Diagnostik auf höchstem technischen Niveau

Bad Nauheim (pm). Mit der Anschaffung eines 3-Tesla-Magnetresonanztomografen der neuesten Generation wollen drei Kooperationspartner im neu gebildeten Radiologischen Zentrum Rhein-Main-Wetterau - Gesundheitszentrum Wetterau (GZW), Asklepios-Klinik Lich und Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim - die radiologische Versorgung in Mittelhessen optimieren. Stationiert wird das Gerät in der radiologischen Praxis im neuen Facharzt- und Servicezentrum am Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhaus.

Das Zentrum wird derzeit gebaut, Eröffnung soll im Herbst gefeiert werden. Wie Prof. Friedrich Grimminger, Ärztlicher Direktor des GZW und Koordinator des regionalen Krankenhausverbundes, gestern erklärte, werde mit dieser Entscheidung der drei Partner ein Alleinstellungsmerkmal in der Region geschaffen und den Patienten eine belastungsfreie, sichere Diagnostik auf bisher nicht gekanntem technischen Niveau zur Verfügung gestellt.

»Ziel des im August gebildeten Verbundes ist es, die radiologische Versorgung der Region neu zu strukturieren. Die vorhandenen Ressourcen sollen in personeller wie apparativer Hinsicht ausgebaut und medizinisch optimiert werden«, erklärte GZW-Geschäftsführer Wolfgang Potinius. Angesichts der rasanten technischen Entwicklung auf dem Gebiet der bildgebenden Verfahren, der mehrere Millionen Euro betragenden Anschaffungs- und der hohen Betriebskosten der Geräte müssten sich einzelne Häuser zusammenschließen, um mit dem enorm hohen Investitionsbedarf Schritt halten zu können. »Wir sind froh, kompetente Partner gefunden zu haben«, sagte Potinius. Mit der geplanten Anschaffung werde die Qualität der medizinischen Versorgung gesteigert, den Patienten blieben weite Fahrten in andere spezialisierte Zentren erspart.

Der Vorsitzende der GZW-Gesellschafterversammlung, Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith, hob die strategische Bedeutung der Investitionsentscheidung für die Wetterau hervor: »Damit setzen das Gesundheitszentrum und seine Partner ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass sie dem bundesweit beklagten Rückzug der Medizin aus der Fläche offensiv entgegenwirken.« Bad Nauheims Bürgermeister Bernd Witzel, Vorsitzender des GZW-Aufsichtsrats, bewertete die vereinbarte Zusammenarbeit als »hervorragendes Modellprojekt für die Region«, in dem mehrere gute und spezialisierte Kliniken zum Nutzen ihrer Patienten kooperierten.

Eine Feldstärke von drei Tesla entspreche dem stärksten zurzeit verfügbaren Magneten, erläuterte der Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Lich, Axel Werntges. Er verwies auf die positiven Erfahrungen mit anderen Kooperationsprojekten von Asklepios und GZW. Das Brustzentrum Bad Nauheim-Lich sei erfolgreich etabliert, und auch das Diagnostikzentrum Butzbach unter Leitung von Dr. Farschad Tabesch, der künftig auch Chefarzt der radiologischen Abteilung des GZW wird, werde gemeinsam betrieben. »Die Zusammenarbeit unserer Häuser hat sich bestens bewährt«, hob Werntges hervor.

Nach den Worten von Grimminger ist der künftige Chefarzt Tabesch ein hochqualifizierter Spezialist auf dem Gebiet der Schnittbilddiagnostik sowie der sogenannten interventionellen (therapeutischen) Radiologie. Dazu gehörten beispielsweise die CT-gesteuerte Biopsie sowie die CT-gestützte Schmerzbehandlung.

»Die Kerckhoff-Klinik versteht sich als ein wichtiger Partner einer krankenhausübergreifenden Kooperation«, erklärten die beiden Geschäftsführer des Herz- und Rheuma-Zentrums, Prof. Christian Hamm und Ulrich Jung. Spezialisten der Kerckhoff-Klinik wollten das 3-Tesla-MRT in dem bisher einmaligen Kooperationsmodell gezielt für spezielle Fragestellungen nutzen. Die Kerckhoff-Klinik ergänze damit das bereits vorhandene Spektrum ihrer diagnostischen Möglichkeiten.

Als weiteren Anwendungsbereich nannte GZW-Geschäftsführer Potinius die Orthopädie und Unfallchirurgie. Im Hochwaldkrankenhaus befinde sich die einzige unfallchirurgische Abteilung zwischen Gießen und Frankfurt, die über alle Zulassungen verfüge. Die zu erwartenden hochauflösenden Aufnahmen seien für die dort anfallenden Fragestellungen von unschätzbarem Wert. »Die Qualität der Bilder ist von einer Klarheit und Aussagekraft, dass sie diagnostische Gelenkspiegelungen überflüssig machen kann«, betonte Potinius.

Tabesch erläuterte die Nutzungsmöglichkeiten des neuen Geräts in der Krebsdiagnostik. Mit dem 3-Tesla-MRT könnten allererste Frühstadien von Tumoren identifiziert werden. Ganz ohne belastende Röntgenstrahlen seien Ganzkörperscans machbar, um von Kopf bis Fuß eines Patienten nach unentdeckten Tumoren oder Metastasen zu suchen. »Eine bahnbrechende Neuerung« ermöglicht nach Tabeschs Angaben das 3-Tesla-MRT durch den Einsatz einer kleinen Enddarm-Sonde bei der Früherkennung von Prostata-Tumoren. Die sogenannte Prostata-Spektroskopie erlaube erstmals die frühe und sichere Diagnostik bösartiger Prostata-Erkrankungen ohne belastende Punktionen. Das Fazit des künftigen Chefarztes: »Die Diagnostik mit dem 3-Tesla-MRT gibt den Patienten mehr Sicherheit und erspart ihnen herkömmliche aufwändige, zum Teil schmerzhafte und zum Teil komplikationsträchtige Untersuchungen.« (Foto: pv)

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