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Lucy Hykes-Hesse und Dr. Konrad Hesse beteiligen sich am Einsatz gegen den Riesen-Bärenklau.

Naturschutz

Riesen-Bärenklau in der Wetterau: Eine Giftpflanze, die zum Problem geworden ist

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Naturschützer entfernen seit Jahren den Riesen-Bärenklau in einer Wetterauer Stadt. Und das mit Erfolg: Die Bestände werden kleiner.

Bad Nauheim – Die Naturschützer des NABU Bad Nauheim haben in den vergangenen Wochen wieder an mehreren Stellen im Bad Nauheimer Stadtgebiet Riesen-Bärenklau entfernt. Schwerpunkt der Aktivitäten waren die Wetter-Aue zwischen Steinfurth und Wisselsheim und die Usa-Aue zwischen Bad Nauheim und Friedberg. Beim Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, handelt es sich um einen Doldenblütler, der bis zu drei, selten bis zu fünf Meter hoch wird.

Riesen-Bärenklau in der Wetterau verdrängt heimische Pflanzen

Zum Problem sei der Riesen-Bärenklau durch seine hohe Vermehrungsfähigkeit und das durch seine Hochwüchsigkeit fast vollständige Fehlen konkurrierender Pflanzen geworden, erläutert der NABU in einer Pressemitteilung. »Hierdurch kam es in den bevorzugt besiedelten Flussauen zu stellenweise dichten Beständen, die durch die von ihnen ausgehende Beschattung zur teilweisen Verdrängung der heimischen Pflanzen führte.«

Für den Menschen werde der Riesen-Bärenklau zusätzlich dadurch zum Problem, dass er in seinem Pflanzensaft einen Stoff enthalte, der fototoxisch sei, also bei Hautkontakt unter Sonneneinstrahlung zu verbrennungsähnlichen Hautausschlägen führe.

Riesen-Bärenklau vergangenes Jahr in Wetterauer Stadt effektiv entfernt

Im Bad Nauheimer Stadtgebiet komme der Riesen-Bärenklau heute nur noch an wenigen Stellen der Usa- und der Wetter-Aue vor, schreibt der NABU weiter. Um die weitere Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus zu verhindern und ihn mittelfristig komplett zu beseitigen, entfernen Aktive des NABU Bad Nauheim diesen jährlich. Bei den diesjährigen Arbeitseinsätzen wurden die ehemals großen, erfolgreich beseitigten und in den vergangenen Jahren regelmäßig kontrollierten Stellen in der Usa- und der Wetter-Aue kontrolliert und die wenigen noch vorgefundenen, aus noch im Boden vorhandenen Samen gekeimten Pflanzen beseitigt.

Den Schwerpunkt der Aktivitäten bildete diesmal ein vor drei Jahren neu entdecktes Vorkommen in der Wetter-Aue bei Steinfurth. Dort wuchsen seinerzeit mehrere Hundert überwiegend hüft- bis mannshohe Pflanzen in einem nahezu geschlossenen Bestand. Nachdem dort bereits in den Vorjahren erfolgreich Bekämpfungsmaßnahmen erledigt worden waren, wurden in diesem Jahr sämtliche vorhandenen Riesenbärenklau-Pflanzen, die teilweise erst wenige Dezimeter hoch waren, beseitigt.

Wetterauer Stadt unterstützt Naturschützer bei Entfernung des Riesen-Bärenklaus

Sehr erfreut waren die NABU-Aktiven über die Unterstützung des Kur- und Servicebetriebs der Stadt bei der Beseitigung eines Vorkommens in der Nähe. Nachdem die NABU-Aktiven dort im vergangenen Jahr deutlich über 300 überwiegend hüft- bis mannshohe Pflanzen ausgegraben hatten, hatte man diesmal wegen der Größe des Vorkommens die Stadt um Unterstützung bei der Beseitigung gebeten. Was man nicht geahnt hatte: Das Entfernen im Vorjahr war so effektiv gewesen, dass nun nur gut zwei Dutzend kleinere Pflanzen zu beseitigen waren.

Als besonders effektiv hat sich das Ausgraben der ein- bis zweijährigen Pflanzen samt Wurzel vor der Blüte herausgestellt, da die Pflanze durch das Ausgraben der Wurzel komplett beseitigt wird und nicht wie beim oberflächlichen Abmähen aus der Wurzel wieder austreiben kann.

NABU bittet um Hinweise: Wo wächst der Riesen-Bärenklau

Dass sich die Mühe lohnt, sieht man daran, dass an mehreren Stellen der dort vor einigen Jahren noch in großen Gruppen stehende Riesen-Bärenklau komplett verschwunden ist. An anderen Stellen mussten die NABU-Aktiven gründlich suchen, um die wenigen aus noch im Boden vorhandenen Samen aufgelaufenen Restexemplare zu finden und zu beseitigen. Eine einzelne übersehene Pflanze könnte durch ihre starke Samenbildung binnen kurzer Zeit die Erfolge der letzten Jahre zunichte machen.

Der NABU ruft dazu auf, ihm Vorkommen des Riesen-Bärenklaus im Bad Nauheimer Stadtgebiet mit genauer Angabe des Fundorts und möglichst mit aussagekräftigen Fotos an info@NABU-Bad-Nauheim.de zu melden. Dabei sei darauf zu achten, die Pflanzen des Riesen-Bärenklaus nicht mit dem ungefährlichen heimischen Wiesen- oder Gemeinen Bärenklau zu verwechseln.

Informationen über die ganzjährige Biotoppflege-Einsätze und die weiteren Aktivitäten des NABU Bad Nauheim finden Interessierte unter: www.NABU-Bad-Nauheim.de. (pm)

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