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Nur ein Entwurf, aber hier könnte die Arena stehen (v. l.): Erster Stadtrat Krank, Bürgermeister Kreß und EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein zeigen die neue Lage an der B3.

EC und Stadt Bad Nauheim präsentieren Entwurf

Direkt an der B3: Neuer Standort fürs Eisstadion Bad Nauheim

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Der EC Bad Nauheim und die Stadtverwaltung haben die Planungen für die Multifunktions-Arena in der Talaue vorangetrieben. Mit einer entscheidenden Änderung.

Bad Nauheim - Läuft alles nach Plan, soll in etwa fünf Jahren in der Talaue zwischen Bad Nauheim und Friedberg eine Multifunktionsarena für Eishockey, Konzerte, Kongresse und andere Großveranstaltungen stehen. Im Unterschied zu den ersten Ideen, die im August 2020 präsentiert wurden, soll das Grundstück getauscht werden: Nicht mehr nördlich, sondern südlich des Autohauses Marnet soll die Arena einmal stehen, direkt an der B3. Auch die Zufahrt zu den Pkw-Parkplätzen soll, wenn HessenMobil den Plänen zustimmt, direkt von der B3 erfolgen, erläuterte Andreas Ortwein, Geschäftsführer der Arena Betriebs GmbH, am Freitagnachmittag im Rathaus.

»Das wäre eine enorme Verkehrsentlastung für die Innenstadt«, sagten Bürgermeister Klaus Kress und Erster Stadtrat Peter Krank. Und auch für die Anwohner und die Pferde.

Das alte Stadion ist seit Jahren marode. Die Technik ist von Vorgestern, Um- oder Anbauten sind nicht möglich. Finanziell gleicht es dem berühmten Fass ohne Boden. Laut Kämmerer Krank muss die Stadt jährlich zwischen 600 000 und 800 000 Euro ins Colonel Knight-Stadion stecken. In spätestens fünf Jahren, prophezeite Ortwein, müsse man den Spielbetrieb am Kurpark einstellen. Die Akzeptanz für den Eishockeysport sei in Bad Nauheim und der Umgebung groß, weiß Ortwein. Kreß und Krank sehen das genauso. Ohne Eisstadion wäre der Eissport in Bad Nauheim tot.

Bad Nauheim: Verkehrsanbindung über die B3 geplant

Wie geht es weiter? Es wurden bereits Gespräche mit dem Regionalverband und mit Hessen-Mobil geführt. Der Regionalverband muss dem Grundstückstausch zustimmen und die Bebauung ermöglichen, Hessen-Mobil müsste sein Okay für eine Ausfahrt direkt auf die B3 geben. Diese könnte, so sehen es die Entwurfsplanungen vor, direkt an der B3-Auffahrt an der »Grünen Lunge« entstehen, wo es bereits eine Ampelregelung gibt. Um diese Entscheidungen zu treffen, sind umfangreiche Vorplanungen nötig, die nun begonnen haben. Die Kosten hierfür habe man in Verhandlungen auf 110 000 Euro drücken können. Sie werden von den Sponsoren übernommen, nicht von der Stadt, wie ursprünglich angedacht. Wie Ortwein sagte, gebe es nicht nur einen Investor. Alle rund 25 Großsponsoren des EC seien mit im Boot.

Die Vorgespräche mit den Behörden lassen bei den Verantwortlichen die Hoffnung keimen, dass das Projekt klappt. Man habe auch mit Kritikern gesprochen und deren Einwände ernst genommen, sagte Ortwein. Kreß betonte, man wolle den Reitsport nicht stören und die Erholungsfunktion der Talaue erhalten. Nun muss die Politik überzeugt werden. Die Stadtverordneten müssen einen Grundsatzbeschluss fassen: Ja oder Nein zu den Plänen?

Zeitplan in Bad Nauheim: In fünf Jahren schon fertig?

Sich auf einen Zeitplan festzulegen, ist im momentanen Stadium der Planungen eine heikle Sache. Das alte Stadion sei in »weniger als zehn Jahren« abgängig, sagte Ortwein. Für die Vorplanung benötige man etwa ein Jahr, für die Errichtung der Arena ebenfalls eines. Aber wie schnell entscheiden Regionalverband, Hessen-Mobil und andere Behörden? Wie lange dauert es, bis Baurecht hergestellt ist? »In fünf Jahren könnte die Arena stehen«, sagte Bürgermeister Kreß. Sie sei auch ein Projekt, das für Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehe - zumal dann, wenn man die neue Arena mit dem alten Stadion vergleiche.

Die neue EC-Arena soll mehr als nur Platz zum Eishockeyspielen bieten. Die Verantwortlichen stellen sich eine Multifunktionsarena vor, in der neben Sportveranstaltungen auch Konzerte steigen, Kongresse stattfinden und die Vereine Sport treiben. Eine Arena, die weit über Bad Nauheim hinaus wirken würde, vergleichbar mit Häusern in Wetzlar oder Frankfurt.

Es gibt noch viele Fragen. Werden ober- oder unterirdische Parkplätze angelegt? Oder gar ein Parkhaus? Ist eine Energieversorgung über das nahe Kollektorenfeld der »Kalten Nahwärme« möglich? Dass das gesamte Unternehmen auf solider Basis steht, unterstrich Ortwein mit einem Blick auf den Jahresabschluss 2021 des EC: Im Corona-Jahr ohne Zuschauer hat der Verein lediglich ein Minus von 15 000 Euro erwirtschaftet. »Die Spielbetriebs GmbH wirtschaftet seriös.« Selbst in der Pandemie habe man neue Gesellschafter gewonnen.

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