Dreharbeiten: Miriam Stein plündert Wunschbrunnen

Bad Nauheim (cor). Da waren auch die Bad Nauheimer hin und weg: Ein Staraufgebot arbeitet direkt vor ihrer Haustür. Zwei Tage lang dreht die Filmcrew um Regisseur Christian Züber für das 4 Millionen Euro teure Roadmovie »Hin und weg« an zwei Schauplätzen in Bad Nauheim.

 Die Hauptrolle spielt einer der begehrtesten Schauspieler Deutschlands, Florian David Fitz, an seiner Seite agieren weitere bekannte Größen der Branche, etwa Filmpreisträger Jürgen Vogel.

Für die Verfilmung der Tragikomödie schicken die Produzenten, der gebürtige Friedberger Benjamin Herrmann und Oscar-Preisträger Florian Gallenberger, ein Starensemble auf Tour, besser gesagt auf Radtour. Unterwegs ist die Gruppe von Frankfurt nach Belgien. Neben Fitz und Vogel sind Hannelore Elsner, Julia Koschitz, Miriam Stein, Johannes Allmayer, Victoria Mayer und Volker Bruch dabei. Das Drehbuch hat Ariane Schröder geschrieben, gut 50 Mitarbeiter agieren vor und hinter der Kamera.

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An der Parkstraße und anderswo in der Innenstadt sind Parkplätze gesperrt, um Raum für Fahrzeuge und Stromaggregate des Filmteams zu schaffen. Fünf Lkw, vollgeladen mit Technik, Requisiten, Kostümen und Catering, stehen am Set. Alles muss stimmen, ein Drehtag koste schließlich im Schnitt zwischen 60 000 und 70 000 Euro, wie Produzent Benjamin Herrmann verrät. Gedreht wird am Aliceplatz und im »Pfälzer Hof«. Zuvor machte die Crew in Frankfurt, Reichelsheim und Ober-Mörlen Station. Am letzten Drehort vor dem Umzug nach Bad Nauheim entstand eine Schlammszene, wie Herrmann verrät.

Der Drehtag am Aliceplatz wird vor allem für Miriam Stein ungemütlich. Immer wieder muss die Schauspielerin ins Wasser steigen. Der Alicebrunnen fungiert als Wunschbrunnen. Stein, die ein naives Mädchen darstellt, fischt darin nach Münzen. Nach gut zwei Stunden ist die Dialogszene im Kasten. Mitglieder der Filmcrew machen sich in den Pausen ans Werk, entfernen das Laub von den Dächern und aus dem Brunnen. »Der Film spielt schließlich im Sommer«, sagt Herrmann. Der Dreh sei nicht früher machbar gewesen.

»Die Schauspieler hatten keine Zeit, deshalb bot sich nur das Zeitfenster im September und Oktober an. Ansonsten hätten wir bis Mai warten müssen.« Entsprechend der gewünschten Jahreszeit müssen sich die Statisten immer wieder ihrer Mäntel entledigen. 33 Mitglieder des Elvis-Presley-Vereins Bad Nauheim-Friedberg sind im Hintergrund zu sehen. Jeder von ihnen hat genaue Anweisungen, wann er durchs Bild laufen darf.

Mittlerweile ist Hauptdarsteller Florian David Fitz am Set eingetroffen, der das Filmteam lobt. »Wir verstehen uns alle prima«, sagt der Schauspieler, der immer wieder von Fans umgeben ist. Bei längerer Zusammenarbeit könne allerdings eine Gruppenpsychose entstehen, wie der sympathische Darsteller mit einem Lachen erzählt. Auf die Frage, was ihn an diesem Film reizt, folgt eine prompte Antwort: »Das Drehbuch hat mich gleich berührt, der größte Grund, warum ich mitspiele.« Er setze sich nicht das erste Mal mit dem Thema Sterben auseinander. Bei der Tragikomödie würden zum Schluss viele Emotionen frei. Wer nah am Wasser gebaut sei, sollte beim Kinobesuch nicht die Taschentücher vergessen.

Pasta im »Pfälzer Hof«

Dann erscheint Jürgen Vogel am Drehort. Schnell wird der Star erkannt, gibt bereitwillig Autogramme, posiert für Erinnerungsfotos. Eine kurze Besprechung, alles ist fertig für die nächste Klappe. Die beiden Schauplätze in Bad Nauheim haben die Regisseure überzeugt, deshalb wurde die Kurstadt ausgewählt. »Auch wenn ich der Regie ebenso gerne Friedberg angeboten habe«, sagt Produzent Herrmann, der aus der Kreisstadt stammt. Am Freitag wird zwar noch mal in Bad Nauheim gedreht, die Stars sind aber nicht mehr da. Die Gaststätte »Pfälzer Hof« wird zum italienischen Restaurant. Hessische Drehorte wurden auch deshalb ausgewählt, weil die Produktion von HessenInvestFilm gefördert wird.

»Hoffentlich wird Nauheim mal richtig erwähnt«, meint eine Passantin. Sollte das der Fall sein, werde sie auf jeden Fall ins Kino gehen. Dieser Wunsch wird der Bad Nauheimerin nicht erfüllt. »Die Stadt dient als Double, bleibt im Film ohne Namen.«

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