Megan Margetts
+
Megan Margetts

Eberhard-Dodt-Preis geht an Megan Margetts

  • vonRedaktion
    schließen

Bad Nauheim (pm). Der Eberhard-Dodt-Preis 2020 der internationalen Gesellschaft für Klinische Elektrophysiologie des Sehens (ISCEV) ist bei der in Kanada organisierten Online-Jahrestagung Megan Margetts vom Physiologischen Institut der Universität Cambridge/ England verliehen worden. Eine internationale Jury hat die besondere Leistung dieser Nachwuchswissenschaftlerin für ihre Studie zu den Wirkungen des Vitamin-A-Mangels auf die Netzhautfunktion gewürdigt.

Mit feinen Fadenelektroden im Augen-Bindehautsack von Betroffenen hat sie unter Verwendung einer besonderen Testblitz-Sequenz unter verschiedenen Umgebungshelligkeiten die Unterschiede der elektrischen Netzhautaktivität bei normal- und Vitamin-A -mangelernährten Personen messen können.

Vitamin A wird vom Körper benötigt, um das lichtempfindliche Sehpigment Rhodopsin in den stäbchenförmigen Lichtrezeptoren der Netzhaut zu bilden und damit die Hell-Dunkel-Empfindlichkeit anzupassen. Der tägliche Vitamin-A-Bedarf wird bei gesunden Menschen durch abwechslungsreiche Ernährung gedeckt. Bei Fehlernährung, Störungen des Fettstoffwechsels oder chronischen Lebererkrankungen kann in der Netzhaut das Licht, besonders in der Dämmerung, nicht in ein ausreichend großes chemisches und elektrisches Signal umgeformt werden, was Sehstörungen in der Dämmerung zur Folge hat.

Gedenken an Bad Nauheimer Direktor

Megan Margetts hat die Funktionsänderungen der Netzhaut, die durch Vitamin-A-Mangel verursacht werden, mit ihren nicht invasiven elektrischen Ableitungen vom Auge beschreiben können. Die Wissenschaftlerin studiert am University College in London und arbeitet mit der Universität Cambridge in diesem Projekt zusammen.

Der Eberhard-Dodt-Preis wird im Gedenken an den ehemaligen Direktor des Max-Planck-Instituts für Physiologische und Klinische Forschung in Bad Nauheim verliehen, Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Eberhard Dodt, der enge Kontakte zur Universität Gießen pflegte, wo er auch Vorlesungen hielt, hat durch seine Arbeit die elektrophysiologische Diagnostik in der Augenheilkunde in besonderer Weise erweitert.

Für die Ableitungen von elektrischen Potenzialen des Auges und von der Sehrinde des Gehirns war er ein wesentlicher Wegbereiter, um mit dieser Technologie die Diagnostik unklarer Sehstörungen in die klinische Anwendung zu bringen. Prof. Dodt wurde für seine wissenschaftlichen Verdienste mehrfach ausgezeichnet, und er war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Nach seinem Tod im Jahr 1994 hat seine Witwe Elke Dodt mit Unterstützung seiner Schüler, von denen viele inzwischen selbst hochrangige Wissenschaftler in vielen Ländern geworden sind, den Eberhard-Dodt-Fonds gegründet, mit dessen Hilfe die Preisgelder finanziert werden. Durch zahlreiche Aktivitäten, etwa Benefizkonzerte, hat Elke Dodt den Preis inzwischen deutlich aufgestockt. FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare