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In kleiner Besetzung erinnert Nils Strassburg an die Anfänge des King.

Ein Hauch von Las Vegas

  • VonHarald Schuchardt
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Bad Nauheim (har). Ein neuer Veranstaltungsort feierte im Rahmen des Elvis-Festivals am Wochenende Premiere. Das Areal rund um das Schweizer Milchhäuschen am Rande des Kurparks war am Freitag und Sonntag Schauplatz zweier Konzerte von Elvis-Interpret Nils Strassburg & The Roll Agents.

»Das hier ist doch ein traumhaftes Ambiente«, sagte Petra Michel, die für die Durchführung verantwortlich zeichnete, bei der Begrüßung der 250 Elvis-Fans. »Gerade in diesen Zeiten, in denen Veranstalter, Künstler und Gastronomen besonders leiden, freuen wir uns alle umso mehr, dass wir heute hier sein können«, sagte Michel, bevor sie die Bühne frei gab für Strassburg, der bereits im letzten Jahr im Platanenhof des Dolce die Besucher begeisterte hatte.

Das war auch am »Swiss Milkhouse« (Strassburg) nicht anders. Zur Zarathrustra-Hymne betrat er im hautengen hellblauen Anzug die Bühne, um mit den Elvis-Klassikern »That’s allright Mama« und »All shook up« die Fans sofort in seinen Bann zu ziehen.

Nicht ohne Grund hat ihn Time-Warner zum besten Elvis-Interpreten Deutschlands gewählt. Dass dem so ist, stellte der Sänger aus Höfingen, einem Stadtteil von Leonberg, zusammen mit seiner neunköpfigen Band in den folgenden zwei Stunden eindrucksvoll unter Beweis.

Sein am Freitagabend gespieltes Konzert mit dem Titel »One Night in Vegas« erinnert an die legendären Las-Vegas-Shows des King in den 1960er und 1970er Jahren. Es dauerte nicht lange, da hielt es die ersten weiblichen Fans nicht mehr auf ihren Sitzen, zumal Strassburg beim Schmuseklassiker »Love me tender«, die Bühne verließ und den zum Teil schreienden Fans seine »schweißgetränkten« Schals um den Hals legte.

Das Prozedere wiederholte sich bei allen ruhigen Songs, so dass kein weiblicher Besucher ohne »Strassburg-Schal« nach Hause gehen musste. Strassburg schlüpfte geradezu perfekt in die Rolle des King, wozu auch alle Ansagen auf Englisch gehörten.

Die Ankündigungen der Songs, deren Interpretation und auch die Arrangements der hervorragenden siebenköpfigen Begleitband sowie den Background-Sängerinnen Gudrun Wagner und Mirjam Hildebrandt kamen dem Original unglaublich nahe, sehr zur Freude der Fans, die es im zweiten Programmteil nicht mehr auf den Sitzen hielt.

Musikalischer Höhepunkt war der halbstündige Unplugged-Block zum Auftakt des zweiten Showteils. Ein Quartett saß auf Stühlen und zelebrierte den »frühen Elvis«, der von Country- und Blues-Einflüssen geprägt war.

Tolle Soli und satter Big-Band-Sound

Strassburg und seine drei Mitstreiter bewältigten diese Herausforderung grandios. Ein weiteres Highlight war ein Medley bekannter Rock’n’Roll-Klassiker, das Strassburg als »Medley mit 25 Songs in zwei Minuten« angekündigt hatte. So viele waren es denn doch nicht, doch was Strassburg und seine Mitstreiter mit ihren ausgefeilten, oft überraschenden Arrangements zelebrierten, war vom Allerfeinsten.

Gitarrist Roman Spilek glänzte immer wieder mit exzellenten Soli, während die drei Bläser für einen satten Big-Band-Sound sorgten. Wie einst der King, so sang Strassburg auch einige Cover bekannter Hits, wie »Proud Mary« von CCR oder Del Shannons »Runaway«.

»Er ist absolute Klasse«, sagte Karsten Apel, der mit Partnerin Nicole Wahl und drei weiteren Frauen angereist war. »Wir sind die Memphis-Gang aus Hannover und kommen zu jedem Elvis-Fest hierher«, erzählte Apel, der als »Elvis-Art-Künstler« bekannt ist.

Mit den späten Elvis-Hits »In the Ghetto« und »Suspicious Minds« leitete Strassburg das Ende seiner Show ein, die mit »Always on my Mind« als letzte Zugabe endete. Stehend dankten die Fans den Akteuren auf der Bühne für diese »One Night in Vegas«, die zu einem unvergesslichen Abend in Bad Nauheim wurde.

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