Im Kurpark

Eierproduktion im Kurpark läuft auf Hochtouren

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Eier gibt es momentan jede Menge Eier im Bad Nauheimer Kurpark. Die sind nicht aus Schokolade und haben nichts mit Ostern zu tun. Tatsächlich ist das Brutgeschäft am großen Teich in vollem Gange.

Im Jahr 2016 hat sich in der Wasservogelwelt viel verändert. Erstmals seit vielen Jahren brüteten Graugänse, Haubentaucher und Rallen wieder am großen Teich. Es gab außerdem Neuzugänge bei den Kanadagänsen und den üblichen Bruterfolg bei den Stockenten und Nilgänsen. Nun, drei Jahre später, lässt sich eine positive Bilanz ziehen: Alle neuen Arten haben sich fest etabliert und kehren jedes Jahr zur Jungenaufzucht zurück.

Die wilden Grau- und Kanadagänse kommen je nach Witterung ab Februar an den Teichen an. Die Grau- und Nilgänse beginnen schon im März mit der Brut. Vier Wochen muss das Gänseweibchen sein Nest hüten, bis die Küken schlüpfen. Zwei Grauganspaare und ein Nilganspaar führen schon Nachwuchs, bei den anderen dürfte es nicht mehr lange dauern. Die Kanadagänse brüten etwas später, doch auch da heißt es nun: Ei, Ei, Ei.

Auffällig viele Erpel

Ebenfalls schon ausgeschlüpft sind die Babys einer Stockentenmutter, wobei auch hier mit noch mehr Nachwuchs zu rechnen sein dürfte. Es halten sich auffällig viele Erpel ohne Weibchen an den Teichen auf, was hoffen lässt, dass noch mehrere Weibchen brüten. Jungenaufzucht ist bei den Enten reine Frauensache. Die Erpel schließen sich nach erfolgreicher Beglückung der Liebsten gerne mit anderen zusammen und verbringen den Sommer als lockerer Männertrupp.

Als alleinerziehende Mutter mit einer Babyschar von gerne zehn und mehr Küken ist man gut beraten, sich versteckt zu halten und möglichst allen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Zudem finden Enten ihre Nahrung, die neben Pflanzen auch aus Insekten, Schnecken, Würmern und kleinen Krebstieren besteht, eher im dichten Uferbewuchs. Deshalb sieht man Entenfamilien viel seltener als Gänse, die mit ihrem Nachwuchs oft zum Grasen auf den Wiesen stehen.

Reiher fühlen sich heimisch

Gans anders, nein: Ganz anders verhält es sich bei den Haubentauchern. Die eleganten Fischfänger halten sich ausschließlich auf dem Wasser auf. Vom Sonnendeck aus ist das Schwimmnest, das die beiden vor der Insel gebaut haben, gut zu sehen. Abwechselnd bebrüten beide Partner die Eier und tragen später die Küken im Rückengefieder spazieren. Dass die Haubentaucher nun schon zum vierten Jahr in Folge am großen Teich brüten, ist besonders erfreulich, denn obwohl diese Art nicht selten ist, verzeichnet sie vielerorts Bestandsrückgänge aufgrund verschlechterter Lebensraumbedingungen.

Ein weiterer Vogel ist als Brutvogel ebenfalls neu am großen Teich, obwohl er in Bad Nauheim sehr häufig anzutreffen ist: der Graureiher, auch Fischreiher genannt. 2017 baute erstmals ein Reiherpaar ein Nest in den Bäumen auf einer der Inseln. Im letzten Jahr zog das Paar dort erfolgreich drei Junge groß. Recht ungewöhnlich, denn eigentlich brüten Graureiher gerne in Kolonien. Aber einer muss ja den Anfang machen, und nun wird es doch – in diesem Jahr haben sich schon zwei weitere Paare dazugesellt.

Rallen tummeln sich im Röhricht

Alle drei Nester sind besetzt, und Reiher sind nun noch häufiger am großen Teich zu beobachten. Und zu hören. Denn die langbeinigen Fischer sind nicht unbedingt die friedliebendsten Nachbarn. In der Kolonie kann es durchaus öfter mal zu Streit und lautstarkem Protest kommen. Trotzdem schützen die Paare sich durch ihre Anwesenheit gegenseitig. In der Gruppe können sie Nesträuber wie beispielsweise Krähen besser abwehren.

Etwas unauffälliger kommen auch in diesem Jahr die Rallen daher. Sowohl Teich- als auch Blessrallen tummeln sich wieder im Röhricht und könnten dort, gut versteckt vor jedermanns Augen, den Nachwuchs planen. Ist der erst einmal geschlüpft, muss man die Augen an den bewachsenen Ufern gut offen halten, denn kleine Rallen sind anfangs nicht viel größer als ein Golfball.

Damit sind auch dieses Jahr alle alten und neuen Brutvogelarten vertreten und beweisen, dass auch ein Park mitten in der Stadt ein natürlicher, vielfältiger Lebensraum sein kann.

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