Eberhard-Dodt-Preis in Seoul vergeben

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Bad Nauheim (pm). Der Eberhard-Dodt-Preis 2019 der Internationalen Gesellschaft für klinische Elektrophysiologie des Sehens ist im vergangenen Oktober bei der Jahrestagung in Südkoreas Hauptstadt Seoul an Oliver R. Marmoy, Department für Augenheilkunde an der Great Ormond Street Kinderklinik in London, verliehen worden. Er wird im Gedenken an den ehemaligen Direktor des Max-Planck-Instituts für Physiologische und Klinische Forschung, Prof. Dr. Eberhard Dodt, verliehen,

Eine internationale Jury würdigte die besondere Leistung des jungen Naturwissenschaftlers Marmoy: Laut Pressemitteilung stellt er bei Kindern mithilfe von elektrischen Ableitungen vom Gehirn fest, ob neurologische Abnormalitäten vorliegen, die das Sehfeld auf einer Seite zur Hälfte einschränken. Das könne bedingt sein durch Tumoren, Gefäßmissbildungen oder Gehirnblutungen, beispielsweise nach Kopfverletzungen. Mithilfe von pfenniggroßen Elektroden, die über der Sehrinde am Hinterkopf auf die Haut aufgeklebt werden, habe Marmoy elektrische Signale ableiten können, die beim Blick auf Schachbrettmuster entstehen, deren schwarze und weiße Felder auf einem Monitor wechseln. In diesen elektrischen Antworten habe er bestimmte positive und negative Signale feststellen können, die es erlaubten, betroffene und nicht betroffene Regionen des Gehirns zu identifizieren.

Prof. Dr. Eberhard Dodt, früherer Direktor des Bad Nauheimer Max-Planck-Instituts für Physiologische und Klinische Forschung , pflegte enge Kontakte zur Universität Gießen, wo er auch Vorlesungen hielt. Er habe durch seine Arbeit die elektrophysiologische Diagnostik in der Augenheilkunde in besonderer Weise erweitert, heißt es in der Mitteilung. Durch Ableitungen von elektrischen Potenzialen vom Auge und von der Sehrinde sei er ein Wegbereiter gewesen, um mit dieser Technologie die Diagnostik unklarer Sehstörungen in die klinische Anwendung zu bringen.

Nach seinem Tod im Jahr 1994 hat seine Witwe Elke Dodt mit Unterstützung seiner Schüler, von denen viele inzwischen selbst hochrangige Wissenschaftler in vielen Ländern geworden sind, den Eberhard-Dodt-Fond gegründet, mit dessen Hilfe die Preisgelder finanziert werden. Durch zahlreiche Aktivitäten, etwa Benefizkonzerte, hat Elke Dodt den Preis inzwischen deutlich aufgestockt.

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