Ein willkommenes Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde und für sich selbst: Etwa 25 Sängerinnen und Sänger von "For Heaven’s Sake" - hier einige von ihnen - haben Schefflers Komposition "Weil der Himmel die Erde küsst" digital eingespielt. SCREENSHOT/FOTO: HANNA VON PROSCH
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Ein willkommenes Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde und für sich selbst: Etwa 25 Sängerinnen und Sänger von "For Heaven’s Sake" - hier einige von ihnen - haben Schefflers Komposition "Weil der Himmel die Erde küsst" digital eingespielt. SCREENSHOT/FOTO: HANNA VON PROSCH

Das digitale Gospel-Werk

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Bad Nauheim(hms). Wenn es einem so engagierten Gospelchor wie "For heaven’s sake" verwehrt ist, live zu singen, fordert er seinen Dirigenten digital. Kantor Frank Scheffler blieb nichts anderes übrig, als selbst einen neuen Song zu komponieren und online einzuspielen. An Heiligabend wird er auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde erstmals erklingen.

Als die Idee im Gospelchor aufkam, hatten sich das alle etwas einfacher vorgestellt. Inzwischen stecken neben der eigentlichen Komposition unzählige Arbeitsstunden drin: Arrangement und Aufnahme der Instrumente, Herstellen der Takes mit der jeweiligen Gesangsstimme für den Chor, viel privates Üben und schließlich das Zusammenmischen aller Chorstimmen. Sascha Präger, der für den Gospelchor auch diesmal den Schlagzeugpart übernommen hat, verfügt glücklicherweise auch über ein kleines Tonstudio und das dazugehörende technische Wissen.

Kein Lied über Corona

Der Chorvorstand lieferte mit der Idee auch Textbeispiele. Scheffler erzählt: "Wir wollten auf dieses besondere Jahr eingehen, aber keinen CoronaSong machen. So haben wir uns auf den weihnachtlichen Liedtext ›Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden‹ geeinigt. Als Titel ist nun herausgekommen: ›Weil der Himmel die Erde küsst‹." Dabei sind die Männerstimmen der Erde und die Frauenstimmen dem Himmel zugeteilt. Mehrere Solistinnen und Solisten wechseln sich mit dem Chor ab, der jeweils den Refrain übernimmt. In der sogenannten Bridge verfolgt jede Stimme ihre eigene Melodie, bevor die Stimmen zusammengesetzt werden. Insgesamt ist der Gospel motivierend, ein wenig peppig, hat aber auch nachdenkliche, langsamere Passagen.

An Heiligabend auf Youtube

Für Scheffler ist es die erste Gospelkomposition. Der Text war für ihn besonders wichtig: Friede auf Erden - wo ist er denn?, frage man sich. "Ich meine, Friede muss bei jedem selbst beginnen. Das ist doch die einzige Antwort, die man in dieser Zeit geben kann."

Etwa 25 Sängerinnen und Sänger erhielten jeweils ihre eigene Übestimme mit Instrumenten und digitalen Dirigieranweisungen. Dann nahm jeder seine Gesangsstimme mit dem Handy auf, was hin und wieder einiger Hilfe bedurfte. Da weder Scheffler die Chor stimmen bei den Online- Proben einzeln, noch die Stimmen sich untereinander hören konnten, war das ganze Projekt eine große Herausforderung. Für die Instrumentation griff Scheffler diesmal zu E-Piano, Bass und Gitarre.

"Die allermeisten traditionellen Gospels sind noch nicht GEMA-frei und hätten somit nach der Corona-Sperre von Youtube gelöscht werden müssen. Das war uns eigentlich für den Aufwand zu schade. So haben wir nicht nur der Gemeinde ein Weihnachtsgeschenk gemacht, sondern auch etwas Bleibendes geschaffen. Jetzt liegen die Rechte bei mir. Was draus wird - mal sehen."

Der neue Gospel-Weihnachtssong von Frank Scheffler mit "For Heaven’s sake" wird an Heiligabend auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde (www.evangelisch-in-bad-nauheim.de) freigeschaltet und in der Übertragung der Christmette um 22 Uhr uraufgeführt.

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