Mit Lara Fieberg (M.) freuen sich (v. l.) Zonta-Präsidentin Julia Büttner, der stellvertretende Jugendwart Max Auer und Jugendwart Ralf Meyer von der Feuerwehr Rödgen und Frederike Osbeck vom Zonta-Award-Komitee.	FOTOS: HAUSMANNS
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Mit Lara Fieberg (M.) freuen sich (v. l.) Zonta-Präsidentin Julia Büttner, der stellvertretende Jugendwart Max Auer und Jugendwart Ralf Meyer von der Feuerwehr Rödgen und Frederike Osbeck vom Zonta-Award-Komitee. FOTOS: HAUSMANNS

Ehre für Lara Fieberg

  • vonAnnette Hausmanns
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Bad Nauheim (hau). Der festliche Abend im Spiegelsaal des Hotels Dolce Bad Nauheim war in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer. Just am selben Morgen hatte das Vier-Sterne-Haus nach dreieinhalbmonatiger Corona-Zwangspause seine Türen für Treffs wie den des Zonta Clubs Bad Nauheim/Friedberg wieder geöffnet. Der Club im weltweiten Frauennetzwerk nutzte sein erstes Monats-Meeting seit Februar, um nach achtjähriger Pause erstmals wieder eine junge, starke Frau mit dem »Young Women in Public Affairs Award« auszuzeichnen: Der Preis ging an die freiwillige Feuerwehrfrau Lara Celine Fieberg aus Schwalheim.

Durch den Abend mit zahlreichen Gästen führte Clubpräsidentin Julia Buettner. Aus dem Award-Komitee berichtete mit Frederike Osbeck das jüngste Mitglied des Service-Clubs, und das Gastreferat zur Geschichte der Bad Nauheimer Kurmusik seit 1853 hielt Eva-Maria Langsdorf, Tochter von Musikdirektor Willy Naue, der das hochklassige Musikleben (nicht nur) in der Kurstadt über 60 Jahre lang bis zu seinem Tod 1975 wesentlich geprägt hatte.

Unter all den Premieren dürfte die Preisverleihung an Lara Fieberg aber die emotionalste gewesen sein. »Da trifft es die Richtige«, schoss es einem durch den Kopf, als die 18-jährige Schülerin am Friedberger Burggymnasium vor versammelter Runde strahlend von ihren Freizeitaktivitäten erzählte. Lara und ihre Schwester Darleen wuchsen quasi in der Feuerwehr auf - mit ihren Eltern Sebastian und Silke Fieberg, der wohl ersten Bad Nauheimer Feuerwehrfrau, Jugendbetreuerin und langjährigen Vereinsvorsitzenden in Schwalheim.

»Beim Retten und Löschen wird Teamarbeit großgeschrieben, Mann und Frau sind gleichberechtigt«, berichtete Lara Fieberg ganz Feuer und Flamme. Was die frischgebackene Feuerwehrfrau in der Einsatzabteilung der Schwalheimer Feuerwehr auch als Betreuerin in der Jugendfeuerwehr Rödgen Kindern und Jugendlichen mitgeben möchte: »Jede Frau kann dieselbe Arbeit machen wie Männer. Traut euch auch Neues, probiert euch aus und stellt euch euren Ängsten - so wie ich mich mithilfe meiner Jugendbetreuer erfolgreich meiner Höhenangst. Verdient euch Respekt«.

Ihre Leidenschaft fürs Helfen begleite sie schon ein Leben lang, erzählte Lara Fieberg - bis hin zu dem Wunsch, nach dem Abitur im kommenden Jahr Medizin zu studieren und Ärztin zu werden.

Claudia Taphorn vom Fachdienst »Frauen und Gleichberechtigung« beim Wetteraukreis beglückwünsche die Preisträgerin und bezeichnete die Jugendarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr als vorbildhaft. Frauen leisteten in der »Männerdomäne« Feuerwehr genauso wertvolle Arbeit.

Stolz auf den Schützling griff Max Auer, stellvertretender Jugendbetreuer in der Feuerwehr Rödgen, zum Mikrofon. Er und Jugendbetreuer Ralf Meyer hätten die Kids über Jahre begleitet und beobachten können, wie Lara in der Feuerwehrarbeit mit ihrer Leidenschaft anstecke. »Da steckt Feuer hinter!« Den schmalen Grat zwischen Kumpel und Respektsperson einzuhalten, hätten sie vorgelebt, Lara möge diese Arbeit noch lange fortsetzen. Nachwuchs, insbesondere auch in Laras Heimatdorf Schwalheim, werde dringend gesucht. Unter Beifall rief Auer: »Wir brauen euch!«

Das i-Tüpfelchen auf den feurigen Abend setzte Referentin Eva-Maria Langsdorf, begleitet von Dr. Thomas Schwab an der Technik, der auch die reich bebilderte Präsentation zusammengestellt hatte. Langsdorf führte vor Augen, dass sich im weltberühmten Herz- und Solebad die Kurmusik als ein wesentlicher Teil der Gesundung an Körper, Geist und Seele, sozusagen als »Therapie der Töne«, zu fantastischen Höhen aufschwingen konnte.

Galant führte die Tochter von Musikdirektor Willy Naue (1891-1975) durch illustre Kurstadtzeiten, zeigte musikalische Beispiele, zitierte Zeitgenossen und präsentierte Orchester.

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