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Auszubildende legen am Teich im Greifvogelpark den Feuerwehrschlauch um, bevor auch die flachen Bereiche gewässert werden. Die Ausbilder (v. l.) Michael Bober und Reinhard Ackermann, sowie Stefan Zwätz von den Greifvogelfreunden und daneben Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler begutachten die Arbeit. Im Hintergrund in der Mitte Melanie Friedemann von den Greifvogelfreunden.

Ein Paradies für Libellen, Molche, Vögel

  • vonHanna von Prosch
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Bad Nauheim (hms). “Wasser marsch„ - hieß es am Dienstag im Goldsteinpark. Statt ein Feuer zu löschen, hatte die Freiwillige Feuerwehr Bad Nauheim diesmal einen angenehmen Einsatz: Sie wässerte den neu angelegten Teich auf dem künftigen Greifvogel-Areal. Der Teich, der sich zu einem Biotop entwickeln soll, war zuvor von acht Auszubildenden des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik Gießen angelegt worden.

Jetzt wollten die Gartenbauwerker mit ihren Meistern Michael Bober und Reinhard Ackermann dabei sein, wenn der Teich mit Wasser gefüllt wird. Dabei gab es noch eine Menge Arbeit: Die modellierte Mulde musste am Rand unterfüttert werden, wo das Wasser überzulaufen drohte, und gezogen oder gelockert werden, um flache Bereiche für niedrige Pflanzen zu schaffen. Am Ende legten die Arbeiter Steine auf den Folienrand, damit die Tiere daran hochklettern können.

Rund zehn Kubikmeter Löschwasser ließen Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler und sein Kollege Johannes Schmidt mit dem Schlauch ein. “Solche Einsätze machen natürlich Freude„, sagte der Stadtbrandinspektor, “und sie sind gar nicht so selten. Im Auftrag von Naturschutzbehörden werden wir immer wieder angefordert, um etwa Amphibien in einer fast ausgetrockneten Kiesgrube wieder ins Nass zu befördern. Auch den Großen Teich haben wir schon umgewälzt und mit Sauerstoff versorgt.„

Kommen Enten aus dem Kurpark?

Der Teich im Greifvogelpark soll sich innerhalb des nächsten Jahres zu einem Biotop entwickeln. Die ersten Wasserwanzen wurden beim Füllen schon kräftig durchgeschüttelt, und Vögel waren bereits zu Gast. In der Sumpfzone sollen Sumpfdotterblumen und der hochwachsende Blutweiderich Insekten Schlupfhilfe geben. “Molche werden sicher kommen, die riechen das Gewässer nämlich„, erklärt Bober, “vielleicht auch Fische, wenn Enten aus dem Kurpark sich hier niederlassen und Fischlaiche mitbringen.„

Um den Teich herum blühen inzwischen die gelben Ranunkelsträucher und die hohe Wolfsmilchpflanze, Narzissen und Himmelschlüssel. Das helle Grün der Bäume und die duftend blühenden Schlehensträucher lassen ein kleines Paradies erahnen. Die drei Aktiven des Vereins der Greifvogelfreunde, Stefan Zwätz, Ernst Marscheck und Melanie Friedemann, sehen aber auch noch die Arbeit, die in den kommenden Wochen vor ihnen liegt: Die Volieren müssen fertig werden, und das Dach des Imbisshäuschens wartet darauf, gedeckt zu werden.

Als nach rund drei Stunden der Teich gefüllt war, dankte der Verein den fleißigen Helfern mit duftenden Grillwürsten. Die Vorfreude auf die naturnahe Erlebniswelt im Goldsteinpark wächst: Bald können auch die Vögel einziehen.

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