte ATC-Vorsitzende Brigitte Fleißner. Nach der Eröffnung mit dem Serpentinentanz ging es unter anderem mit Akrobatik, Feentanz, Walzer, Hip-Hop, Latin Dance, Bollywood, Mambo, Wild Dance bis hin Burlesque durch ein abwechslungsreiches Programm, das von der Samba-Trommel-Gruppe "Vamos Lá" und der Gitarrenschule Zobel ergänzt wurde.

Parallel gab es für die Besucher Führungen zum Schwalheimer Rad und Einblicke in den Windmühlenturm. Geduldig mussten die vielen Interessenten warten, bis es hoch auf den Windmühlenturm ging. "Wir können aus Sicherheitsgründen immer nur Gruppen mit zehn Personen nach oben führen", erklärte Christian Purschke (Vorstand Wind- und Wasserkunst). Purschke selbst hatte die Organisation der Veranstaltung übernommen, unter anderem auch viele Partner ins Boot geholt, die für ein kulinarisches Angebot sorgten. Mit großem Erfolg, wie der Blick auf die Besucherzahl verdeutlichte. "Eine Steigerung von über 100 Prozent zur Veranstaltung vor zwei Jahren", stellte Purschke begeistert fest.

Insgesamt sieben Veranstaltungen habe der Verein nun bereits auf die Beine gestellt, um die Aufmerksamkeit auf die Rekonstruierung der Windmühle - geschätzte Gesamtkosten: etwa 440 000 Euro - zu richten. Die diesjährige Verknüpfung von Windmühlentag und Lounge-Abend habe sich gelohnt. Auch am Abend hielt sich die tolle Stimmung, nicht zuletzt dank der Band "The Walkabouts" mit Colin Dodsworth, die auf die große Elementaro-Show mit unvergesslichen Hits einstimmte.

Rund 200 Mitglieder zählt der Verein Wind- und Wasserkunst aktuell. Mitglieder und Sponsoren werden weiterhin gesucht. Auch Bürgermeister Klaus Kreß nutzte sein Grußwort, um für die Vereinsunterstützung zu werben. Wenn sich die Flügel dann in absehbarer Zukunft wieder drehen, soll das groß gefeiert werden, wie der Vorsitzende von Wind- und Wasserkunst, Dr. Thomas Schwab, versprach.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare